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Oberhavel Zweiräder sind sein Leben
Lokales Oberhavel Zweiräder sind sein Leben
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09:43 25.08.2017
Der 37-jährige Tobias Braatz in seiner Werkstatt in Liebenwalde, Breite Straße 4.  Quelle: Bert Wittke
Liebenwalde

 Was kann es Schöneres geben, als das Hobby gleichzeitig auch zum Beruf zu machen? Tobias Braatz ist so ein Glückspilz. Der 37-Jährige liebt alles, was rollt, besonders aber all jene Fortbewegungsmittel, die zwei Räder besitzen. Als er noch in Berlin lebte, ist er sogar Radrennen gefahren und war beispielsweise 2008 Vizemeister bei den Internationalen Deutschen Scooter Meisterschaften. Schon damals hat er in jeder freien Minuten an Zweiräder herummontiert und geschraubt. Diese Leidenschaft und der Drang, sich in dem Metier selbstständig zu machen, sowie die große Liebe seines Herzens haben ihn schließlich über die Station Klosterfelde (Barnim) nach Liebenwalde geführt. Das war 2013. Seither betreibt er dort, in der Breiten Straße 4, ein Dienstleistungsunternehmen, dass er Bike Street genannt hat. Bike Street, so erklärt der 37-Jährige, nenne man in den Staaten die Radwege. Und weil die Region rund um Liebenwalde eine Menge Pisten für Pedalritter besitzt, und unter anderem direkt am internationalen Radfernweg Berlin-Kopenhagen liegt, habe er sich für Bike Street entschieden.

Der gelernte Zweiradmechaniker bei der Reparatur eines Fahrrades in seiner Werkstatt. Sein Motto: Qualität ist die beste Visitenkarte. Quelle: Bert Wittke

 Seine Visitenkarte ist lang: „Zweiradservice und mehr, Ersatzteilservice, Simson, MZ, Roller, Motorräder und Gartengeräte sowie Transportservice aller Art“. Ganz schön vielseitig und in der Tat ist Tobias Braatz das, was man landläufig als Allrounder bezeichnet. Ob jemand die Kette vom Fahrrad gesprungen oder der Zahnkranz kaputt ist, ob der Rasenmäher bockt oder eine Durchsicht braucht, ob der Antrieb des E-Bikes streikt oder die Zündkerze des Mopeds verölt ist, ob der Rollstuhl nicht mehr funktioniert oder jemand der Sinn nach der Anschaffung eines ganz neuen Zweirades steht – der gelernte Zweiradmechaniker hilft. Und das sogar rund um die Uhr, denn Tobias Braatz bietet einen 24-Stunden-Notdienst an. „Ist doch schön, wenn ich den Leuten weiterhelfen kann“, sagt er. „Wenn der Radler zufrieden und mit einem Lächeln im Gesicht von meinem Hof rollen, ist alles gut.“

Über einen Mangel Arbeit hat sich der Liebenwalder, der jetzt bereits seit rund 17 Jahren als Zweiradmechaniker seine Brötchen verdient, noch nie beklagen müssen. Im Gegenteil! Längst nicht alle Menschen auf dem Land könnten es sich leisten, mit dem eigenen Pkw unterwegs zu sein. Viele Leute seien mit dem Fahrrad unterwegs und darauf angewiesen, das es zuverlässig rolle. Deshalb sei es wichtig, neben der Qualität der Reparaturen auch schnell zu arbeiten. Da wird denn der Tag für Tobis Braatz, dessen Bike Street ein Ein-Mann-Unternehmen ist, ganz schnell mal zur Nacht. Aber der 37-Jährige stöhnt nicht. „Zweiräder sind mein Leben und den Job hier mache ich aus Passion“, sagt er. Und das nicht nur zur Freude der Einheimischen, sondern auch zur Freude zahlreicher Zweiradtouristen. Deren Zahl, so Tobias Braatz, nehme ständig zu. Dieses Jahr seien es bemerkenswert viel Franzosen gewesen, denen er schon mit kleinen Reparaturen habe weiterhelfen können. Aber auch Engländer und Australier würden Liebenwalde ganz gern auf zwei Rädern durchradeln. „Ich finde es deshalb gut, dass der Bau von Radwegen gefördert wird“, sagt der eingefleischte Zweiradschrauber. Allerdings müsse in der Folge auch dafür gesorgt werden, dass die Radwege in Ordnung instandgehalten werden. Dafür müssten unbedingt Gelder eingeplant werden.

Tobias Braatz bei einem Rennen auf dem legendären Sachsenring. Quelle: privat

Weiterhin investieren will auch Tobias Braatz. Zum einen in die Werkstatt in Liebenwalde , die etwas beengt und deshalb schrittweise ausgebaut werden soll, zum anderen in seine Fähigkeiten und Fertigkeiten. Denn auch bei Zweirädern verlaufe die Weiterentwicklung unheimlich rasant. So seien gegenwärtig schon beinah 50 Prozent der Radler mit modernen E-Bikes unterwegs. Da gelte es, immer auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben und sich fleißig zu belesen, damit der Job auch weiterhin Spaß macht und die Kundschaft zufrieden ist.

Von Bert Wittke

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