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Keine Hoffnung für Cherine auf ein Wunder

Oranienburg Keine Hoffnung für Cherine auf ein Wunder

Viele Menschen wollten Cherine mit Spenden und Benefizveranstaltungen ein paar letzte Herzenswünsche erfüllen und haben auf ein Wunder gehofft. Doch der sterbenskranken Sechsjährigen aus Oranienburg geht es nach dem Abschluss der Chemo- und Strahlentherapie noch nicht besser. Nach Disneyland schafft sie es nicht mehr – nur ein Wunsch bleibt noch.

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Cherine kurz vor Ende der Krebstherapie.

Quelle: Privat

Oranienburg. Die kleine Maus hat jeden Tag wie eine Löwin gegen ihren heimtückischen Hirntumor gekämpft, ist auf der Facebookseite nachzulesen. Doch das erhoffte Wunder für die sechsjährige Cherine blieb aus. „Es gibt keine OP-Möglichkeiten, die Zeit läuft rückwärts: Cherine wird sterben“, schreibt eine Freundin der Familie auf MAZ-Nachfrage.

„Wir sollen nur noch die Zeit genießen“

Jenny Rauer, eine andere Freundin, hatte eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um der sterbenskranken Freundin ihrer Tochter einen Herzenswunsch zu erfüllen – eine Reise ins Disneyland nach Paris oder zum Reiturlaub. Doch diese Ausflüge sind Cherine verwehrt, obwohl ganz viele Menschen dafür gespendet hatten. „Ihr Zustand wird immer schlechter“, schreibt die Freundin. „Laut Aussage der Ärzte sollen wir jetzt nur noch die restliche Zeit genießen.“ Einen Wunsch hoffen die Familie und die Freunde dem Mädchen aber doch erfüllen zu können: „Sie möchte im September ein Schulkind werden.“

Cherine fährt jetzt zur Ostsee

Mit guten Neuigkeiten wartete Jenny Krautwald am Freitag auf, die Mama von Cherine: „Wir können nicht ins Disneyland nach Paris fliegen, aber wir fahren am kommenden Mittwoch für fünf Tage an die Ostsee“. Auf der Insel Usedom habe sie ein direkt am Strand gelegenes Ferienhaus mieten können. „Das hat sich Cherine gewünscht“, sagt sie. Das gelte ebenso für eine Reise nach Spanien, die für August geplant sei. Die Ärzte seien zuversichtlich, dass es dem krebskranken Mädchen bis dahin so gut geht, dass sie den Flug antreten kann. Die Strahlen- und die Chemotherapie hätten sie allerdings sehr geschwächt.

Einen aktuellen Spendenstand konnte Jenny Krautwald noch nicht nennen. Sie wolle ihrer Tochter von dem Geld aber unter anderem noch eine schöne Einschulungsfeier ausrichten. Eine etwaige Restsumme gehe an den Verein „Gemeinsam mehr erreichen“, bei dem Freunde auch das Spendenkonto eingerichtet hatten und der sterbenskranken Kindern letzte Herzenswünsche erfüllt.

Die Sechsjährige leidet unter einem Ponsgliom. Dieser Tumor ist nach Aussage der Ärzte wegen seiner komplizierten Lage bei Cherine nicht operativ zu entfernen. Auch die kanadischen Spezialisten, in die Mama Jenny Krautwald sowie die Familie und Freunde ihre Hoffnung gesetzt hatten, können nicht helfen. Die vor einer guten Woche abgeschlossene Chemo- und Strahlentherapie schlug nicht im gewünschten Maße an. Erste Zweifel waren nach gut der Hälfte der verordneten 30 Bestrahlungen und 49 Chemobehandlungen aufgekommen. Parallel waren die Ärztebriefe übersetzt und in die Klinik nach Toronto geschickt worden. Nach wenigen Tagen kam bereits die Absage. Begründung: Der Tumor sitzt nicht am, sondern im Stammhirn.

Symptome kamen plötzlich

Die Symptome kamen bei Cherine plötzlich: Zuerst ging immer ihr linke Auge zu, dann neigte sie ihren Kopf nach links und konnte nicht mehr so gut das Gleichgewicht halten. Wenige Tage nach ihrem sechsten Geburtstag am 12. April kam die schreckliche Diagnose. Die Lebenserwartung laut Statistik: zwei Jahre. Wenn alles gut läuft.

„Cherine muss es schaffen“ heißt die Facebookseite, die Freunde eingerichtet haben. Zuletzt wurde dort am 26. Juni ein Foto von Cherine veröffentlicht. „Kleine Cherry, ganz tapfer geht sie ihren Weg und kämpft wie eine Löwin für ein wenig Zeit“, heißt es dort. „Und wenn nun anfangen, die Haare auszugehen: Schönheit kommt von innen...“ In zahlreichen Kommentaren wird allen Kraft und Glück gewünscht. „Ich habe lange Haare und würde sie mir für Cherine abschneiden lassen und ihr schenken“, schreibt Katja Trölenberg.

Wenn auf einmal die Welt stehen bleibt

„Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden für etwas, das einen so traurig und nachdenklich zugleich stimmt“, schreibt Sabine Kath. Die vierfache Mutter beschreibt die große Herausforderung für alle Beteiligten: „Auf einmal bleibt nämlich die Welt stehen und alles was einem in Sachen Erziehung so wichtig erschien, ist plötzlich nebensächlich. Man denkt wohl immer nur noch daran wie wichtig die Zeit miteinander ist.“ Ihr Rat: „Lacht zusammen, weint zusammen und hofft gemeinsam auf ein kleines Großes Wunder!“

Von Helge Treichel

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