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Oberhavel Zu klein für Oranienburger Schlossplatz, aber...
Lokales Oberhavel Zu klein für Oranienburger Schlossplatz, aber...
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19:55 21.11.2016
Die Fichte wird auf dem Tieflader für den Abtransport von Sachsenhausen nach Friedrichsthal fest fixiert. Quelle: Bert Wittke
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Sachsenhausen

„Da muss ich mich jetzt erstmal dran gewöhnen, dass plötzlich so viel Platz und Licht vor dem Haus ist“, sagt Andrea Bloch und blickt auf den Baumstumpf. Schwang da etwas Wehmut in den Worten mit? „Ein bisschen schon“, gibt sie zu. Schließlich stand die Fichte um die 30 Jahre auf dem Grundstück Chausseestraße 23 in Sachsenhausen. Gepflanzt worden sein muss sie noch von den Vorgängern, die hier einst gewohnt haben. Die sind jedoch nach Norwegen ausgewandert und inzwischen gehört das Anwesen Andrea und Ralf Bloch. Ihnen war der Baum im Laufe der Zeit einfach zu groß geworden. So groß, dass das Ehepaar bei sommerlichen Hoffesten auf das Nachbargrundstück ausweichen mussten. Dort wohnt Margitta Tätweiler. Sie hatte die glänzende Idee, das gute Stück als Weihnachtsbaum für eine Kommune zu stiften. Ein Vorschlag, den Andrea und Ralf Bloch sofort toll fanden. Fast hätte es die Fichte der Blochs sogar bis auf den Oranienburger Schlossplatz geschafft. Am Ende fehlten dem rund zehn Meter hohen Riesen dann aber doch „ein paar Zentimeter“ an Höhe, um dort als Weihnachtsbaum zu erstrahlen. Aber Lichterbaum im benachbarten Friedrichsthal zu sein, ist schließlich auch aller Ehren wert.

Aus einigen Zapfen der Fichte hat Hausherrin Andrea Bloch ein Adventsgesteck gebastelt. Das wird sie und ihren Mann Ralf fortan alle Jahre wieder an die Fichte in ihrem Vorgarten erinnern. Quelle: Bert Wittke

Am Montag gegen 7.30 Uhr hatten die Männer vom Oranienburg Bauhof ihr Sägewerk in der Chausseestraße 23 begonnen und einen 45-Tonnen-Kran in der Toreinfahrt in Stellung gebracht. Etwas später schwebte die immerhin 1,6 Tonnen schwere Fichte am Haken durch die Luft, wurde ganz vorsichtig auf eine Tieflader gebettet und dort gut verschnürt. „Dabei gab es keinerlei Probleme“, sagt Mario Jilg und schmunzelt. Nicht ohne Grund. Der Bauhofmitarbeiter war schon bei einigen solcher Verladeaktionen dabei und bezeichnet sich deshalb selbst humorvoll als „Weihnachtsbaumbevollmächtigter“. Gegen 9.30 Uhr war der Baum schließlich rutschfest verstaut und der lange blaue Tieflader rollte mit seiner auf den Rücken geschnallten tiefgrünen Pracht gen Friedrichsthal davon.

Andrea Bloch sitzt auf dem Baumstumpf der Fichte. Für die Fällaktion hat sich die Chefin einer großen Kantine in Berlin extra freigenommen. Quelle: Bert Wittke

Ich habe für diese Aktion extra freigenommen“, erzählt Andrea Bloch, die Chefin einer großen Kantine am Kaiserdamm in Berlin ist. Dann greift sie nach dem Tablett, auf dem bis vor Kurzem noch mehrere Tassen mit heißem Kaffee und kleinen süßen Stärkungen für die Mitarbeiter des Oranienburger Bauhofes standen. Als sie wieder zurückkommt, hält sie ein wunderschönes Adventsgesteck in den Händen. „Das wird mich an den Baum vor unserem Haus erinnern“, sagt sie, stellt den Kranz auf den Baumstumpf und verrät, dass die Zapfen, die das Schmuckstück zieren, einst alle an der Fichte hingen, die nun nach Friedrichsthal unterwegs ist.

Ganz auf einen Nadelbaum im Garten verzichten, müssen die Blochs auch in Zukunft nicht. „Wir haben schließlich hinter unserem Haus noch so einen großen Baum stehen“, verrät sie. Der werde aber nicht abgesägt, sondern bleibe dort stehen.

Für Andrea Bloch war das ein bewegender und zugleich ein bewegter Auftakt in die Vorweihnachtszeit. Nicht nur, dass die Fichte im Vorgarten als Weihnachtsbaum nach Friedrichsthal entsandt wurde. Anschließend erwartete die Hausherrin noch ihre Freundin zu Besuch und gemeinsam wollten beide bei schöner Weihnachtsmusik im Hintergrund noch Plätzchen backen.

Und dann war das ja noch kein Abschied für immer. Andrea und Ralf Bloch werden es sich natürlich nicht nehmen lassen, in den nächsten Tagen hin und wieder mal nach Friedrichsthal zu fahren und nach ihrem Baum zu gucken. Sein dichtes grünes Kleid dürfte dann mit den Gesichtern seiner Spender um die Wette strahlen.

Von Bert Wittke

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