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Zweiter Brand in einer Woche

Velten Zweiter Brand in einer Woche

In der Nacht zu Mittwoch hat es in Velten erneut gebrannt. In Flammen stand diesmal eine Gartenlaube in der Ernst-Thälmann-Straße, nicht weit entfernt von der Jacob-Plohn-Straße, in der es am Sonntag bereits ebenfalls zu einem Großeinsatz der Feuerwehr gekommen war.

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Der Morgen danach: Die verkohlten Überreste der abgebrannten Gartenlaube.

Quelle: Ulrike Gawande

Velten. In Velten geht zur Zeit die Sorge vor einem Feuerteufel um. „Wir haben Angst, so kann das nicht weitergehen“, macht sich auch Monique Beständig, eine Anwohnerin aus Velten-Süd, große Sorgen.

Denn die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Velten mussten in der Nacht zu Mittwoch zum zweiten Mal innerhalb von nur zwei Tagen ausrücken. Eine Polizeistreife hatte um 0.09 Uhr einen Brand in der Ernst-Thälmann-Straße gemeldet, die sich in Sichtweite des Hauses in der Jacob-Plohn-Straße befindet, wo es zuletzt in der Nacht zu Montag gebrannt hatte. In Flammen stand dieses Mal eine 28 Quadratmeter große, massive Gartenlaube, die bei dem Brand komplett zerstört wurde. „Uns sind Gasflaschen in der Laube um die Ohren geflogen“, berichtet Stadtbrandmeister Heiko Nägel, der mit 14 Kameraden aus Velten und 15 der Hennigsdorfer Wehr bis morgens um 3 Uhr im Einsatz war. Da das Dach der Laube aus Wellasbest bestand, sei es zudem kein leiser Einsatz gewesen, so Nägel, darauf Bezug nehmend, dass Anwohner glauben, knallende Feuerwerkskörper gehört zu haben. Es gab jedoch keine Verletzten.

Die Brandursache ist bislang noch ungeklärt. Eine Brandstiftung kann aber nicht ausgeschlossen werden. Die Polizei beendete ihren Einsatz vor Ort kurz vor 4 Uhr. Mehrere Kriminaltechniker waren jedoch am Mittwochmorgen erneut im Einsatz, um den Brandort auf Spuren absuchen. Ob ein Zusammenhang mit anderen Bränden besteht, wird von der Polizei überprüft. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte Polizeisprecherin Dörte Röhrs.

Die Kriminalpolizei ermittelte am Mittwochmorgen am Brandort

Die Kriminalpolizei ermittelte am Mittwochmorgen am Brandort.

Quelle: Ulrike Gawande

Denn schon am Sonntag musste die Wehr bereits zum dritten Mal in fünf Wochen ausrücken, um einen Brand in einem Aufgang der Jacob-Plohn-Straße zu löschen (MAZ berichtete). Erst hätten eine Matratze, dann Stapelstühle und Papier, und zuletzt zwei komplette Kellerverschläge gebrannt, berichtet Nägel. 80 Anwohner mussten evakuiert werden. Bereits im März 2016 waren ebenfalls wegen eines Kellerbrandes im selben Häuserblock 135 Wohnungen evakuiert worden.

Die Anwohner jedoch sind überzeugt, dass ein Brandstifter sein Unwesen treibt. „Da gefährdet jemand viele Menschenleben“, sagt eine Bürgerin, die ihren Namen nicht nennen möchte. Man vermutet, dass jemand mit den Bränden Aufmerksamkeit erregen will.

Fahrräder und ein Steingrill blieben von den Flammen verschont

Fahrräder und ein Steingrill blieben von den Flammen verschont.

Quelle: Ulrike Gawande

Auch der Stadtbrandmeister findet die Häufung der Einsätze – „bei aller Vorsicht“ – auffällig. Es sei nicht normal, dass es dreimal hintereinander in einem Aufgang brenne. „Innerhalb von zwei Tagen zwei größere Brände, da stellt man sich die Frage, ob nicht jemand mutwillig nachgeholfen hat.“ Besonders schlimm sei vor allem, dass besonders bei den Kellerbränden in den Mehrfamilienhäusern stets Menschen in Gefahr gebracht werden, so Nägel. „Da habe ich kein Verständnis für. So etwas kann man nicht dulden, wenn gezielt Leib und Leben in Gefahr gebracht werden.“

Auch in der Veltener Stadtverwaltung ist man beunruhigt. „Wir sind besorgt über die Anzahl der Brände in den letzten Tagen und Wochen“, erklärt Pressesprecherin Ivonne Pelz. Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) weilt derzeit im Urlaub. Die Stadtverwaltung befinde sich aber trotzdem stets in einem engen Austausch mit den Verantwortlichen bei der Feuerwehr, der Polizei und den Wohnungsverwaltungen, betont Pressesprecherin Pelz. „Unsere Feuerwehr stellen die Ereignisse vor enorme Herausforderungen. Wir sind dankbar für den schnellen Einsatz unserer ehrenamtlichen Helfer.“

Die Belastung bestätigt auch Nägel: „Jede zweite Nacht im Einsatz zu sein ist eine große Belastung für die Kameraden, die nur ehrenamtlich bei der Feuerwehr tätig sind.“ Doch man sei dazu da, anderen zu helfen, stellt er klar. Jederzeit.

Von Ulrike Gawande

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