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Zehdenick Vier Kumpels und das Spiel mit den kleinen Kegeln
Lokales Oberhavel Zehdenick Vier Kumpels und das Spiel mit den kleinen Kegeln
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19:16 29.06.2018
Plauderten beim MAZ-Stammtisch (kl. Foto) mit den Redakteuren (v.l.): Gerhard Purat, Bernd Nowak, Steve Smith und Wolfgang Schiller. Quelle: Uwe Halling
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Zehdenick

Bernd Nowak nimmt die weinrote Kugel ins Visier, bewegt den Schläger sanft nach hinten und wieder nach vorn. Gefühlvoll landet die Kugel an der gegenüberliegenden Seite und rollt von dort in Richtung Kegel. Vier der fünf fallen um.

Willkommener Ausklang nach hartem Arbeitstag im „Schröders“

Ein Raunen geht durch den hinteren Raum in der Gaststätte Schröder. Steve Smith hat an diesem Abend die Aufgabe, die Punkte an die Tafel zu scheiben. Die Freunde sind jeden Dienstag hier, lassen den Abend gemütlich ausklingen. „Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist das ein willkommener Ausklang“, sagt Bernd Nowak, der nach einer längeren Pause zum ersten Mal wieder dabei ist. Der gebürtige Zehdenicker arbeitet beim Fußbodengeschäft Domagala. „Den Laminatboden hier haben wir verlegt.“ Der 46-Jährige schaut stolz nach unten. Seit 18 Jahren ist er nun schon bei der Firma. Zuvor war er als Fliesenleger unterwegs und später auf dem Bau tätig. Zu Hause warten seine Hunde Eddy (2) und Bessi (12), den er quasi mit geheiratet hatte, als er seiner Mandy das Ja-Wort gab. Bernd Nowak fühlt sich in Zehdenick wohl. „Ich habe hier alles“, sagt er.

Kegel-Billiard, ein Sport, den es in Deutschland kaum noch gibt

Glücklich ist auch Wolfgang Schiller. Er lebt seit 1968 in der Havelstadt. „Ich habe hier meine Wohnung, meinen Garten. Ich bin zufrieden“, so der Rentner. „Ich habe alles, was ich brauche.“ Der 68-Jährige wird sentimental. „Wenn ich mal zwei Wochen im Urlaub war und auf der Rückfahrt den Kirchturm von Zehdenick sehen, bin ich glücklich.“ Die Frohnatur muss kurz zum Billardtisch. Er ist an der Reihe und versucht, die kleinen Kegel zu treffen. „Diesen Sport gibt es in Deutschland kaum noch“, sagt er. „Früher haben wir richtige Meisterschaften gespielt. Gegen Burgwall, Falkenthal oder Grüneberg. Kegelbillard macht Spaß. Es ist ein interessanter Sport mit viel Taktik. Wir sind hier aber alles Amateure.“

Der Liebe wegen von Birmingham nach Zehdenick

Steve Smith hat genau zugeguckt und notiert die Punktzahl auf der Tafel. Er wird genau beobachtet, ob der 62-Jährige richtig rechnet. Der gebürtige Engländer – geboren in Birmingham – muss schmunzeln: „Ich bin wegen der Liebe hier“, verrät er. „Seit 24 Jahren lebe ich in der Region. Früher bin ich von Berlin gependelt. Vor einigen Jahren bin ich dann nach Zehdenick gezogen“, erzählt der Mann, der beruflich mit Lehm und Putz zu tun hat. „Früher haben wir alle in anderen Mannschaften gespielt. Heute treffen wir uns einmal in der Woche hier. Just for fun. Alles Gaudi. Kein Stress.“ Gerhard Purat beobachtet alles aus der Ferne. Nur wenn er dran ist, rückt der gebürtige Zehdenicker in den Mittelpunkt. Er kennt die Stadt genau. „Die Lage ist toll. Viel Wasser, viel Wald“, sagt der 64-Jährige, der einst Maurer gelernt hatte und zuletzt als Kurierfahrer gearbeitet hatte. „Heute bin ich Rentner.“ Der Stadt fehle es an Einkaufsmöglichkeiten. Dort unten, wie er die Region in Zehdenick umschreibt. „Ältere Menschen wollen mit ihrem Rollator allein einkaufen gehen. Und wollen nicht immer auf andere angewiesen sein.“ Die wirtschaftliche Situation in der Stadt hat sich enorm verändert. „Hier ist viel Industrie weggebrochen. Wenn ich jung wäre, würde ich wegziehen“, gesteht Purat. „Hier ist nicht mehr viel.“ Der Zehdenicker genießt den Abend mit den Kumpels. „Hier wird gequatscht und gelacht. Wir haben viel Spaß.“

Bernd Nowak ist wieder dran. Er spricht noch einmal kurz über seine Hobbys. „Neben den Hunden habe ich noch Tauben, Hühner und Kaninchen. Eine Menge Arbeit.“ Dann dreht er sich aber zum Billardtisch. Er konzentriert sich – und nimmt ein letztes Mal an diesem Abend die weinrote Kugel ins Visier.

Von Sebastian Morgner

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