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Zwischen Streifendienst und „Spusi“

Polizeifachhochschule wirbt mit neuem Internetauftritt Zwischen Streifendienst und „Spusi“

Das Sparen ist bei der Brandenburger Polizei vorbei, es wird wieder mehr ausgebildet. Begannen 2015 noch 290 junge Leute ihre Ausbildung, so sollen es in diesem Jahr 350 sein. Jessica Hellmich und Stephanie Reinke stecken schon mittendrin.

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Jessica Hellmich (23) absolviert die Ausbildung für den mittleren Dienst (l.), Stephanie Reinke (20) das Studium für den gehobenen Dienst.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Die Jahre des großen Sparens sind vorbei. Die Polizei in Brandenburg stockt wieder auf. Zudem gehen Beamte in den Ruhestand – es wird Nachwuchs gebraucht. Das schlägt sich auch in der Zahl der Azubis und Studenten nieder, die an der Polizeifachhochschule in Oranienburg lernen und studieren: Begannen 2015 noch 290 junge Leute ihre Ausbildung, so sollen es in diesem Jahr 350 sein.

„Wir haben keinen Mangel an Bewerbern, aber an geeigneten“, bringt es Sprecherin Marion Ratzsch auf den Punkt. Nur etwa 15 Prozent von durchschnittlich 4500 Bewerbern im Jahr erweisen sich als geeignet. „Nur 50 Prozent von den 4500 Bewerber nehmen am Auswahlverfahren teil, viele der Eingeladenen erscheinen einfach nicht“, bedauert sie. Von den Verbliebenen schaffte wiederum nur die Hälfte den psychologischen Test und davon wiederum fallen ein Drittel beim Diktat durch. Und von den nunmehr Verbliebenen meistern nur vier Fünftel den Sporttest. „Danach wartet noch die polizeiärztliche Untersuchung, da im Polizeiberuf besondere gesundheitliche Anforderungen erfüllt werden müssen.“ Wer es geschafft hat, beginnt entweder die Ausbildung zum mittleren Dienst oder das Studium als Voraussetzung für den gehobenen Dienst.

Und „damit das Potenzial an Bewerbern, aus dem wir schöpfen können, einfach größer ist, ist die Polizeifachhochschule jetzt mit einem neuen Internetauftritt an den Start gegangen. Die Botschaft der Charme-Offensive „Mein Weg. Meine Zukunft. Meine Karriere“.

„Wir wissen, dass Jugendliche heute viel Zeit im Internet verbringen und dort gezielt Infos für die Berufswahl suchen. Dabei nutzen sie Smartphone und das Netz. Deshalb gilt es genau dort als moderner Arbeitgeber Präsenz zu zeigen“, so der Präsident der Fachhochschule, Rainer Grieger. Zudem sucht nicht nur die Polizei, sondern auch die Wirtschaft händeringend motivierten Nachwuchs.

Jessica Hellmich aus Berlin hat ihren Weg schon gefunden. Im Oktober 2014 begann sie ihre Ausbildung für den mittleren Dienst. Dass sie Polizistin werden möchte, war schon lange klar: „In der 9. Klasse habe ich mein Betriebspraktikum bei der Polizei in Hohenschönhausen absolviert. Das hat mich überzeugt.“ Nach der Ausbildung sieht sie ihren Platz „in einer Hundertschaft“. Im Team zu lernen ist ihr wichtig. „Ich bin erstmal sehr motiviert, draußen im Streifendienst zu sein.“ In dieser Woche dreht sich bei der Ausbildung alles um Einsätze bei häusliche Gewalt. „Tatorte werden nachgestellt. Es gibt Rollenspiele und Kommunikationsübungen. Wir nutzen Funkwagen und Übungswaffen. Das ist alles sehr praxisnah.“ Ob sie Angst verspürt, wenn sie manchen Großeinsatz der Polizei bei Demos sieht: „Ich habe Respekt davor, aber auf keinen Fall Angst. Ich denke, das geht zu meistern, nicht allein, aber im Team“.

„Wenn man richtig trainiert, ist man gut vorbereitet. Viele Frauen gehen zur Bereitschaftspolizei. Man braucht aber eine gute Kondition“, sieht es Stephanie Reinke, die bei Schwerin zu Hause ist. Sie ist zweisprachig aufgewachsen, ihre Mutti stammt aus Polen, ihr Onkel arbeitet bei der dortigen Polizei und sie könnte sich ihren späteren Einsatzort bei der Kripo oder auf Dienststellen im grenznahen Raum vorstellen. „Ich will aber erst die Praktika abwarten“. Bei der Bewerbung, erinnert sie sich, hatte sie damals Angst, bei den Rollenspielen im Test zu versagen. Das ist lange her, inzwischen hat sie die Hälfte des Studiums absolviert. „Und bis jetzt bin ich glücklich mit meiner Entscheidung.“

Von Heike Bergt

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