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Oberhavel Zwei Jahre Gefängnis für langes Sündenregister
Lokales Oberhavel Zwei Jahre Gefängnis für langes Sündenregister
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02:15 07.01.2018
Das Schöffengericht in Oranienburg hat am Donnerstag einen Oranienburger Straftäter zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Quelle: dpa
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Oranienburg

Nach zwei langen Verhandlungstagen des Schöffengerichtes, die noch Ende des Jahres 2017 stattfanden (MAZ berichtete), ging am Donnerstag der Prozess gegen den Oranienburger Manuel T. zu Ende. Er wurde in allen neun Anklagepunkten für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Aufgrund seiner vielen Vorstrafen und der Tatsache, dass er die Straftaten während einer Bewährungszeit beging, muss der 30-Jährige die zwei Jahre absitzen. Hinzu kommen noch weitere eineinhalb Jahre, die er wegen eines anderen Deliktes verbüßen muss. Deshalb sitzt er bereits in Haft. „Mit geringen Abweichungen folgte das Gericht im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwältin“, begründete der Vorsitzende Richter das Urteil. Sie hatte zwei Jahre und drei Monate Gefängnis verlangt. Der Verteidiger plädierte auf ein Jahr, mit der Hoffnung auf Aussetzung der Strafe zur Bewährung. „Das Hauptproblem, das über allem schwebt, sind Drogen und Alkohol“, argumentierte der Anwalt. Dagegen betonte das Gericht, dass der Verurteilte trotz der Drogen und Alkoholisierung bei den angeklagten Taten nicht vermindert schuldfähig war. Dass hätten alle Zeugen übereinstimmend bestätigt. Es waren in den drei Prozesstagen rekordverdächtige 36!

Hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung aller im Jahr 2016 vom Angeklagten begangenen Straftaten, die sich mit einer Ausnahme in Oranienburg ereigneten: Bei einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit Paul W. auf der Pferdeinsel, schlug Manuel T. diesem mit einer Wasserflasche lebensbedrohlich auf den Kopf. An einem anderen Tag bedrohte er diesen mit einem Gummihammer und versuchte ihn ernsthaft zu treffen. Dass geschah kurioserweise auf den Treppenstufen der Oranienburger Polizeiwache in der Berliner Straße. Ein weiteres Opfer war Daniela S., die sich am Henriettensteg in Oranienburg einen Faustschlag einfing.

Gleich sechsmal gab es Anzeigen wegen Sachbeschädigung gegen den Oranienburger. So beschmierte er an verschiedenen Tagen den Flur im alten Gebäude des Runge-Gymnasiums, einen Hänger an der Rettungsstelle des Oranienburger Krankenhauses, den Vorraum des Rewe-Marktes in Leegebruch und das Schaufenster der „Subway“-Gaststätte in der Oranienburger Schulstraße. Auch ein teurer Werbeaufsteller vor dem „Subway“ wurde von dem Angeklagten kaputt getreten.

Von einem Wachmann wurde Manuel T. beim Sprayen im Hangar des Flugplatzes überrascht. Beim Flüchten riss er den Mann zu Boden. Dieser verletzte sich dabei erheblich an der Hand. Durch Fingerabdrücke auf der Spraydose wurde der Angeklagte überführt.

Außerdem kommen noch der Diebstahl geringwertiger Gegenstände – drei Kiwis, die Manuel T. bei Kaufland geklaut hatte – und eine nicht bezahlte Taxifahrt im Wert von 12,50 Euro auf sein Konto.

Alles zusammen brachte dem Angeklagten nun die bereits erwähnte Freiheitsstrafe ein. War es dass Wert? Wohl bestenfalls dann, wenn er dadurch gezwungenermaßen von den Drogen und dem Alkohol weg käme.

Von Helmut Schneider

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