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Züchter haben Probleme durch die Stallpflicht

Kremmen Züchter haben Probleme durch die Stallpflicht

Am Wochenende feiert der Rassegeflügel- und Rassekaninchen-Zuchtverein in Kremmen sein 90. Jubiläum. In der Musikantenscheune findet eine Ausstellung statt. Aber die Züchter haben Sorgen. Der nasse Sommer bereitete Probleme – und vor allem lange Stallpflicht. Sie hoffen auf alternative Lösungen.

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Andreas Nagel (r.), der Vorsitzende des Kremmener Züchtervereins, mit seinem Vater Wilfried und einem Kaninchen.

Quelle: Robert Roeske

Kremmen. Bei den Kleintierzüchtern liegt am Wochenende Freude und Leid dicht beieinander. Freude darüber, dass der Verein in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen feiert. Der Rassegeflügel- und Rassekaninchen-Zuchtverein Kremmen ist 1927 gegründet worden. Er trägt auch die Bezeichnung D-144. „Bei der Gründung waren wir nur ein Kaninchenverein“, erklärt der 77-jährige Wilfried Nagel. Er war selbst lange Zeit Chef im Verein, inzwischen wird er von seinem Sohn Andreas Nagel geleitet. „Der Buchstabe ist das Land und die Nummer ist die, unter der wir geführt wurden.“ 23 Mitglieder hat der Verein, davon sind 18 aktiv. Seit Freitag wird das Jubiläum in der Musikantenscheune im historischen Kremmener Scheunenviertel mit einer Ausstellung gefeiert.

Prämierte Enten

Prämierte Enten.

Quelle: Robert Roeske

Neben der Freude gibt es aber auch das Leid. „Es sind dieses Jahr etwa 100 Tiere weniger in der Schau als sonst“, sagt Wilfried Nagel. Das hat gleich mehrere Gründe: das schlechte Wetter im Sommer und die Stallpflicht im vergangenen Winter. „Es war extrem in diesem Jahr“, sagt Detlef Jaenisch, und Vereinschef Andreas Nagel ergänzt: „Wir durften die Enten erst Mitte Mai in die Freiheit entlassen.“ Das führte dazu, dass es wenig bis keinen Nachwuchs gibt, kein Ei sei befruchtet gewesen. Im Sommer kamen dann Wasser und Mücken dazu. „Im September war es ganz schlimm“, so Andreas Nagel. Die Mückenplage sei extrem gewesen, der Infektionsdruck auf die Kaninchen sehr hoch. Auch geimpfte Tiere seien betroffen gewesen.

Wilfried Nagel

Wilfried Nagel.

Quelle: Robert Roeske

Die Züchter fordern eine Lockerung der Stallpflicht. „Wir sind kleine Lichter“, sagt der Vereinschef. Was anderes sei es, wenn im Stall 20 000 Tiere seien, da sei die Infektionsgefahr höher. Für Geflügelzüchter schlagen die Kremmener stattdessen eine Netzpflicht vor. „Das würde uns schon helfen, denn unter einer Folie haben die Tiere Angst, und sie verlassen dann den Stall nicht“, sagt Detlef Jaenisch. „Die Politiker sagen, sie kümmern sich, aber Nägel mit Köpfen sind noch nicht gemacht worden“, beschwert er sich. „Wir leiden darunter. Sollte das kommenden Winter genauso extrem werden, dann werfen viele kleine Züchter das Handtuch“, befürchtet er.

Die Schau in der Musikantenscheune

Die Schau in der Musikantenscheune.

Quelle: Robert Roeske

Nichtsdestotrotz sollen sich die Besucher am Wochenende an den Tieren erfreuen. Hühner, Gänse, Enten, Kaninchen und Tauben sind in der Musikantenscheune zu sehen. Unter ihnen ein Zwerg-Australorps, ein Geflügel, das bei der Wertung das Siegel „vorzüglich“ erhalten hat. Darüber kommt nichts mehr.

Die Schau des Rassegeflügel- und Rassekaninchen-Zuchtvereins Kremmen findet am Wochenende in der Musikantenscheune im historischen Scheunenviertel statt. Geöffnet ist am Sonnabend von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag von 9 bis 14 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene einen Euro, Jugendliche ab zwölf Jahren zahlen 50 Cent, Kinder kommen kostenlos in die Schau.

Von Robert Tiesler

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