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Oberhavel Zuflucht auf Zeit
Lokales Oberhavel Zuflucht auf Zeit
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00:49 24.08.2014
Timo* (26) will nicht erkannt werden. Er lebt seit sechs Wochen in der Hennigsdorfer Obdachlosenunterkunft. Quelle: Marco Paetzel
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Hennigsdorf

„Meine Ex hat mich bei den Wohnungsgesellschaften schlecht gemacht, sodass ich in Hennigsdorf nichts mehr bekomme.“ Timos* Vater starb schon vor zwei Jahren, seine Mutter kämpft mit dem Krebs. Und auf die Couch von Freunden wollte er sich nicht mehr verlassen. Die Obdachlosenunterkunft im Hennigsdorfer Kommunikationszentrum (Hekze) der Pur (gemeinnützige Projekt- und soziale Regionalentwicklungs GmbH) war die letzte Zuflucht. Seine paar Quadratmeter teilt sich Timo mit einem 33-Jährigen, der viel trinkt. „Wir kommen aber zurecht.“ Die Wände sind kahl, auf dem Boden gibt es nicht mal Teppich. Der Raum erinnert an eine Zelle in der JVA. Timo hat hier Stuhl, Bett, Schrank. Radio oder Fernseher gibt es nicht. Besonders wohl fühlt er sich hier nicht. „Aber hier ist es immer noch besser, als auf der Straße zu leben.“

Sieben Männer und Frauen haben in diesem Jahr in den beiden kleinen Obachlosenzimmern gelebt. Die meisten haben einige Monate lang ihre Mieter nicht gezahlt, bis der Vermieter sie auf die Straße gesetzt hat. „Mietschuldner haben es ganz schwer, eine neue Wohnung zu finden“, sagt Julia Steinach, Leiterin des Hekze. Und so bleibt vielen nur der Weg in die Obdachlosenunterkunft. Doch länger als drei Monate bleibt selten jemand, so Steinach. Es gelten auch strenge Regeln. Alkohol ist verboten, zudem müssen sich die Bewohner regelmäßig melden. Und tagsüber darf niemand im Haus sein. „Die Bewohner sollen sich ja auf die Suche nach einer Wohnung machen“, sagt Julia Steinach. Mithilfe der Pur-Mitarbeiter klappt das in der Regel auch. Der Großteil der Bewohner findet eine neue Bleibe, viele sogar in Hennigsdorf oder Velten.

Auch bei der Suche nach einem Job oder dem Entzug helfen die Pur-Mitarbeiter. Im Rahmen des Projekts „Amboss“ bietet die Pur ein Coaching über 43 Wochen an, die Treffen mit den Klienten finden einmal wöchentlich statt. Mehr als 30 Menschen in Hennigsdorf und Oranienburg haben das Angebot, das von der Agentur für Arbeit genehmigt werden muss, in diesem Jahr wahrgenommen.

Timo hat sich in den vergangenen Wochen ein Dutzend Wohnungen in Velten angeschaut. Er hofft, dass einer der Vermieter ihn einziehen lässt. „Wenn es im nächsten Monat klappt, wäre das schon gut“, sagt Timo. Auch eine neue Frau hat er kennengelernt. Die ist allerdings inzwischen nach Mannheim gezogen. Für die Liebe würde Timo sogar hinterherziehen. Viel hält ihn in Hennigsdorf ja nicht mehr.

Von Marco Paetzel

*Name geändert

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