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Oberspreewald-Lausitz Schwangerer in den Bauch getreten: 19-Jähriger erhält Bewährungsstrafe
Lokales Oberspreewald-Lausitz Schwangerer in den Bauch getreten: 19-Jähriger erhält Bewährungsstrafe
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17:02 17.07.2018
(Symbolbild) Quelle: dpa
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Großräschen

Ein 19-Jähriger ist für die Attacke auf eine schwangere Frau in Südbrandenburg verurteilt worden. Das Amtsgericht Senftenberg sprach ihn am Dienstag wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung schuldig und verhängte eine Jugendstrafe von acht Monaten auf Bewährung.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er vor knapp einem Jahr an einem Spielplatz in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) auf eine Gruppe von Frauen und Kindern losging und sie zunächst ausländerfeindlich beleidigte und bedrohte. Danach attackierte der Deutsche einige Opfer und trat dabei der im siebten Monat schwangeren Frau mit dem Fuß in den Bauch. Das Baby kam später unversehrt zur Welt.

Gericht stuft Entschuldigung als nicht glaubhaft ein

In der Verhandlung berief sich der Beschuldigte auf Erinnerungslücken. Zu der attackierten Frau, die Nebenklägerin war, sagte er zugleich: „Ich möchte mich von ganzem Herzen entschuldigen.“ Neben der damals Schwangeren griff er laut Gericht eine weitere Frau und einen Fünfjährigen an. Dem Jungen trat er demnach in den Rücken.

Noch heute habe das Opfer Angst, wieder auf den Spielplatz zu gehen, führte das Gericht in der Urteilsbegründung aus. Auch bei anderen Zeugen bat der Angeklagte an dem Prozesstag um Entschuldigung. Das Gericht stufte das aber als nicht glaubhaft und als Schutzverhalten ein. Davor habe er nie versucht, die Opfer zu kontaktieren.

Opfer ausländerfeindlich beschimpft

Im Prozess war der Angeklagte ruhig, er blickte häufig vor sich auf den Tisch. Die damals schwangere Frau sagte in der Verhandlung, dass sie vor dem Angreifer mit ihren zwei Kindern auf dem Arm habe fliehen wollen und er ihr nachgeeilt sei. Dabei habe er sie gegen den Bauch getreten. Schon davor habe er sie am Kopf geschlagen.

Weitere Zeugen sagten aus, dass er auf Frauen in der Gruppe gezeigt und ihnen gedroht habe, sie umzubringen. Zum Tatzeitpunkt im August 2017 war der damals 18-Jährige betrunken. Es wurden laut Gericht danach 2,03 Promille Alkohol im Blut gemessen.

Die Opfer beschimpfte der junge Mann demnach ausländerfeindlich. Bei der Gruppe handelt es sich um Türkinnen, der damals Fünfjährige hat einen türkischen Migrationshintergrund. Der Angeklagte sagte vor Gericht: „Ich habe gegen niemanden was.“

Gezielter Angriff auf türkische Frauen

Der Staatsanwalt sagte in seinem Plädoyer: „Ich gehe nicht davon aus, dass die Tat politisch motiviert ist.“ Zugleich betonte er aber, dass der Angeklagte gegen Ausländer eingestellt sei. Die Nebenklage ging von einer rassistisch motivierten Tat aus. Der Verteidiger betonte in seinem Plädoyer: „Er ist ausgetickt, das ist ganz klar.“ Aber er bezweifele, dass ein politischer Hintergrund vorliege. Der Beschuldigte sei davor nie in dieser Form in Erscheinung getreten. „Das ist hier ein Ausnahmefall“, sagte der Anwalt.

Dem Gericht zufolge hatte sich der junge Mann die türkischen Frauen ausgesucht. Er hätte auch andere Personen an dem Spielplatz angreifen können, doch er habe sich diese Gruppe vorgenommen.

Zu den Bewährungsauflagen zählen auch 100 Stunden gemeinnützige Arbeit, die der 19-Jährige ableisten muss. Damit entsprach das Gericht annähernd dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die neben dieser Bewährungsstrafe auch 150 Arbeitsstunden gefordert hatte.

Die Verteidigung hatte sich in ihrem Plädoyer hingegen auf das Jugendgerichtsgesetz (Paragraf 27) gestützt. Darin heißt es, dass ein Richter die Schuld eines Jugendlichen feststellen, die Entscheidung über die Verhängung einer Jugendstrafe aber für eine zu bestimmende Bewährungszeit aussetzen kann. Der Verteidiger sprach sich ebenfalls für 150 Arbeitsstunden aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von MAZ-Online

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