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Oberhavel Zweiter Deutschkurs für Frauen eröffnet
Lokales Oberhavel Zweiter Deutschkurs für Frauen eröffnet
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00:42 10.03.2018
Karl-Ernst Brehmer und Erika Rohtermund (Mitte) eröffnen den zweiten Deutschkurs für Flüchtlingsfrauen in der Exin-Oberschule Zehdenick. Quelle: Fotos: Martina Burghardt
Zehdenick

„Es ist ein besonderer Tag für die Flüchtlinge in Zehdenick und für die Integration der Frauen.“ Dieser Satz war am Dienstagabend mehr als eine Begrüßungsformel zur Eröffnung des zweiten dreimonatigen Deutschkurses in der Exin-Oberschule in Zehdenick. Karl-Ernst Brehmer hat ihn mit Bedacht gewählt.

Zweimal pro Woche zum Unterricht

Übersetzt wurden seine Worte in vier Sprachen – von freiwilligen Helfern und von Flüchtlingen, die bereits gut Deutsch können. 13 Frauen aus Afghanistan, dem Iran, Eritrea, Tschetschenien, Syrien, Somalia, der Russischen Föderation und aus der Türkei werden künftig dienstags und donnerstags für jeweils anderthalb Stunden die Schulbank drücken, um sich bald ebenso gut in der Sprache ihres Gastgeberlandes ausdrücken zu können.

Das ist durchaus etwas Besonderes. Denn sie lernen freiwillig, unterrichtet von ehrenamtlichen Helfern. Karl-Ernst Brehmer hat auch diesen zweiten Kurs organisiert. Seit drei Jahren engagiert er sich für die Integration, die ohne Verständigung kaum möglich ist.

Gefahr der Isolation durch Sprachbarrieren

Der Lehrer im Ruhestand ist ruhelos, wenn aus neuen Erkenntnisse neue Aufgaben entstehen. Etwa diese, dass in den Flüchtlingsfamilien die Frauen zu Hause bleiben, sich um die Kinder kümmern, während ihre Männer tagsüber Deutsch lernen oder sich bemühen, die Zukunft der Familie zu gestalten. „Die Gefahr der Isolation besteht“, so Karl-Ernst Brehmer. Frauen ziehen sich zurück, verstehen ihre Kinder nicht mehr, die in die Kita oder Schule gehen, und können sie nicht unterstützen. „Das ist ein ganz wichtiger Ansatz“, bestätigt Marianne Evrard, die den ersten Kurs leitete. „Mütter sollen den Kontakt zu ihren Kindern behalten.“

Es gibt Regeln für den Deutschkurs, dazu gehört auch Pünktlichkeit. Quelle: Martina Burghardt

„Gleichzeitig“, so Karl-Ernst Brehmer, setze man ein Zeichen, „wie wir in Deutschland mit dem Rollenverständnis umgehen.“ Männer müssen sich wohl daran gewöhnen, dass ihre Ehefrauen auch Rechte haben und nun zweimal in der Woche zum Kurs gehen.

Motivation für Ehrenamtliche

Die Helfer sind sich durchaus darüber im Klaren, dass sie den Flüchtlingen nicht deren Verantwortung abnehmen können. Und es ist auch nicht immer sicher, ob die Hilfsangebote wie der Deutschkurs angenommen werden. Zehn Teilnehmer hatten sich angemeldet – 13 waren am Dienstag da. Ein Erfolg! Die Ehrenamtlichen schöpfen daraus ihre Motivation.

Erika Rohtermund war ebenfalls nicht sicher, wohin ihre spontane Zusage, den Kurs zu leiten, führen würde. Aber schon nach einer Stunde hatten sich die Zweifel aufgelöst: „Es macht mir großen Spaß“, sagte sie nach den ersten Übungen und einer Vorstellungsrunde. Die pensionierte Lehrerin, die in Falkenthal Grundschüler unterrichtete, ist da schon längst in ihrem Element. Ihr Wunsch und auch der von Karl-Ernst Brehmer und den anderen Helfern ist es, dass die Flüchtlingsfrauen das Gelernte anwenden.

Lehrbuch und Schreibmaterial wird den Frauen gestellt. Quelle: Martina Burghardt

Leicht wird es sicher nicht. Das wissen auch Tafari aus Eritrea und Nezami aus Afghanistan aus eigener Erfahrung. Sie helfen beim Übersetzen und werden in Zukunft vielleicht noch mehr in die Arbeit der Willkommensinitiative Zehdenick einbezogen.

Pläne für weiterführenden Kurs

Mit dem Deutschunterricht auf Anfängerniveau haben die Frauen übrigens beste Voraussetzungen für weiterführende Kurse. Im Juni können sie eine Teilnahmebestätigung erhalten, die an der Euro-Schule eventuell anerkannt wird. Das sei wichtig für diejenigen, die Chancen haben, in Deutschland zu bleiben. „Wir haben vorsorglich einen Förderantrag für die Fortsetzung des Kurses im September gestellt“, kündigt Karl-Ernst Brehmer die Weiterführung des ehrenamtlichen Projektes an. Eins kann er jetzt schon sagen: „Mit wenigen Ausnahmen haben alle Flüchtlinge in Zehdenick an Deutschkursen teilgenommen.“

Von Martina Burghardt

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