Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin 1. Mai 1945: Neuruppin vor Zerstörung bewahrt
Lokales Ostprignitz-Ruppin 1. Mai 1945: Neuruppin vor Zerstörung bewahrt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 04.05.2015
Etwa 50 Neuruppiner erinnerten an drei mutige Einwohner und die komplette Übergabe der Stadt. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Es war nur eine kleine Kundgebung am Fretaig am Bollwerk hinter dem Seehotel. Das Ereignis, an das die Initiatoren erinnern wollten, war für die Zukunft der Stadt sehr entscheidend. Vor 70 Jahren bewahrten drei mutige Neuruppiner unter Einsatz ihres Lebens die Stadt zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor der Zerstörung.

Das Aktionsbündnis "Neuruppin bleibt bunt" hatte zum Gedenken an das Ende des Krieges aufgerufen. Der Neuruppiner Wolfgang Freese begrüßte die rund 50Teilnehmer mit der Erkennungsmusik der "Freien Heide". Vivaldis "Jahreszeiten" klangen dort über den See, wo Elfriede Kuhl, Hans Solf und Rudi Knolleisen am 1. Mai 1945 mit einer weißen Fahne ein Boot bestiegen und zum gegenüberliegenden Ufer ruderten. Am 30. April waren die ersten russischen Truppen in Wuthenow und Gildenhall eingerückt. Die Neuruppiner wurden per Lautsprecher zur Kapitulation aufgefordert. Die Friedens-Tour der drei Bootsfahrer und ihre Zivilcourage verhinderten schließlich einen militärischen Angriff und die sinnlose Zerstörung der Stadt.

Christa Buschow erinnerte sich noch an viele Einzelheiten: Sie fand den jungen Mann, der mit einer verletzten Hand in ein Neuruppiner Militärlazarett kam, damals sehr schön. Als die drei über den See fuhren, wurden von der gegenüberliegenden Seite Geschosse abgefeuert, die allerdings im Wasser landeten. Christa Buschow weiß noch genau, wie groß damals der Hunger in Neuruppin war. Bäcker Wittkopf war der Einzige, der damals Brot backte.

Erste Nachforschungen ergaben, dass vor allem im Südtiroler Raum etwa 15 Familien mit dem Namen Knolleisen leben. Wolfgang Freese will sich nun auf ihre Spuren begeben. Er hat erfahren, dass darunter auch eine Schauspieler-Familie ist. Die Frau, die Rudi Knolleisen damals mit nach Neuruppin brachte, war Schauspielerin. Am Abend des 1. Mai 1945 kehrten die Drei mit den sowjetischen Truppen über Alt Ruppin in die Stadt zurück, nachdem die Soldaten in Alt Ruppin eine Ersatzbrücke errichtet hatten. Denn alle Brücken im Umkreis waren zuvor auf Befehl der NSDAP-Kreisleitung gesprengt worden.

"Wir von 'Neuruppin bleibt bunt' haben gedacht, 70 Jahre sind ein guter Anlass, diesen Menschen zu danken", sagte Wolfgang Freese gestern.

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde schlug vor, am 1.Mai künftig weiße Fahnen zu hissen und diesen Tag künftig als Tag der Befreiung in Neuruppin zu feiern. An die Neuruppiner richtete er den Appell, am 6. Juni 2015 unbedingt mit dabei zu sein, wenn Neuruppin für Vielfalt und ein schöneres Leben ohne Nazis auf die Straße geht. An diesem Tag will die Initiative "Zukunft statt Überfremdung" einen Tag der "Deutschen Zukunft" veranstalten. Dabei handelt es sich um einen Aufmarsch von Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet.

Eine Gedenktafel soll am See für die mutigen Retter am 1. September dieses Jahres, am Weltfriedenstag, errichtet werden. Ein Modell mit Textvorschlag wurde gestern schon einmal enthüllt und sogleich heftig diskutiert. Die Initiatoren hoffen, dass möglichst viele Neuruppiner das Vorhaben finanziell unterstützen werden. Rund 1000 Euro müssen aufgebracht werden.

Von Cornelia Felsch

Wie weiter mit dem Kyritzer Mehrgenerationenhaus? Die Antwort auf diese Frage wird noch etwas auf sich warten lassen. Bei ihrer Sitzung am Mittwoch haben die Kyritzer Stadtverordneten jedenfalls die Entscheidung darüber vertagt, ob ein Gutachten die Chancen und Risiken für den Standort untersuchen soll.

01.05.2015
Ostprignitz-Ruppin Kostensatzungen müssen geändert werden - Feuerwehr kostet die Kommunen mehr

Die Feuerwehr wird für viele Städte und Gemeinden noch teurer. Denn künftig dürfen sie bei einem kostenpflichtigen Einsatz - zum Beispiel bei der Rettung eines Tieres - dem Verursacher nur noch einen Teil dessen in Rechnung stellen, was bisher fällig wurde. Das stellt die Kommunen vor große Probleme. Neuruppin hat schon mal durchgerechnet.

04.05.2015
Ostprignitz-Ruppin Schwerer Unfall bei Neuruppin - Kleinwagen rammt Baum

Eine 71 Jahre alte Autofahrerin ist am Freitag bei einem Unfall zwischen Neuruppin und Kunsterspring (Ostprignitz-Ruppin) schwer verletzt worden. Die Frau war auf gerader Strecke gegen einen Baum gekracht. Sie war nicht die einzige Verletzte. Die Polizei hat bereits eine Vermutung, warum es zu dem Unfall kommen konnte.

02.05.2015