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Zu wenig gefragt

20 Jahre Kreisjugendring Zu wenig gefragt

Die Jugend ist unsere Zukunft! Ein Satz, den vor allem Politiker gern im Munde führen. „Stimmt nicht“, widerspricht Josephin Bär. „Wir sind hier, wir sind die Gegenwart.“ Um ganz aktuelle Probleme ging es folglich auch am Freitagabend in Oranienburg beim Jubiläum des Kreisjugendrings Oberhavel.

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Mitstreiter von einst und jetzt feierten und diskutierten am Freitagabend im Oranienburger Kreistagssaal.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Hier und heute müssen sich Politik und Verwaltung deshalb um die Probleme junger Leute kümmern, meint die Runge-Gymnasiastin aus Glienicke, die auch Mitglied im Landesschülerrat ist. Um ganz aktuelle Probleme ging es folglich auch am Freitagabend in Oranienburg auf der Veranstaltung des Kreisjugendrings Oberhavel, der eingeladen hatte, sein 20-jähriges Bestehen zu feiern. Die Dachorganisation von Jugendverbänden, -vereinen und -initiativen sieht sich als wichtiges Bindeglied zwischen der Jugend und den politischen Gremien.

„Kinder und Jugendliche geraten durch die demografische Entwicklung immer mehr an den Rand“, beklagte Bernd Mones vom Landesjugendring. Von den Politikern fordert er mehr Interesse für die Probleme junger Leute. Also gute Freizeitangebote, eine gute Verkehrsinfrastruktur und gut ausgestattete Jugendeinrichtungen. So könne das Interesse an Politik geweckt werden, meinte er mit Blick auf die Kommunalwahlen im nächsten Jahr, bei der erstmals die Stimmabgabe ab 16 möglich ist.

Beteiligung an kommunalpolitischen Entscheidungen setzt voraus, dass junge Leute sich beteiligen wollen und können, gab Dirk Budach zu bedenken. „Dazu müssten reale Mitwirkungsmöglichkeiten bestehen“, sagt der Vorsitzende des Kreisjugendrings. Zukunftswerkstätten und Runde Tische brächten nicht viel. Die Ergebnisse würden zumeist schnell zu den Akten gelegt.

„Den Jugendlichen muss viel Freiraum gelassen werden“, betonte auch Michael Wendt, der 1993 zu den Mitbegründern des Kreisjugendrings in Oranienburg gehörte. In den Beiräten der Jugendklubs würde die Mitbestimmung gut funktionieren.
Deren personelle Ausstattung sieht in den Städten im Süden des Kreises besser aus als im ländlichen Norden. Dort werde deshalb eine Zusammenarbeit zwischen den Orten angestrebt, so Budach.

In Oberhavel gebe es einen parteiübergreifenden Konsens zum Stellenwert von Bildung und Jugend, erklärte Kreis-Bildungsdezernent Ludger Weskamp. Dennoch glaubt auch er, dass manches an den Interessen junger Leute vorbeigeht. „Wir fragen sie zu wenig“, meint er.

Von UIrich Bergt

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