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Helfen ist Herzenssache

Zwei Oranienburger arbeiten bei der Tafel Helfen ist Herzenssache

Sie haben es selbst nicht gerade dicke: Sabine und Harald Borchert aus Oranienburg sind seit 2008 an der Oranienburger Tafel stundenweise beschäftigt. Es ist ihnen Herzensangelegenheit, zu helfen. Dabei brauchen sie selbst das Tafelangebot auch.

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Harald Borchert mit Talisman „Pauline“, die immer mit auf Tour geht, wenn der Oranienburger Lebensmittel einsammelt

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Harald Borchert klettert vom Bock seines Liefer-Lkw. Er schwitzt. Die erste Tour ist geschafft. Er hat unter anderem Weintrauben abgeholt, Pfifferlinge und Wurst. Seit inzwischen sieben Jahren fährt der 53-Jährige für die Oranienburger Tafel. Sammelt Spenden von Rewe, Lidl, Netto, Edeka ein, fährt dafür bis Strausberg und Berlin. Das, was nicht abgegangen, aber trotzdem völlig in Ordnung ist. In diesem hochsommerlichen Tagen muss alles schnell ausgeladen und verteilt werden. In die Kühlzellen oder gleich in die Kisten, die sich Bedürftige einmal in der Woche an der Tafel gegen vier Euro abholen können. „Meckerköppe gibt es überall. Aber die meisten sind dankbar“, findet der Oranienburger.

Zu den Frauen, die die Waren auspacken, gehört auch seine Frau Sabine (50). 2001 waren sie aus Wusterhausen aus familiären Gründen nach Oranienburg gezogen. Sie arbeitete als Reinigungskraft, Harald auf dem Bau als Maurer oder Dachdecker. Jobs, die irgendwann gesundheitliche Probleme brachten. Seit 2008 sind sie _ mit Unterbrechungen _ über verschiedene gefördert Maßnahmen bei der Oranienburger Tafel in der Strelitzer Straße beschäftigt. Aktuell als Ein-Euro-Jobber vier Stunden täglich. Tafelchefin Viola Knerndel ist heilfroh, dass sie die beiden hat: „Sie sind immer da, helfen, wenn es nötig ist. Packen immer und überall zu, wenn Not am Mann ist.“ Jeden Morgen um 8 Uhr treffen sich alle Mitarbeiter zu einer Tasse Kaffee, dann geht es los. Die Transporter rollen vom Hof, Lebensmittel werden sortiert und gepackt, in der Regel für den nächsten Tag. Kommt drauf an, wie warm es ist und ob es schnell Verderbliches zu verteilen gibt. An diesem Tag sind 104 Kisten zu packen. Gerecht soll es dabei zugehen. Salat, Möhren, Kartoffeln, Äpfel, Bananen gibt es heute: „Wir verteilen es so, dass möglichst jeder eine Mahlzeit daraus zubereiten kann“, sagt Sabine Borchert.

„Die Leute sind doch auf uns angewiesen“, begründet Sabine Borchert, warum sie gern und immer an der Tafel hilft. „Und zu Hause haben wir nur zwei Katzen zur versorgen“, ergänzt ihr Mann mit einem Lachen. „Es tut mir in der Seele weh, wenn die alten Leute hier herkommen müssen, haben ein Leben lang gearbeitet und trotzdem kein Geld“, sagt die Oranienburgerin. Dabei haben es die Eheleute selbst nicht gerade dicke. Freitags stellen sich sie bei der Tafel an. „Wir teilen dann mit unserer Tochter.“ Ende September läuft für die beiden ihr Ein-Euro-Job aus. Harald hat ganz gute Aussichten, als Fahrer weiter unterwegs zu sein. Sabine weiß noch nicht. Und hofft einfach. „Ich würde auch ehrenamtlich weitermachen.“

Von Heike Bergt

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