Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Zurück zu den Wurzeln

Germendorf Zurück zu den Wurzeln

Ortsvorsteher Olaf Bendin ist unter die „Neubauern“ gegangen und züchtet Zebus. Dafür hat er Wiesen auch gepachtet. Der SPD-Stadtverordnete mahnt, den am Montag zur Entscheidung stehende CDU-Antrag, über alle Außenbereiche der Stadt einen B-Plan zu legen, um die Legehennenanlagen zu verhindern, gut zu überdenken. Er könnte das Gegenteil bewirken.

Voriger Artikel
Wackliger Turm und zu wenig Platz
Nächster Artikel
Sauna steht plötzlich in Flammen

Olaf Bendin mit „Klara“, einem der 40 ostasiatischen Buckelrindern, die er seit 2014 züchtet.

Quelle: Enrico Kugler

Germendorf. Germendorfs Ortsvorsteher, SPD-Stadtverordneter und Inhaber einer Firma für Sanitär- und Heizungsinstallation, Olaf Bendin, findet beruflich zurück zu seinen Wurzeln. „Mein Vater war Landwirt im Nebenerwerb, meine Mutter stammt von einem Bauerhof in Kremmen und hat die Landwirtschaft erlernt. Ich bin damit aufgewachsen, das steckt in mir drin“, sagt er. Und ruft nach Klara, Bruno, Yvonne und Rudi. Das sind vier seiner 40 Rinder zählenden Herde Zwerg-Zebus, die mit der Flasche gepäppelt worden sind. Sie sind recht zutraulich, die anderen Artgenossen stehen weit weg auf der Weide.

Professionell züchtet Olaf Bendin seit 2014 diese ostasiatischen Buckelrinder. Die werden etwa 1,40 Meter groß, bringen bis 350 Kilogramm auf die Waage und stehen drei Jahre auf der Weide. Sie fressen ausschließlich Gras und Heu, genügsame Tiere. „Ihr Fleisch ist besondern cholesterinarm.“ Ab Juni erwartet der Germendorfer 18 Jungtiere und allmählich soll die Herde auf 100 Tiere anwachsen. Olaf Bendin geht damit unter die „Neubauern“ im Ort. Nein, sonst gebe es keinen Landwirt in Germendorf, sagt der Ortsvorsteher. Bendin ist 54 und will sich damit ein neues berufliches Standbein schaffen.

Die Sanitärfirma in der Ortsmitte gehört ihm noch, „ist aber schon halb in der Hand meines Sohnes Sascha.“ Der jüngere Sohn Hannes, Elektrikermeister von Beruf, habe mit ihm das Zebu-Zucht-Projekt auf den Weg gebracht. „In diesem Jahr werden wir das erste Mal schwarze Zahlen schreiben mit dem Fleischverkauf.“ Geplant ist eine eigene Schlachtung auf dem Grundstück an der Hohenbrucher Straße. Für die Zebus bewirtschaftet Bendin derzeit 30 Hektar Land, hat es gekauft, aber vor allem gepachtet. Wiesen, die im Außenbereich der Stadt liegen.

Nach einem Vorschlag der CDU-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung soll für alle Flächen im Außenbereich am Montag ein B-Plan „Tierhaltungsanlagen Oranienburg“ auf den Weg gebracht werden. So der Vorschlag im Hauptausschuss vor 14 Tagen. Ziel ist es, mit dem B-Plan auf die Ansiedelung der geplanten Legehennenanlagen bei Zehlendorf und Schmachtenhagen Einfluss nehmen und sie letztlich dort verhindern zu können. Diese Idee fand spontan große Unterstützung, auch bei seinen Parteikollegen der SPD. „Wir haben das aber in der Fraktion am Dienstag heiß diskutiert“, so Bendin.

„Wir müssen dabei dann auch Ausweichstandorte ausweisen.“ Mit ausgewiesenen Standorten, so befürchtet er, „erreichen wir möglicherweise das Gegenteil und locken Anlagen für Legehennen, Bullenzucht oder Schweinezucht geradezu an, statt abzuschrecken“. Zudem treibe das die Pachtpreise für umliegendes Futter-Weideland in die Höhe, die die Tierhaltungsanlagen ja brauchen. Das Nachsehen hätten Reiterhöfe oder kleine Bauern wie auch er. „Mit dem Beschluss könnten wir die Ansiedelung von Tierhaltungsanlagen forcieren, statt abwenden. Außerdem bevormunden wir alle Leute mit Grundstücken im Außenbereich.“ Vielleicht sei es aber auch ein gangbarer Weg, räumt er ein. Seine Meinung: Nicht gleich die Aufstellung eines B-Planes am Montag zu beschließen, „sondern erst mal einen Prüfauftrag“, um Risiken abzuchecken und ganz genau zu überlegen.

Von Heike Bergt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg