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Zehdenick Trottheidesee ist sauber
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17:45 12.06.2018
Bei der vom Verein Trottheide organisierten Bürgerversammlung mit Vertretern des Landesbergamtes und Experten. Quelle: Martina Burghardt
Marienthal

Baden ist und bleibt verboten im Trottheidesee – aus geotechnischen Gründen und weil es sich um ein Betriebsgelände handelt. Angeln würde sicher niemand derjenigen, die von dem Sondermüll wissen, der bis 2006 illegal in das Tontagebaurestloch gekippt wurde. Aber giftig ist das Seewasser nicht, wie die Experten bei der Bürgerversammlung am Montag in Marienthal versicherten. Vertreter des Landesbergamts, des Instituts für Boden und Wasser (IBW) aus Dresden und des Umweltforschungszentrums Leipzig waren dazu eingeladen.

Kein relevantes Schadstoffproblem

In Fachvorträgen stellten sie die Ergebnisse der vom Landesbergamt beauftragten Gewässeruntersuchung vor. Bereits 2015 war die Gefährdung analysiert worden. Nachgeholt wurden dann im vorigen Jahr die Messungen von Mikroschadstoffen mit Hilfe sogenannter Passivsammler. Das Ergebnis: Weder im Seewasser noch in den Grundwasserleitern über und unter der Tonschicht wurde ein relevantes Schadstoffproblem festgestellt. Wie in anderen Seen auch gibt es lediglich zu viele Nährstoffe, damit mehr Algen und weniger Sauerstoff, und einige chemische Verbindungen, die etwa von Motoröl stammen könnten. 2016 wurden Blaualgen entdeckt. Das Seewasser sei schwach alkalisch und somit „gesund“ für ein Gewässer dieser Art, hieß es.

Mit Fachausdrücken überfordert

Das könnte eine gute Nachricht sein. Trotzdem sind die Mitglieder des Vereins Trottheide und die Bürger verärgert. Dabei hat niemand Zweifel an der Kompetenz der Wissenschaftler, die allerdings ihre Zuhörer am Montag mit Fachausdrücken wiederholt überforderten.

„Behörde hat zuerst weggesehen“

„Die Strategie des Bergamtes gefällt uns überhaupt nicht“, erklärte Vereinsvorsitzender Christian Albroscheit nach der Sitzung am Montagabend. Warum er dessen Vorgehen als „großen Schummel“ betrachtet? Die Behörde habe zuerst weggesehen, als der Sondermüll abgeladen wurde, dann „überhaupt nicht reagiert“, als noch die Chance gewesen wäre, den Müll herauszuholen. Über die Umweltkriminalität werde überhaupt nicht gesprochen, so Christian Albroscheit.

Christian Albroscheit, Verein Trottheide e.V., bei der Bürgerversammlung am Montag. Quelle: Martina Burghardt

Die vom Bergamt beauftragten oberflächlichen Untersuchungen seien nicht geeignet, die chemische „Zeitbombe“ zu beobachten. Um einschätzen zu können, wann sie „hochgeht“, müsste man mehr in die Tiefe gehen. Dass die dort abgeladenen Krankenhausabfälle und der Klärschlamm krebserregende und erbgutschädigende Stoffe enthalten, ist seit 2006 bekannt. Nach wie vor schmoren 16700 m³ Sondermüll im westlichen Seeboden. Wie lange das Bergamt das Monitoring des Trottheidesees fortführen will, ist hingegen unklar. Die Rede ist mal von zwei, mal von 25 Jahren.

„Das alles ist unbefriedigend und hat uns sehr viel Zeit geraubt“, so Christian Albroscheit. Der Verein mit seinen 65 Mitgliedern wird an dem Thema dranbleiben und auch die Politik in die Pflicht nehmen. Unterstützer gibt es bereits.

Von Martina Burghardt

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