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Oberhavel Zu viele Fahrzeuge, zu viel Krach
Lokales Oberhavel Zu viele Fahrzeuge, zu viel Krach
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17:43 08.06.2017
Die Oranienburger Straße (Bild) in Gransee ist wie die Berliner Straße hochfrequentiert. Quelle: ARCHIV-FOTO: Uwe Halling
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Gransee

Die Granseer kommen nicht umhin, einen Lärmaktionsplan aufzustellen – ob sie wollen oder nicht. Die Umgebungslärm-Richtlinie der EU gibt das so vor. Eine Straße, über die jährlich drei Millionen Fahrzeuge brettern (täglich 8000) und an der Menschen leben, muss untersucht werden, um die Einwohner vor dem Krach zu schützen. In Gransee betrifft das vor allem die B 96, die diese Werte erreicht. Aber auch die Templiner Straße (L 22) und die Oranienburger Straße (L 222) sind arg vom Lärm betroffen. Christian Hecht von der Ingenieurgemeinschaft Hoffmann und Leichter aus Berlin informierte im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss über die Lärmbelästigung für die Anwohner der Berliner Straße; auch wenn die Oranienburger Straße die 8000 Fahrzeuge pro Tag verfehlt, wurden auch hier Lärmmessungen vorgenommen. Die Templiner Straße fiel nicht in die jetzigen Untersuchung, werde aber in der dritten Stufe dieses Verfahrens an der Reihe sein, so Christian Tutsch aus der Amtsverwaltung.

Vorschlag 1: Lkw-Verkehr aus der Stadt halten

In der Berliner Straße seien 70 Einwohner nachts von einem Lärm mit mehr als 55 Dezibel ausgesetzt, in der Oranienburger 114. Auch am Tage seien die Werte hoch. Die große Frage ist, wie sich dieser Zustand ändern lässt. Christian Hecht führte einige Möglichkeiten auf. Eine plausible und schnell umsetzbare Lösung: Runter mit dem Tempo! Eine weitere: den Lkw-Verkehr reduzieren oder ihn gänzlich aus der Stadt heraushalten. Eine weitere Variante, um den Lärm zu verringern, wäre an den betreffenden Stellen ein Austausch des Belags: statt Pflaster Asphalt (Flüsterasphalt). Lärmschutzwände und Lärmschutzfenster seien ebenfalls eine Option. „Aber Lärmschutzfenster sind nicht gewollt“, so Christian Hecht.

Vorschlag 2: Ortsumfahrung

Der Verkehrsexperte schlug für die Berliner Straße eine Ortsumfahrung vor. Bei seinen zwei vorgestellten Szenarien würde sich der Verkehr auf diese Weise um bis zu 50 Prozent reduzieren. Ausschuss-Vorsitzender Peter Gogol plädierte dafür, „das Thema Ortsumfahrung auf jeden Fall voranzutreiben. Das sollten wir gegenüber dem Bund und dem Land deutlich machen“. Für die Oranienburger Straße wäre aus Sicht von Hecht eine Tempo-30-Variante in der Nacht sinnvoll.

Keine Rolle spielen bei der Messung von Lärm die Bahnstrecke, für die ausschließlich die Bahn AG Verantwortung trägt, und der Flugplatz. „Es gibt hier zu wenige Flüge“, so Christian Hecht.

Jetzt geht es darum, dass die Stadtverordneten bei ihrer nächsten Zusammenkunft am 22. Juni den Inhalt des Planes bestätigen, die Verwaltung beauftragen, Machbares zu prüfen, um die Maßnahmen bei der Verkehrsbehörde zu beantragen.

Von Stefan Blumberg

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