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Oberhavel „Zuständigkeiten sind klar umrissen“
Lokales Oberhavel „Zuständigkeiten sind klar umrissen“
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10:15 08.08.2017
Die 27-jährige Hundehalterin aus Bergfelde mit Husky Angel (l.) und Cooper, einem stattlichen Alaskan Malamute. Quelle: Helge Treichel
Oberhavel

„Themen rund um den Hund scheinen stets geeignet zu sein, die Gemüter zu erhitzen, zumeist verbunden mit einem Ruf nach dem Ordnungsamt“, stellt Glienickes Bürgermeister Hans G. Oberlack nach dem MAZ-Artikel „Ärger mit Hunden im Wald“ fest. „Allerdings sollte die Behandlung auf Basis von rechtlichen und sachlichen Fakten erfolgen“, fügt er mit Blick auf die zitierten Äußerungen aus der Forstbehörde hinzu. Denn rechtlich betrachtet seien Streifengänge auf Forstflächen zum Durchsetzen des Leinenzwanges keine Angelegenheit des Ordnungsamtes, sondern der Forstverwaltung. Bissvorfälle wiederum würden vom Ordnungsamt verfolgt. „Damit sind die Zuständigkeiten klar umrissen“, so Oberlack in einer gemeinsamen Stellungnahme von Glienicke, Hohen Neuendorf und dem Mühlenbecker Land.

Eine zweckgebundene Zuordnung von allgemeinen Steuereinnahmen sei „haushaltstechnisch nicht möglich“, so Oberlack verärgert über diesbezügliche Äußerungen von Forstvertretern. Informierende und klärende Gespräche zu diesen Sachverhalten habe es bereits vor vier Monaten gegeben. „Sachlich nicht belegt“ sei die Aussage, dass in Schildow und Glienicke „noch schlimmere Zustände“ herrschen als in Bergfelde. Die Zahl der Bissvorfälle sei in allen drei Gemeinden gleich niedrig, mit je einem Vorfall in diesem Jahr.

Die Zuständigkeiten seien ihm durchaus bewusst, sagt Frank-Michael Hintze, Leiter der Oberförsterei Neuendorf. Aus diesem Grund habe er bewusst von einer „Mitverantwortung“ gesprochen. Und die sehe er insbesondere in den urban geprägten und zerstückelten Waldgebieten in der Nähe zu Berlin. „Ich meinte hier zum Beispiel die Aufstellung von Schildern in stadtnahen Waldgebieten oder die Einrichtung von Hundeauslaufgebieten.“ Dafür habe seine Behörde gar kein Budget. Zudem gebe es gerade dort „viele öffentliche Wege, die durch den Wald führen“. Und für die seien die Ordnungsämter zuständig. Als Beispiel führte er den Mauerweg an, der sogar befestigt und beleuchtet sei. Solche Sonderfälle müssten identifiziert und gemeinsam besprochen werden, sagt Hintze. Keinesfalls sei es die Absicht gewesen, Zuständigkeiten zwischen Behörden hin und her zu schieben. Für regelmäßige Kontrollen aber sei die Personaldecke zu sehr ausgedünnt.

Die Verantwortlichen der drei Kommunen hoffen, dass der vorliegende Fall dazu beiträgt, die Zuständigkeiten zwischen den Kommunalverwaltungen und der Forstbehörde endgültig aufzuzeigen, so Bürgermeister Oberlack. Die Regeln seien „zum Schutz und für den Interessenausgleich gemacht worden“. Am Ende „führen nach unserer festen Überzeugung auch in diesem Thema nur Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme zum Erfolg“, sagt Oberlack.

Mehr Rücksichtnahme, aber auch Kontrollen hatte eine Begfelder Hundehalterin gefordert. Sie hatte sich kürzlich an die MAZ gewandt, da sie selbst und ihre Tiere im Wald rund um den Herthasee in Bergfelde bereits mehrfach von freilaufenden Hunden attackiert wurden. Sie hatte an das kommunale Ordnungsamt und die Forst geschrieben und sich geärgert, weil sich die Behörden gegenseitig die Verantwortung zuschoben.

Von Helge Treichel

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