Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Zurück in die Steinzeit

Archäotechniker Eckhard Czarnowski nimmt Löwenberger Fünftklässler weit in die Vergangenheit mit Zurück in die Steinzeit

Es war zwar nicht sein letztes Hemd, das Louis Meyer-Breitländer für den Geschichtsunterricht hergegeben hat, aber immerhin ein Büschel Haare. Der jungen Mann aus der 5b der Libertasschule hielt für einen Versuch freiwillig seinen Lockenkopf hin.

Voriger Artikel
Alles andere als ein Kinderspiel
Nächster Artikel
Lücken im Stundenplan
Quelle: Bert Wittke

Löwenberg. Waren Steinzeitmenschen in der Lage, Werkzeuge herauszustellen, die ähnlich scharf wie eine Schere sind? Sie waren es! Zwei Steine gegeneinander geschlagen, bis ein scharfkantiges Stück abbricht. Damit lassen sich in der Tat Haare stutzen.

Die Mädchen und Jungen der Klasse 5b, für die seit diesem Schuljahr eine Wochenstunde Geschichte im Lehrplan steht, haben gestern ihre Fachlehrerin Sabrina Zeller für zwei Stunden gegen Eckhard Czarnowski "eingetauscht". Der Mann kommt aus Freiburg und ist Archäotechniker. "Ich baue für Museen Werkzeuge der Steinzeitmenschen nach "erklärte er. Denn die Originale, die ausgestellt sind, seien zu einmalig, um aufs Spiel zu setzen, dass sie durch Berührungen von Ausstellungbesuchern beschädigt werden. Aber was er baue, so der Steinzeit-Experte, sei bezüglich der Größe und des verwendeten Materials "absolut echt". Darüber hinaus versuche er zu ergründen, wie die Steinzeitmenschen Werkzeuge, Waffen und andere Gebrauchsgegenstände wie zum Beispiel Äxte, Sicheln, Hacken oder auch Speere hergestellt haben.

Erst lauschten die Schüler andächtig, dann durften sie selbst Hand anlegen. Schleifen, so hatten sie erfahren, sei die wichtigste Arbeitstechnik der Steinzeit gewesen. Und so bearbeiteten sie Holzstückchen - , in die sie zuvor mit hölzernen Bohrern Löcher "gedreht" hatten -, indem sie das Holz über flache Steine schliffen. "Das wird ein Kettenanhänger", sagte Fabian Schenk. Den wolle er seiner fünfjährigen Schwester Lilly schenken. Julie Lepke probierte indes, ob sich ihre schönen langen Haare auch mit einem hölzernen Steinzeitkamm glätten lassen. Und die Möglichkeit, mit der von Steinen abgewaschenen Farbe Tätowierungen zu machen, schien vor allem Paul Mühlenhaupt zu interessieren. Er schrieb sich mit "roter Farbe" "FCB" auf den Unterarm, damit auch jeder sieht, dass er Fan des FC Bayern ist. Die gab' s zwar damals noch nicht, doch das war dem elfjährigen Großmutzer herzlich egal.

Trotz Regens ging's zum Schluss heiß her. Unterm Vordach des Nebeneingangs der Schule bemühte sich Eckhard Czarnowski, mit Funken eines Feuersteins Zunder zu entzünden. Als es ihm schließlich gelang, war auch dem letzten Fünftklässler klar: Die Steinzeitmenschen waren pfiffige Leute.

Von Bert Wittke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg