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Oberhavel Zwei Schildower im Auslandseinsatz
Lokales Oberhavel Zwei Schildower im Auslandseinsatz
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16:26 25.06.2016
Christian Knaak zeigt den ukrainischen Feuerwehrkollegen mit Hilfe eines Dolmetschers das Tanklöschfahrzeug und die Pumpentechnik.
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Schildow/Mukatschewo

Christian Knaak ist Feuerwehrmann mit Leib und Seele – und der 33-Jährige steht auf Lkw-Oldtimer. Bereits als Jugendlicher schraubte er an einem Lanz-Bulldog, während andere am Moped bastelten. Vom 9. bis 13. Juni hatte er sich auf eine Mission begeben, die beide Leidenschaften verbindet. Gemeinsam mit Feuerwehrkollege Leonhard Hildebrand brachte er ein Mitte Mai im Löschzug Schildow ausrangiertes Tatra-Tanklöschfahrzeug zum 1300 Kilometer entfernten neuen Einsatzort in die Ukraine.

Die gesamte Feuerwehrtruppe kommt zusammen, um das neue alte Auto in Empfang zu nehmen. Quelle: Privat

Seine Idee war es auch, den 31 Jahre alten Tatra nicht einfach zu verschenken oder zu verschrotten. „Mir war klar, dass der viel mehr Wert ist“, so Knaak. Die daraufhin initiierte Ausschreibung entschied Textilfabrikant Gerhard Haas aus Markneukirchen im Vogtland mit einem Angebot von gut 20.000 Euro für sich. Obwohl der selbst Oldtimer sammelt und Vize-Feuerwehrchef in seinem Heimatort ist, schenkte er das gepflegte Liebhaberstück aus Schildow der 80.000-Einwohner-Stadt Mukatschewo. Als Dank, denn beim Bau einer neuen Produktionsstätte bekam er selbst viel Unterstützung.

Das Wichtigste für die Ukrainer: universell eingesetzter Löschschaum. Quelle: Privat

Die Fahrt dorthin sowie die gesammelten Eindrücke von Land und Leuten empfindet Christian Knaak als kleine – übrigens privat finanzierte – Abenteuertour. Damit meint er nicht die sieben Stunden Wartezeit an der EU-Außengrenze in Ungarn – trotz einwandfreier Zollpapiere. Ziemlich erstaunt haben ihn vielmehr die Arbeitsbedingungen der Feuerwehrkollegen in Mukatschewo, die für ihren Hauptberuf nur rund 100 Euro pro Monat bekommen – selbst für ukrainische Verhältnisse ein Hungerlohn. Alle halten sich deshalb mit Zweit- und Drittjobs über Wasser. Nicht einmal für Diesel ist genug Geld da. Die Schutzkleidung ist international bunt zusammengewürfelt. Und weil die Fahrzeuge in der Wache mit vollem Wassertank aufsetzen würden, müssen sie vor jedem Einsatz erst befüllt werden. Entsprechend sei die Moral und Einstellung der Einsatzkräfte.

Die Fahrzeughalle in der Ukraine. Quelle: Privat

Deshalb machte der spritzige Schildower in Mukatschewo eine gute Figur. Er präsentierte sich besser in Schuss als die vorhandenen Fahrzeuge, die laut Typenschild nur halb so alt sind, sagt Knaak. Besonders wichtig war den Ukrainern die Möglichkeit, Schaum einzusetzen. Wegen Wassermangels, es gibt keine Hydranten, kommt der in jeder Situation zum Einsatz. Bei der Schaumprobe auf offener Straße hatten die Einheimischen nur nicht bedacht, dass der deutsche Schaum um Stunden länger hält. „Aber da hat sich keiner eine Platte gemacht.“, sagt Knaak grinsend. „Nicht mal die Polizei, die ihrerseits ständig mit Blaulicht unterwegs ist.“

Die praktische Aufrolltechnik für Schläuche war den SChildowern neu. Quelle: Privat

Auf der Rücktour machten die beiden Schildower noch einmal in Markneukirchen Station – und fuhren Sammlerstücke zur Probe. Sie testeten unter anderem die Geländegängigkeit eines Militär-Lkw aus russischer Produktion, den der Besitzer in den 1990er-Jahren günstig erstanden hat – und waren beeindruckt. Die Ukraine-Tour wird Knaak, gelernter Kfz-Nutzfahrzeugschlosser, so bald nicht vergessen: „Das waren wirklich erlebnisreiche Tage.“

Knaak bei einer Testfahrt mit dem vogtländischen Sammlerstück. Quelle: Privat

Von Helge Treichel

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