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Oberhavel Zoff um Babysocken in Velten
Lokales Oberhavel Zoff um Babysocken in Velten
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16:24 13.02.2016
Da müssten Omas lange für stricken: Rund 100 Babys werden jährlich in Velten geboren. Quelle: Foto: Archiv
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Velten

Um die 900 Zuzüge verzeichnete die Ofenstadt im Schnitt in den vergangenen zehn Jahren, mehr als 100 kleine Ofenstädter wurden jedes Jahr geboren. Um die Zugezogenen und Neugeborenen in der Stadt zu begrüßen, hatte die Fraktion Pro Velten im Sommer 2015 das Konzept für ein „Willkommenspaket“ vorgelegt. Dafür hatte man Haushalte befragt und eine Arbeitsgruppe gegründet.

Unter anderem sollten Neu-Veltener Infomaterial, Stadtplan, Schlüsselanhänger und ein Willkommensschreiben bekommen. Für Babys sollte es unter anderem Anträge auf Kitaplatz und Kindergeld, einen Body mit Aufdruck des Veltener Maskottchens „Kalli Kachel“ oder dem Schriftzug „Ick bin jetzt ooch Veltener, und dit is jut so“ sowie gestrickte Babysocken von Senioren geben.

Doch die Verwaltung fühlte sich in die Planung nicht genügend eingebunden und ließ extra eine Machbarkeitsstudie für das Willkommenspaket erstellen. Ergebnis: Viele Vorschläge von Pro Velten seien realistisch, dazu schlug die Verwaltung etwa mehr Infomaterial und Werbeartikel vor. Babysocken und Bodys würden jedoch einen erheblichen Verwaltungsaufwand nach sich ziehen – Akquise von Senioren, Beschaffung von Wolle oder Abrechnung. Stattdessen sollen Babys laut Studie etwa Impfkalender, Badehandtuch oder Nachtlicht erhalten.

Petra Künzel (Pro Velten) kritisierte in der SVV, dass das Thema Babysocken vom Tisch sei. „In Finsterwalde gibt es Söckchen in den Stadtfarben und dazu sogar noch Lätzchen, Mütze und diverse Gutscheine“, so Künzel. Velten vergebe die Gelegenheit, Neugeborene an Stadt zu binden. Dennoch wurde die Variante der Verwaltung durchgewinkt.

Noch stärker dampften die Stadtverordneten mehrheitlich das in der Studie empfohlene Willkommenspaket für Erwachsene zusammen: Von allen Vorschlägen blieb nur ein Schreiben der Bürgermeisterin. Man wisse ja nicht, wie viele Neu-Veltener schonmal in der Stadt gewohnt hätten. Deshalb bestehe die Gefahr, dass Willkommenspakete mehrfach vergeben werden, so Andreas Noack (SPD). Außerdem gebe es genug Infomaterial im Einwohnermeldeamt. Die Gefahr von Mehrfachausreichungen sei gering, konterte Marcel Siegert (Pro Velten). „Man erwischt eher jemanden, den man mit offenen Armen empfängt.“ Velten wolle familienfreundlich agieren, da wäre das Willkommenspaket ein gutes Zeichen gewesen: „Und dafür braucht es mehr als nur ein Schreiben aus der Verwaltung.“

Ab 2017 werden die abgewandelten Pakete ausgegeben. Kostenpunkt: Rund 20 000 Euro.

Von Marco Paetzel

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