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Zugbetrieb nach Unfällen läuft wieder

Unbeschrankter Bahnübergang Grieben Zugbetrieb nach Unfällen läuft wieder

Nach der Kollision von zwei Autos mit Regionalbahnen am Übergang in Grieben im Löwenberger Land ist der Alltag wieder eingekehrt. Aufgrund zweier Unfälle blieb die Strecke für einige Tage gesperrt, bis Donnerstag. Seit Freitag rollen die Bahnen wieder. Die Fahrgäste mussten so lange den Schienenersatzverkehr in Anspruch nehmen

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Am Bahnübergang in Grieben fuhren jüngst zwei Autos in Regionalbahnen.

Quelle: Stefan Blumberg

Grieben. Der Bahnübergang in Grieben sticht ins Auge. Aus beiden Richtungen. Vier Andreaskreuze künden davon, dass ein Gleis über die Straße führt. Schranken gibt es keine. Die Kreuze sind Warnung genug. Tempo-30-Schilder sind ein weiterer Wink dafür, dass die Stelle gefährlich werden kann. Das Verkehrsaufkommen ist (sehr) überschaubar. Pkw rollen heran, die Fahrer vergewissern sich, ob kein Zug kommt. Bei den schweren Traktoren ist es nicht anders. Und doch krachte in den vergangenen zwei Wochen jeweils ein Auto in einen vorbeifahrenden Zug. Die Unfälle liefen zum Glück relativ glimpflich ab.

In einem Fall fuhr eine 57-Jährige – aus Grieben kommend und Richtung Glambeck fahrend – direkt in den Zug. Die Kita-Erzieherin hatte Glück, auch wenn sie ins Krankenhaus gebracht wurde. „Wenn man aus dem Dorf kommt, ist der Übergang schon schwieriger einzusehen“, sagt eine Griebenerin. Sie fährt die Straße nach Glambeck zwar nie, läuft aber regelmäßig dort entlang. „Ich sehe es öfter, wie manche dort langbrettern“, sagt sie, „auch wenn da ein 30er-Schild steht.“ Schwieriger sei es von der anderen Seite; vor allem, wenn dort noch der Mais auf dem Feld steht. Der war aber auch beim zweiten Unfall vor gut einer Woche bereits abgeerntet.

Ein Mann aus dem Kreis Ostprignitz-Ruppin rauschte geradewegs in die Regionalbahn 54, die zu dem Zeitpunkt von Rheinsberg nach Löwenberg fuhr. Sein Auto wurde etwa 100 Meter mitgeschleift. Auch dieser Fahrer besaß offensichtlich einen Schutzengel. Der 34-Jährige habe sich laut Zeugenaussagen lediglich einen Arm gebrochen. „Ich glaube, dass viele davon ausgehen, dass dort gar kein Zug fährt“, sagt ein Griebener, der eher mit dem Fahrrad unterwegs ist. „Jahrelang ging alles gut. Bis jetzt.“

Aufgrund der beiden Unfälle blieb die Strecke für einige Tage gesperrt, bis Donnerstag. Seit Freitag rollen die Bahnen wieder. Die Fahrgäste mussten so lange den Schienenersatzverkehr in Anspruch nehmen. „Ja, das hatte mit den Unfällen zu tun. Allerdings waren die Gleise nicht defekt“, sagt Corinna Alder, Pressesprecherin der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), die diese Strecke bedient. „Es ist so, dass uns aufgrund der Vorfälle Personal gefehlt hat. Beide Lokführer sind krankgeschrieben.“ Das hat die ohnehin angespannte Personalsituation bei der NEB, die in Brandenburg elf Linien betreibt und etwa 100 Zugführer beschäftigt, verschärft. „Wir haben noch versucht, Personal umzuschichten“, sagte Corinna Alder. Das sei jedoch nicht gelungen, weshalb am vergangenen Wochenende zwischen Löwenberg und Rheinsberg Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden musste. „Wir bekommen derzeit keine zusätzlichen Zugführer“, entschuldigte sich Alder. Die Strecke wurde anschließend für drei weitere Tage gesperrt.

Dass es genau am selben unbeschrankten Bahnübergang zweimal hintereinander zu Unfällen gekommen ist, hat für Corinna Alder nicht bestimmte Ursachen. „Ich kann jetzt nicht sagen, dass es sich bei dem Übergang um einen Unfallschwerpunkt handelt. Da liegen mir keine Informationen vor.“ Zumindest sei es ein ganz normaler Bahnübergang. Die Züge der RB 54 verkehren sechsmal täglich von Löwenberg nach Rheinsberg (und zurück), davon morgens und abends je einmal von Berlin nach Rheinsberg sowie abends zweimal von Rheinsberg nach Berlin.

Die Niederbarnimer Eisenbahn hat in Oberhavel offenbar kein Glück. Bereits im Sommer war bei einem Triebwagen der RB 12 in Zehdenick ein Schwelbrand entdeckt worden. Es kam zu einer starken Rauchentwicklung. Etwa 30 Passagiere mussten evakuiert werden. Verletzt wurde niemand. Der Bahnleiter reagierte geistesgegenwärtig und setzte einen Feuerlöscher ein. So konnte womöglich Schlimmeres verhindert werden. Einen Tag zuvor war ein Kleintransporterfahrer am Bahnübergang Klein-Mutz an der geschlossenen Halbschranke vorbei über die Gleise gefahren und wurde dort von der Regionalbahn erfasst und über 100 Meter mitgeschleift. Der Fahrer wurde verletzt, der Zugführer erlitt einen Schock. Corinna Alder: „Das alles kann man nicht verallgemeinern und auf Oberhavel beziehen. Woanders sind solche Unfälle auch möglich.“

Auf der Strecke Löwenberg bis Rheinsberg wurde der Verkehr am Freitag wieder aufgenommen.

Von Stefan Blumberg

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