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Zeitungszusteller muss sich vor Lkw retten

Kanalbau in Zühlsdorf Zeitungszusteller muss sich vor Lkw retten

Frühmorgens um 3 Uhr hatte Zeitungszusteller Harald Wieland eine Begegnung, die er so schnell nicht vergisst: Auf dem Radweg neben der Basdorfer Straße, wo gerade ein Abwasserkanal gebaut wird, kam ihm plötzlich ein Lkw entgegen.

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Am Donnerstag fand Harald Wieland ein klare Verkehrsführung vor.

Quelle: Helge Treichel

Zühlsdorf. Frühmorgens um 3 Uhr hatte Zeitungszusteller Harald Wieland am Montag eine Begegnung, die er so schnell nicht vergisst: Auf dem Radweg neben der Basdorfer Straße, wo gerade ein Abwasserkanal gebaut wird, kam ihm plötzlich ein Lkw entgegen. „Aus Freude am Leben hatte ich nur eine Alternative“, sagt der 62-jährige Zühlsdorfer: „Flucht Richtung Pferdekoppel.“ Dass der motorisierte Straßenverkehr ohne Vorwarnung auf den Geh- und Radweg geleitet wird interpretiert er als „grob fahrlässig und verletzte Aufsichts- und Fürsorgepflicht“. Und zwar von allen Beteiligten: Zweckverband, Gemeinde und Straßenverkehrsbehörde des Landkreises. Und er sei nicht der einzige gewesen, dem es so erging.

Seit Anfang April läuft die Abwassererschließung in der Steinpfuhlsiedlung im Auftrag des Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverbandes (NWA). Aufgeteilt in drei Baulose, werden Kanalrohre mit einer Gesamtlänge von rund 4800 Metern in die Straße gebracht, sagt NWA-Verbandsvorsteher Matthias Kunde. Rund 400 Haushalte sollen in der Siedlung ans Abwassernetz angeschlossen, 2,8 Millionen Euro investiert werden.

25 Meter pro Tag und Arbeitskolonne

Begonnen wurde von der Wittstocker Firma Burgdorf im Bereich zwischen Wegenerstraße und An der Bramo, wo 1300 Meter verlegt werden. Gleichzeitig wird in der Mittelstraße gegenwärtig ein Pumpwerk errichtet, das bis zu fünf Liter Schmutzwasser pro Sekunde von rund 100 Grundstücken in Richtung Basdorfer Straße befördern soll. Etwas verspätet wegen zusätzlichen Klärungsbedarfs bei den Vertragsbedingungen nahm Mitte Mai auch die Bad Freienwalder GUT GmbH die Arbeiten auf – im Gebiet zwischen Grünem Weg und Kulturstraße. 3500 Meter Kanalrohre sind dort zu verlegen. „Das sind 20 bis 25 Meter am Tag pro Kolonne“, sagt Matthias Kunde.

So erlebte Harald Wieland die Verkehrssituation  am Montag

So erlebte Harald Wieland die Verkehrssituation am Montag.

Quelle: privat

Dass dadurch zwangsläufig Verkehrbeeinträchtigungen und Erschwernisse zu erwarten sind, gesteht auch Harald Wieland unumwunden zu. Aber einen kleinen Hinweis auf die besondere Verkehrsführung hätte er sich schon gewünscht, sagt er.

Bauleiter ärgert sich über Kraftfahrer

„Uneinsichtige Verkehrsteilnehmer“ seien für die Situation auf der Basdorfer Straße zum Wochenbeginn verantwortlich, sagt Guido Reh auf MAZ-Nachfrage. Der Prokurist und Bauleiter der Firma GUT verweist auf die verkehrsrechtliche Anordnung aus dem Oranienburger Landratsamt. Die sei genau eingehalten worden. Allerdings nicht von den Autofahrern, die unerlaubterweise den Radweg vereinnahmt hätten, weil der befestigt ist. „Wir haben deshalb reagiert und am Mittwoch zusätzliche Sicherungseinrichtungen aufgestellt“, sagt Reh. Barken trennen Radweg und die einspurige Fahrbahn nun voneinander ab.

Noch mindestens bis Oktober gibt es wechselnde Verkehrseinschränkungen, teilweise mit Ampelregelung. Dies werde von den Arbeitern konkret mit den Anwohnern abgestimmt. Tageweise wird es sogar eine Vollsperrung geben, um die Fahrbahn neu zu asphaltieren. Dies ist laut Reh in der ersten Septemberhälfte zu erwarten.

Lange Leitung

Bereits im Jahr 2014 hatte der Zühsdorfer Ortskern eine zentrale Abwasserleitung erhalten. Entsorgt wurde dennoch mobil mit Fahrzeugen, da in der Druckleitung nach Liebenwalde noch eine Lücke von 6,9 Kilometern klaffte.

 Diese Lücke nach Zühlsdorf wird gerade geschlossen. Der letzte Abschnitt soll Ende September fertig werden.

 Zu Verzögerungen kam es, weil ein Abschnitt der Druckleitung neben der Heidekrautbahn verläuft und es bei den Genehmigungen Probleme gab.

Von Helge Treichel

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