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Zoff um Stromspar-Technologie

Hennigsdorf Zoff um Stromspar-Technologie

Der „Energy Manager“ ist ein unscheinbarer Kasten, der viel Strom einsparen kann. Vor einem Jahr ließen sich die Hennigsdorfer Stadtwerke und das Rathaus die Technologie zum Test einbauen, eine Resonanz hat die zuständige Firma bis heute nicht erhalten. Energieberater Hans-Jürgen Kafka, auch stellvertretender Vorsitzender der SVV, ist enttäuscht über das Desinteresse.

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Jürgen Kafka und AWU-Mann Christoph Rippchen mit der neuen Technik bei der Veltener AWU.

Quelle: Foto: Marco Paetzel

Hennigsdorf. Es ist ein unscheinbarer Kasten, der aber viel Strom einsparen kann. Im Inneren des Spannungsreglers mit dem Namen „Energy Manager“ werkeln Transformatoren, die die Spannung aus dem Stromnetz reduzieren. Statt der üblichen etwa 230 Volt laufen Beleuchtung, PCs oder Schweißanlage mit weniger Spannung. Knapp zehn Prozent Energie spart die AWU in Velten damit ein. Das bedeutet eine Ersparnis von 5100 Euro, und fast 16,7 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Im März 2016 präsentierte die AWU die neue Technik auf ihrem Unternehmensgelände. Bei der Vorstellung saßen auch Dirk Asmus, Leiter des Fachdienstes Öffentliche Anlagen im Hennigsdorfer Rathaus, und Stadtwerke-Chef Thomas Bethke dabei. Sie zeigten Interesse an der Technik, die unter anderem auch in den Berliner Hotels „InterContinental“ oder „Maritim“ zum Einsatz kommt.

Ein halbes Jahr später vermittelte Energieberater Hans-Jürgen Kafka den grauen Kasten an sie weiter, die zuständige Berliner Firma „MBG – Solid Solutions“ baute ihn testweise im Keller des Blauen Wunders und im Hennigsdorfer Rathaus ein. Nur: Seitdem verstaubt die Technik, eine Rückmeldung an das Unternehmen, ob man den „Energy Manager“ kaufen wolle, gab es aus Hennigsdorf bislang nicht. „Ich bin enttäuscht darüber, denn damit lässt sich viel Strom und CO 2 einsparen. Das Gerät ist in zehn Minuten installiert“, sagt Hans-Jürgen Kafka, der auch stellvertretender Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung ist.

Alleine die Zahlen, die aus dem Testversuch im Hennigsdorfer Rathaus bekannt sind, beeindrucken auf den ersten Blick. Pro Etage ließen sich laut „MBG-Mobile Solutions“ rund 32 200 Kilowattstunden an Strom pro Jahr sparen, das sind immerhin rund acht Prozent des Verbrauchs. In absoluten Zahlen sind das rund 6370 Euro pro Rathaus-Etage und Jahr. „Außerdem werden fast 18 000 Tonnen CO 2 im Jahr mit dieser Technologie eingespart“, erklärt Hans-Jürgen Kafka. Rund 18 800 Euro würde die Technik für das Rathaus kosten, in knapp drei Jahren hätte sich die Investition aber amortisiert.

Zudem, so Kafka, ließe sich der Spannungsregler in Hennigsdorf auch für die Straßenbeleuchtung nutzen. Die modernen LED-Leuchen, die in den Straßenzügen Stück für Stück die alten Natriumdampflampen ersetzen, würden von der Technik profitieren. Die niedrigere Spannung, die die Technik reguliert, würde helfen, die Lebensdauer von LED-Lampen zu verlängern, weil die Bauteile sich während des Betriebes nicht so stark erwärmen, so Kafka. In Erfurt etwa setzt die Stadt auf die Spannungsregler für Straßenbeleuchtung. Bis zu 38 Prozent Energieverbrauch werden dort durch die Technik eingespart.

Warum die Hennigsdorfer Stadtverwaltung dem Unternehmen nach rund einem Jahr keine Rückmeldung zum Spannungskasten gegeben hat, dazu gab es bis zum Wochenende keine Antwort aus dem Rathaus. Stadtwerke-Chef Thomas Bethke indes erkläre, die Stadtwerke würden die Technik noch prüfen. „Man spart zwar Strom ein, aber gibt auch seine Daten weg“, erklärt Bethke mit Blick darauf, dass die Verbrauchsdaten an das Unternehmen „MBG – Solid Solutions“ übermittelt werden. Im ersten Halbjahr 2018 wolle man über den Kauf der Technik entscheiden.

Von Marco Paetzel

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