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Oberhavel Zeitzeugin des Holocaust spricht mit Schülern
Lokales Oberhavel Zeitzeugin des Holocaust spricht mit Schülern
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17:31 26.02.2018
Mehrere Schüler ließen sich nach der berührenden Lesung von Margot Friedländer deren Autobiografie signieren. Quelle: Ulrike Gawande
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Mühlenbeck

Nach 64 Jahren in den USA kehrte die Holocaust Überlebende Margot Friedländer, heute 96 Jahre alt, 2010 zurück nach Deutschland, um in Schulen und anderen Einrichtungen als Zeitzeugin zu sprechen.

Margot Friedländer las in der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Mühlenbeck aus ihrer 2008 veröffentlichten Autobiografie. Quelle: Ulrike Gawande

Am Montag war sie auf Einladung von Dennis Behrendt zu Gast in der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Mühlenbeck. Dennis Behrendt hatte seine Facharbeit über Margot Friedländer geschrieben, „weil er von ihrer Lebensgeschichte begeistert war“. 60 Minuten lang las Margot Friedländer vor den rund hundert aufmerksam zuhörenden Schülern aus ihrer 2008 erschienen Autobiografie „ Versuche, dein Leben zu machen“. Benannt ist das Buch nach dem einen Satz, den Margot Friedländers Mutter ihr mit auf den Weg gegeben hatte, und der letztlich ihr Leben geprägt habe.

Margot Friedländer signierte ihre Bücher. Quelle: Ulrike Gawande

Margot Friedländer las von den Momenten, als sie als 21-Jährige in ihrer Geburtsstadt Berlin als Jüdin 1943 in den Untergrund gehen musste, um einer Deportation zu entgehen. Friedländer, die in den USA später im Modebereich und als Reiseagentin gearbeitet hat, berichtete von ihren Schuldgefühlen, die sie stets gehabt habe, weil sie sich nicht zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder, die im Januar 1943 nach Auschwitz deportiert worden waren, bei der Gestapo gemeldet hatte. „’Versuche, dein Leben zu machen.’ Vielleicht stieß mich meine Mutter mit diesem Satz fort, damit ich die Stärke fand, alleine unterzutauchen.“ Sie las von den Menschen, die damals nicht weggesehen, sondern ihr geholfen haben. Auch von dem Moment, als sie entdeckt und nach 15 Monaten im Untergrund ins Konzentrationslager Theresienstadt gebracht wurde.„Als ich untergetaucht war, war ich abgetrennt vom Schicksal meines Volkes. Ich war fast erleichtert, dass es vorbei war. Aus dem Ich wurde wieder ein Wir, aber ich hatte Angst, wie es weitergehen wird.“

Margot Friedländer war in der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Mühlenbeck zu Gast. Quelle: Ulrike Gawande

Die 96-Jährige berichtete von der Zeit in Theresienstadt, als alles nur noch ein Kampf ums Überleben gewesen sei und jeder zum Einzelkämpfer wurde. „Essen, Schlafen, Arbeiten. Wie viel hält ein Mensch aus? Es war nicht Leben, nicht Tod.“ Sie beschrieb die „unsichtbaren Züge“, die seit Februar 1945 mit Häftlingen aus Auschwitz nach Theresienstadt kamen. „Wir ahnten, fühlten und rochen den Tod.“ Nach der Befreiung von Theresienstadt ging Friedländer mit ihrem Mann 1946 in die USA. „Ich hatte überlebt, aber nichts war mehr wie vorher. Wir waren die Übriggebliebenen.“

Margot Friedländer: Ein beeindruckende Frau (M.) Quelle: Ulrike Gawande

Den Schülern in Mühlenbeck gab Friedländer mit auf den Weg: „Ich bin zurückgekommen, um mit euch zu sprechen, euch meine Hand zu reichen. Ihr sollt die Zeitzeugen sein, die wir nicht mehr lange sein können. Menschen sind Menschen. Es gibt kein christliches, muslimisches oder jüdisches, nur menschliches Blut.“ Die Schüler fragten Margot Friedländer, ob sie noch Kontakt zu anderen Zeitzeugen habe und ob sie noch mal ein Lager besucht habe. Beides verneinte Friedländer. „Wir haben versucht, uns ein neues Leben aufzubauen. Mein Mann war auch ein Überlebender. Wir hatten dasselbe erlebt, denselben Schmerz, darüber brauchten wir nicht reden.“ Heutige Gedenkstätten seien nicht für Zeitzeugen. „Sie sind für euch. Wir wissen, was wir erlebt haben, wie es dort aussieht.“ Doch bis heute falle es ihr nicht leicht, über das Erlebte zu sprechen.

Von Ulrike Gawande

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