Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Gute Handwerker werden immer gebraucht
Lokales Oberhavel Gute Handwerker werden immer gebraucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:04 16.09.2018
Höhepunkt am Tag des Handwerks auf dem Schlossplatz in Oranienburg: Die Freisprechung von 75 Auszubildenden aus dem Bereich der Handwerkskammer Potsdam. Quelle: Bert Wittke
Oranienburg

Steven Reitmann blickt gebannt auf das Mauerwerk, das Stein für Stein vor ihm aus dem Boden wächst. Ja, sagt der 15-Jährige, der am Sonnabend extra aus Berlin zum Tag des Handwerks auf den Oranienburger Schlossplatz gekommen war, einen solchen Beruf könne er sich vorstellen. Der junge Mann da vor ihm mache seine Arbeit wirklich gut. Damit meint er Devin Puls.

Devin Puls warb am Stand des Lehrbauhofes Oranienburg für den Maurerberuf. Quelle: Bert Wittke

Der 20-Jährige aus Nauen hat im Oranienburger Lehrbauhof Maurer gelernt und ist seit einem Jahr mit der Lehre fertig. Dass er sein Handwerk versteht, beweist die Tatsache, dass er Mitglied im Nationalteam des Deutschen Baugewerbes ist und an weltweiten Wettbewerben teilnimmt. Nächstes Jahr will er bei den Weltmeisterschaften in Russland dabei sein.

Zahlreich strömten am Sonnabend Leute auf den Schlossplatz und schauten sich interessiert an den Handwerksständen um. Und immer wieder bekamen sie von Meistern, Lehrausbildern und Firmenchefs zu hören, dass es sehr schwer geworden sei, junge Leute für Handwerksberufe zu begeistern.

Der 28-jährige Roland Kurczewski findet, dass Handwerker besser bezahlt werden sollten. Dann würden sich vielleicht wieder mehr junge Leute bereitfinden, einen solchen Beruf zu erlernen. Quelle: Bert Wittke

„Wir haben wenig Arbeiter, aber viele Baustellen“, sagte Roland Kurczewski. Der 28-jährige Oranienburger Maurer ist der Ansicht, dass die Leute besser bezahlt werden müssten. Schließlich werde in den Handwerksberufen oft sehr sehr hart gearbeitet. Viele junge Leute aber würden heutzutage schwere körperliche Arbeit ablehnen. Überdies sollte den Leuten, die einen schweren Handwerksberuf ausüben, Alternativen für die letzten Arbeitsjahre angeboten werden. Es sei doch unbestritten, dass ein Arbeitnehmer bis zum Erreichen der Rente nicht als Maurer oder Dachdecker auf der Baustelle stehen könne.

„Bei uns werden die Lehrlingsklassen inzwischen wieder größer“, verriet Gorn Damitz und rührte dabei emsig in einem großen Kessel. Der 28-Jährige Berliner absolviert eine Ausbildung zum Braumeister bei der Braumanufaktur Forsthaus Templin, die am Sonnabend auf dem Schlossplatz demonstrierte, wie Bockbier gebraut wird. Ihm mache die Ausbildung viel Spaß, beteuerte der 28-Jährige, der sich sicher ist, nach der Ausbildung einen Job zu finden.

Gorn Damitz am Sonnabend auf dem Schlossplatz in Oranienburg beim Brauen von Bockbier. Der 28-jährige Berliner lernt bei der Braumanufaktur Forsthaus Templin den Beruf des Braumeisters und ist im ersten Lehrjahr. Quelle: Bert Wittke

Brauereien gebe es inzwischen schließlich sehr viele. Die entscheidende Frage sei immer, wie lange sie sich gegenüber der Konkurrenz behaupten können.

Höhepunkt am Tag des Handwerks in Oranienburg war die Freisprechung von 75 Auszubildenden aus dem Bereich der Kreishandwerkskammer Potsdam. „Seien Sie stolz“, forderte Kreishandwerksmeister Norbert Fischer die jungen Leute auf. „Sie werden gebraucht!“

Die Wirtschaft braucht gute Handwerker – vom Bäcker bis zum Kfz-Mechatroniker. Quelle: Bert Wittke

Die Wirtschaft halte ständig Ausschau nach guten Fachkräften. Jeder vierte Ausbildungsbetrieb würde gerne die Zahl der Lehrlinge erhöhen, wenn er denn welche finden würde. Ausbildungsklassen zu schließen, sei jedoch ein falsches Zeichen seitens der Politik. Besser wäre es in Maßnahmen und Aktionen zu investieren, die dem Nachwuchs das Erlernen eines Handwerksberufes wieder schmackhafter und lohnenswerter machen. In diesem Sinne ließen die freigesprochenen Junggesellen Luftballons in den Himmel steigen und verbanden damit die Hoffnung, in ihrem gewählten Job stets berufliche Erfüllung und gesellschaftliche Anerkennung zu finden.

Ein Herz für das Handwerksberufe, weil es ohne sie nicht geht, fordern nicht nur die Dachdecker. Quelle: Bert Wittke

Von Bert Wittke

An der Kandidatur von CDU-Kandidat Egmont Hamelow für die Landratswahl im Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin wird im Kreis Oberhavel heftige Kritik geübt. Was sagt Oberhavels Landrat Ludger Weskamp dazu?

14.09.2018

Die Redaktionsräume der MAZ waren am Freitagvormittag Schauplatz der Fußball-Kreispokal-Auslosung. Für die Frauen wurden die Viertelfinal-Ansetzungen ausgelost, für die Männer ging es um die Partien der 3. Runde. Losfee Kathrin Koczessa bewies ein gutes Händchen.

14.09.2018

Die Stadtverwaltung in Hohen Neuendorf zieht ab 17. September aus dem Altbau in den fertig gestellten Rathausanbau. Für die Bürger steht in den Umzugstagen nur ein eingeschränkter Service zur Verfügung.

15.09.2018