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1. bis 10. Klasse unter einem Dach

Neuruppin 1. bis 10. Klasse unter einem Dach

Die Neuruppiner Stadtverwaltung will eine neue Grundschule am Standort der Fontane-Oberschule gründen. Dort ist reichlich Platz, während die beliebte Karl-Liebknecht-Grundschule aus allen Nähten Platzt. Doch die Stadtverordneten sind sich noch nicht sicher, was sie von der Idee halten.

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Das Gebäude der Fontaneschule steht zurzeit halb leer. Die Stadt Neuruppin mietet es teuer von ihrer Wohnungsgesellschaft NWG.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Soll an der Neuruppiner Fontaneschule neben der bisherigen Oberschule eine neue Grundschule entstehen? Die Stadtverwaltung schlägt das vor und hofft so mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Im neuen Entwurf des Schulentwicklungsplanes für Neuruppin steht die Grundschule schon. Zusammen mit der Fontane-Oberschule könnte sie ein sogenanntes Schulzentrum bilden: Grund- und Oberschule mit gemeinsamer Leitung an einem Standort. Wenn die Kinder nicht zwischendurch zum Gymnasium wechseln, können sie von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam an derselben Schule bleiben.

Die Landesregierung forciert solche Schulzentren gerade in ganz Brandenburg und hat auch Neuruppin erst auf die Idee gebracht. Sozialdezernent Thomas Fengler hofft, so die Karl-Liebknecht-Grundschule entlasten zu können. Die ist mittlerweile so beliebt, dass wegen der vielen Klassen kaum noch Platz für den Hort im Haus ist.

Die neue Grundschule könnte 2018 starten

Wenn es nach Fengler geht, könnte eine neue Grundschule ab dem Schuljahr 2018/19 einen Teil der Schüler aufnehmen, die sonst in der Karl-Liebknecht-Schule neu eingeschult würden. In einigen Jahre wäre die Karl-Liebknecht-Schule dann so entlastet, dass der Hort wieder mit ins Gebäude passt und die heruntergekommenen Ausweichräume an der Franz-Mehring-Straße nicht mehr gebraucht werden. Gleichzeitig würde es eine Nutzung für den leerstehenden Teil der Fontaneschule geben.

Die Stadtverordnete sind sich noch nicht einig, was sie von der Idee halten. „Wir begrüßen das eindeutig“, sagt Linken-Fraktionschef Ronny Kretschmer. Seine Fraktion sei ohnehin dafür, dass Kinder so lange wie möglich gemeinsam unterrichtet werden.

Die Fraktion von Bündnisgrünen und Bürgerbündnis schwankt dagegen noch. „Als Abgeordnete sind wir verpflichtet, Schaden von der Stadt abzuwenden“, sagt der frühere Schulrat Helmut Kolar. Insofern wäre es besser, den freien Platz in der Fontaneschule sinnvoll zu nutzen, statt für leere Räume Miete an die Wohnungsgesellschaft zu zahlen, der das Schulhaus gehört. „Aus pädagogischer Sicht“ ist Kolar aber skeptisch. Zwei 1. Klassen und 250 ältere Jugendliche – geht das gut?

Viele Stadtverordnete wollen noch mehr Informationen

„Wir haben da einige Fragen“, sagt Michael Gayck von der CDU. „Dass an der Fontaneschule etwas passieren muss, ist aber klar.“ Was er bisher aus dem Rathaus erfahren habe, sei aber noch zu vage. Ähnlich sieht es Markus Fetter von Pro Ruppin.

Am Dienstag will die Stadt das Konzept im Sozialausschuss vorstellen. Lehnen die Abgeordneten es ab, dann hat das Folgen, sagt Thomas Fengler. Dann müsste Neuruppin das Haus des Hortes in der Franz-Mehring-Straße zwingend sanieren. Das würde etwa zwei Millionen Euro kosten. Ein Schulzentrum samt Hort im Haus der Fontaneschule wäre für Neuruppin wohl billiger. Fengler: „Schulzentren werden vom Land großzügig gefördert.“

Der Sozialausschuss tagt am Dienstag, 25. April, ab 18.30 Uhr.

Von Reyk Grunow

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