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„Die Rutsche macht auch Senioren Spaß“

MAZ im Gespräch mit der Hennigsdorfer Stadtbadchefin „Die Rutsche macht auch Senioren Spaß“

Das Stadtbad in Hennigsdorf wurde in den letzten Wochen einem gründlichen Sommerputz unterzogen. Da die Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten schneller als geplant vonstatten gingen, sind Schwimmhalle und Sauna bereits ab Montag wieder geöffnet. MAZ im Interview mit Bärbel Sachtleben, Geschäftsführerin der Betriebsgesellschaft Stadtbad Hennigsdorf.

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Stadtbadchefin Bärbel Sachtleben vor der 40-Meter-Rutsche.

Quelle: Ulrich Bergt

Hennigsdorf. Das Stadtbad in Hennigsdorf wurde in den letzten Wochen einem gründlichen Sommerputz unterzogen. Da die Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten schneller als geplant vonstatten gingen, sind Schwimmhalle und Sauna bereits ab Montag wieder geöffnet. Bärbel Sachtleben, Geschäftsführerin der Betriebsgesellschaft Stadtbad Hennigsdorf, und ihre Mitarbeiter bieten noch zwei Wochen erweiterte Ferienöffnungszeiten.

MAZ: Die Sommerpause fiel kürzer aus als gedacht. Wie ist das gelungen?

Bärbel Sachtleben: Wir hatten ursprünglich gedacht, dass wir bis Ende August brauchen. Aber dank der fleißigen Mitarbeiter und der Firmen, die hier gearbeitet haben, können wir eher öffnen. Und sind damit sogar noch zwei Wochen für die Ferienkinder da.

Was musste diesmal alles erledigt werden?

Sachtleben: Wie jedes Jahr in den Sommerferien haben wir die Schließzeit dafür genutzt, dass Fliesenleger und Maler notwendige Ausbesserungsarbeiten machen konnten. Diesmal waren außerdem auch Schweißarbeiten zu erledigen. Im Edelstahlbecken des Schwimmbades hatte es kleine Löcher gegeben. In der letzten Woche war dann das große Putzen angesagt. Für die Fenster erledigte das die Firma Stoll. In den Räumen haben unsere eigenen Mitarbeiter klar Schiff gemacht. Auch die Rutsche wurde von außen gründlich gesäubert und wieder versiegelt. Sämtliche Nähte wurden kontrolliert und wo nötig repariert. In den nächsten Tagen kommt der Tüv zur vorgeschrieben Abnahme.

Da werden sich die Kinder aber freuen?

Sachtleben: Nicht nur die. Es gibt auch eine ganze Reihe von Senioren, die mit Begeisterung die Wasserrutsche hinuntersausen.

Neben dem normalen Besucherbetrieb gibt es eine Reihe von Kursen. Was ist da bei Ihnen im Angebot?

Sachtleben: Montags und dienstags nachmittags gibt es die Kinder-Schwimmlernkurse. Die Montagskurse sind bereits komplett ausgebucht. Für die Dienstagskurse bei den Anfängern, ab fünf Jahre für das „Seepferdchen“, sind noch ein paar wenige Plätze frei. Ab heute kann die Anmeldung erfolgen. Für Erwachsene bieten wir unsere Aquasportkurse an. Die gehen am Mittwoch wieder los, von 19 bis 20 Uhr. Auch da sind noch Plätze frei. Außerdem gibt es mittwochs von 20 bis 21 Uhr und montags von 13 bis 14 Uhr Aquasportkurse ganz ohne Anmeldung. Die Kurse montags über Mittag nutzen hauptsächlich Senioren. Der Mittwochabend ist ein Angebot für Berufstätige. Einfach acht Euro bezahlen und los geht’s. Wir wollen Berufstätigen, die vielleicht auch noch in Schichten arbeiten, nicht terminlich einengen. Alle anderen Kurse gehen zumeist über zehn Wochen, für jeweils eine Stunde. Auch erstmal eine Schnupperstunde zu buchen ist möglich. Die Aquasportkurse finden bei uns nämlich im Tiefwasser statt, andere machen es im Nichtschwimmerbereich.

Wir werden die Kurse angenommen?

Sachtleben: Die kommen sehr gut an. Es ist eine schöne Mischung von Senioren und Berufstätigen, und aus allen Altersgruppen. Allerdings sind wesentlich mehr Frauen im Wasser als Männer. Frauen scheinen doch gesundheitsbewusster zu sein.

Von wem werden die Kurse geleitet?

Sachtleben: Den Aquasport und die Kinderschwimmkurse machen unsere Mitarbeiter selbst. Das sind alles Fachangestellte oder Meister für Bäderbetriebe. Dies entspricht dem früheren Schwimmmeister. Wobei die jüngeren Kollegen bereits in ihrer Ausbildung viel über solche Kurse gelernt haben. Wir älteren haben dafür zusätzliche Schulungen in Anspruch genommen. Die Kollegen belegen auch sonst Fortbildungskurse, beispielsweise zum Babyschwimmen oder Kleinkindschwimmen. Beides können wir leider im Moment noch nicht anbieten, weil unsere Kapazitäten nicht ausreichen. Aber wir wissen, dass es dafür Bedarf gibt. Unsere Mitarbeiterin, die dafür speziell ausgebildet ist, kann aber jetzt schon den Eltern Tipps für den Schwimmbadbesuch mit Babys und Kleinkindern geben.

Apropos Gesundheitsbewusstsein. Gerade wurden die Saunapreise erhöht. Wie passt das zusammen?

Sachtleben: Ja, wir mussten zum 1. Juli die Saunapreise anheben. Das Bundesfinanzministerium hat den Saunabesuch nicht mehr als Gesundheitsvorsorge sondern als Wellness eingestuft. Die Mehrwertsteuer wurde damit von 7 auf 19 Prozent erhöht. In den ersten zwei Wochen nach der Umstellung hatten wir aber weiter normalen Saunabesuch. Die Leute ärgern sich schon, aber wir können ja nichts dafür. Unsere Preise sind außerdem sehr moderat. Ansonsten bleibt bei uns alles wie gewohnt. Die übrigen Preise ändern sich nicht. 90 Minuten Schwimmhalle kosten für Erwachsenen 2,50 Euro, für Kinder 1,50 Euro. Die Tageskarte 6,50 Euro und 3,50 Euro für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.

In der Sauna gibt es weiter gemischten und getrennten Betrieb?

Sachtleben: Ja, montags nur für Männer, dienstags für Frauen, sonst gemischt. Gerade am Wochenende fragen viele nach der Gemeinschaftssauna. Mittwochs werden von unserem eigenem Personal Aufgüsse gemacht. Bei den beliebten Saunaabenden wollen wir künftig zu verlängerte Öffnungszeiten mit speziellen Angeboten übergehen.

Das Stadtbad steht nicht nur privaten Besuchern zur Verfügung, auch Hennigsdorfer Vereine nutzen die Schwimmhalle intensiv. Wer gehört alles dazu?

Sachtleben: Nicht nur die Vereine kommen zu uns, auch der Schulsport findet im Stadtbad statt. Von den Sportvereinen sind es der SV Stahl Hennigsdorf mit den Abteilungen Schwimmen, Wasserkorbball und Triathlon, der Tauchsportclub Stahl Hennigsdorf, der Behindertensportverband Oberhavel sowie die DRK-Wasserwacht und die Ortsgruppe Hennigsdorf der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft.

Und der Schulsport?

Sachtleben: Grundschulen aus Hennigsdorf und Umgebung, aus Velten, Oberkrämer und dem S-Bahn-Bereich kommen zu uns. In der dritten Klasse ist der Schwimmunterricht Teil des Sportunterrichts. Und auch aus Hennigsdorfer Oberschulen kommen Schüler zum Schwimmen. Auch einige Kindergärten nutzen die Möglichkeiten, die wir hier bieten. So die Kita Traumland aus Hennigsdorf, Kitas aus Eichstädt, Vehlefanz und Marwitz. Gerade in Kita-Gruppen klappt das mit Schwimmen lernen ganz prima. Die Kinde motivieren sich gegenseitig. Dass die Kinder Schwimmen lernen ist ungeheuer wichtig. Es gibt inzwischen leider zu viele Kinder, die es nicht können.

Seit 35 Jahren in Hennigsdorf Nord

Das Stadtbad an der Rigaer Straße in Hennigsdorf-Nord wurde im Oktober 1980 eröffnet.


Die Schwimmhalle verfügt über ein 1,80 Meter tiefes Schwimmerbecken von 24 mal 12 Metern sowie über ein Lehrschwimmbecken mit einer Wassertiefe zwischen 0,90 und 1,30 Metern.

Die Wasserrutsche hat eine Länge von 40 Metern.

Die Sauna verfügt über eine Trockensauna und ein Dampfbad. Ruheraum und Tauchbad wurden 2013 neu gestaltet.

Der Eintritt für die Schwimmhalle kostet 2,50 Euro für 90 Minuten für Erwachsene, 1,50 Euro für Kinder bis 18 Jahren.

In den Sommerferien hat die Schwimmhalle von heute an bis 28. August erweiterte Öffnungszeiten: montags und dienstags 8 bis 21 Uhr, mittwochs 10 bis 19 Uhr, donnerstags 6.30 bis 22 Uhr, freitags 10 bis 22 Uhr, Sonnabend und Sonntag 10 bis 18 Uhr.

Die regulären Öffnungszeiten ab Sonnabend, 29. August: montags 8 bis 11 Uhr Seniorenschwimmen, 14 bis 17 Uhr Spielnachmittag, dienstags 12.30 bis 15.30 Uhr, mittwochs 12.30 bis 17 Uhr, donnerstags 6.30 bis 22 Uhr, freitags 12.30 bis 22 Uhr, sonnabends und sonntags 10 bis 18 Uhr.

Weitere Informationen unter www.stadtbad-hennigsdorf.de

Wie sieht es mit den Besucherzahlen aus?

Sachtleben: Die sind in vergangenen Jahren kontant geblieben. 150 000 kamen im vergangenen Jahr. Wir rechnen auch für diese Jahr mit ähnlichen Zahlen. Viele Besucher kommen aus dem Umland. Aus Berlin haben wir eine ganze Reihe Stammgäste. Im Sommer gibt es immer ein kleines Besucherloch. Wetterbedingt. Aber wenn es kühler wird, wird es auch hier wieder voller. Im Januar/Februar kommen dann viele neue Gäste. All jene, die zum Jahreswechsel gute Vorsätze gefasst haben.

Wie viele Mitarbeiter hat das Stadtbad?

Sachtleben: Insgesamt elf. Meist sind wir lustig drauf, es herrscht ein gutes Arbeitsklima. Das färbt auf die Stimmung im gesamten Haus ab. Und umgekehrt: Wenn Besucher zufrieden sind, sind wir es auch.

Was ist in diesem Jahr noch geplant?

Sachtleben: Im November wollen wir wieder zum Kino im Schwimmbad einladen. Das Publikum kann dann von Schlauchbooten aus die Filme verfolgen. Zuvor gibt es aber noch im Oktober ein Jubiläum zu feiern. Dann wird das Stadtbad in Hennigsdorf-Nord 35 Jahre alt.

Interview: Ulrich Bergt

Von Ulrich Bergt

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