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Zu Besuch bei Familie Zwer

Oranienburger Vierlinge sind ein Jahr alt geworden Zu Besuch bei Familie Zwer

Am Sonnabend sind sie ein Jahr alt geworden: Julian und seine Schwestern Juliane, Greta und Marlene. Seit einem Jahr geht es rund im Hause von Lena und Christian Zwer in Oranienburg. Trotzdem sagen die beiden Pädagogen: „Wir haben viel Hilfe, es geht uns gut.“

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Das Wohnzimmer ist eine riesige Krabbelwiese. Lena und Christian Zwer mit Julian (r.), Greta (l.) und den eineiigen Mädchen Juliane und Marlene.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Der Kindergeburtstag im Hause Zwer fiel am Sonnabend etwas größer aus. Denn es gab gleich vier kleine Geburtstagskinder: Julian und seine Schwestern Juliane, Greta und Marlene. Die Oranienburger Vierlinge haben sich prächtig entwickelt, krabbeln munter in ihrem Ställchen umher und wollen immer wissen, was los ist. Am 5. September 2014 hatten sie das Licht der Welt in der Berliner Charité erblickt. Damals brachte Julian 900 Gramm auf die Waage, jetzt sind es 8,5 Kilogramm, Juliane wog 590 Gramm, inzwischen sind es sechs Kilo, Greta wog 895 Gramm und Marlene 740, nun haben die Mädchen auf sieben Kilo „zugelegt“.

„Wir wollten vier Kinder, aber nicht auf einmal“, gestand Lena Zwer damals. Ihr Fazit nach einem Jahr zwischen Fläschchen, Windelbergen und schlaflosen Nächten: „Es geht uns eigentlich gut.“ Die Kinder hatten ein Einsehen mit den Eltern und schlafen schon alle vier zwölf Stunden durch. Seit April. „Ab früh um sechs unterhalten sie sich dann zwischen ihren Bettchen“, berichtete Lena Zwer. Vor allem sind die Eltern glücklich über die Unterstützung im Haushalt. Drei Familienhelfer, die Krankenkasse und Jugendamt finanzieren, haben sie an der Seite. Im Schichtsystem helfen diese „Heinzelmännchen“ beim Essenmachen, den Haushalt sauber halten, die Wäsche nachts zu waschen und haben die Kleinen anfangs auch nachts gefüttert. Eine Durststrecke erlebte die Großfamilie im Frühjahr, als nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern gleich zweimal ein Magen-Darm-Virus ereilte.

Wenn Spazierengehen ansteht, müssen sich die Zwers mit zwei Zwillingskinderwagen rüsten. Anfangs hatten sie viele Helfer aus der Nachbarschaft, die gern Schieben halfen. Mit Beginn der Sommerhitze eroberten die Vierlinge eher Haus und Garten in der Memelstraße. Julian ist unter den Vieren der „Draufgänger“. Er will wissen, „was in seinem Revier los ist“, zieht sich an den Stäben des Laufgitters hoch und hat dann Probleme, zurück auf den Po zu kommen. Marlene „ruht in sich, ist sehr zurückhaltend“, so Mutti Lena. Juliane „ist die Kämpferische, die sich durchbeißt“, und Greta „der Sonnenschein, sehr vorsichtig, aber neugierig.“ Marlene und Juliane haben eine besonders enge Bindung, sie sind eineiig. Besondere Herausforderungen sind Arzttermine und die Einkaufstouren: 350 Windeln im Monat werden gebraucht, Taschentuchboxen im XXL-Format, „Wir bestellen Gemüse online, dann wird alles gedünstet, eingefroren, für jeden Tag portioniert. Dazu gibt es jeden Tag ein Kilogramm Brei“, um alle Mäuler zu stopfen. Sie sind keine Mäkelkinder, „sie essen alles“, sind die Eltern zufrieden. Und wie bekommt man abends alle vier zur Ruhe? „Einen Gute-Nacht-Kuss, dann gehe ich raus“. Überhaupt seien ein geregelter Tagesablauf und Konsequenz das A und O“, so Lena Zwer. „Wenn wir hochgehen, ist klar, es geht ins Bett.“ Da gebe es wenig Gezeter.

Inzwischen sind die Vier in der Kita „Falkennest“ angemeldet. Bis Februar 2016 ist Lena Zwer noch zu Hause. Dann will sie wieder in den Lehrerberuf einsteigen. Vater Christian unterrichtet am Bollhagen-Gymnasium. Vor allem Mutti Lena sieht dem Berufeinstieg doch mit etwas gemischten Gefühlen entgegen: Wie bekommt einer morgens alle vier in die Kita? Sind sie oft krank? Was sagt der Arbeitgeber? Können sie 750 Euro-Kita-Gebühren stemmen. Und dazu das Haus, das sie kurz vor der Schwangerschaft gekauft hatten? Und dann läuft auch die personelle Unterstützung des Jugendamtes aus. „Ja, es ist anstrengend, aber wir haben viel Anteilnahme von Freunden und der Familie, das gibt Kraft. Wir haben Glück mit unseren Kindern“, sind sich die Eltern einig. Ihren Vierlingen haben sie am Sonnabend ein Spielzimmer geschenkt.

Von Heike Bergt

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