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Oberhavel Zeit der Zecken hat begonnen
Lokales Oberhavel Zeit der Zecken hat begonnen
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08:25 13.04.2017
Wieder aktiv: Zecken, darunter der gemeine Holzbock, treten bei steigenden Temperaturen vermehrt auf. Quelle: dpa
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Oberhavel

Mit steigenden Temperaturen wachsen nicht nur Frühlingsblüher empor. Negative Begleiterscheinungen machen sich ebenso bemerkbar – wie die Zecke. Die Blut saugenden Gliederfüßer sind dabei nicht nur lästig. Sie übertragen auch Borrelien-Bakterien. In Brandenburg wurden bisher über 60 Fälle der Lyme-Borreliose gemeldet. „In Oberhavel hatten wir bis zum 2. April sechs diagnostizierte Fälle“, so Amtsarzt Christian Schulze. Laut Infektionsschutzgesetz seien Borreliosen nicht meldepflichtig. „Brandenburg erfasst die Erkrankungen dennoch.“

Und die Zecken-Saison hat erst begonnen. „Wir haben im Landkreis etwa 70 Fallmeldungen pro Jahr pro 100 000 Einwohner.“ Konkret: 2012 waren es 105, im Jahr darauf 50 mehr. Der Höchsttand wurde 2014 mit 196 Meldungen erreicht. Im vorigen Jahr waren es 155. Jedoch, so Christian Schulze, sagen die Zahlen nichts darüber aus, wo der Erkrankte von einer Zecke gebissen wurde. „Dies kann genau so gut beim Urlaub wir in brandenburgischen Wäldern geschehen.“

Mögliche Folge: Hirnhautentzündung

Es gibt drei Krankheitsstadien: Bis zu sechs Wochen nach dem Bisstritt bei 60 bis 70 Prozent der Erkrankungen eine Rötung (Erythema migrans) auf. Es kann zu grippalen Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen sowie zu Fieber kommen. Aber da die Hautrötungen nur bei zwei Drittel der Fälle auftreten, kann es auch komplizierter werden. In einer zweiten Phase treten Wochen und Monate später verschiedenen neurologische Erscheinungen bis hin zu Lähmungen (Neuroborreliose) auf. Gerade bei Kindern wird besonders häufig das Hirn befallen . Was folgen kann: Hirnhautentzündung, Nervenlähmungen im Gesichts- und Halsbereich.

Noch später – auch Jahre – können in einer dritten Phase rheumaähnliche Gelenkbeschwerden und Veränderungen (Atrophien) der Haut folgen. Die Erkrankung nach einem Biss sei laut Christian Schulze neben den auffälligen Anfangssymptomen „sehr gut labordiagnostisch festzustellen“, beispielsweise durch eine Blutentnahme. Behandelt wird der Zeckenbiss dann mit Antibiotika. „Eine Impfung gibt es nicht“, so Schulze.

Wie sich vor Zeckenbissen schützen?

„Auslöser der Erkrankung sind Spirochäten, bewegungsfähige Bakterien, der Spezies Borrelia burgdorferi“, so Schulze. Sieben bis 35 Prozent der in Deutschland vorkommenden Zecken tragen den Keim in sich, der durch einen Biss übertragen werden kann. Die Hauptinfektionszeit ist von März bis Oktober, Hochzeit: Juni und Juli.

„Wer die schönen Frühlingstage für Waldspaziergänge, Gartenarbeit oder ein erstes Picknick im Park nutzt, sollte einige Vorkehrungen ergreifen“, rät Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg. Lange Hosen, Socken und geschlossene Schuhe. Und: helle Kleidung tragen, auf denen sich die Zecken leichter entdecken lassen.

Die drei häufigsten Irrtümer

Zecken fallen von Bäumen: Nein, Zecken lauern an Gräsern, Zweigen oder im Unterholz. Gehen Menschen oder Tiere vorbei, lassen sie sich abstreifen.

Zecken sind nur im Sommer aktiv: Nein, ab 7 Grad Celsius ist mit den Spinnentieren im Freien zu rechnen.

Zecken mit Klebstoff oder Öl entfernen: Auf keinen Fall! Folge: Die Zecke erbricht im Todesringen ihren Darminhalt und damit Krankheitserreger in die Wunde, was zu einer Infektion führen kann.

Christian Schulze rät auch noch zu Mückenschutzmitteln (Repellentien). Sie vertreiben Zecken durch „olfaktorische Belästigung“, hätten aber den Nachteil einer limitierten Wirkungsdauer. Ganz wichtig ist, den Körper nach Aktivitäten im Freien abzusuchen. Hat sich eine Zecke festgebissen, hilft: Mit einer spitzen Pinzette die Zecke dicht über der Haut direkt hinter dem Kopf fassen und sie langsam nach hinten-oben (entgegen der Bissrichtung) herausziehen. Möglichst sollte die Zecke dabei nicht gedreht werden.

Von Marco Winkler

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