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12 Stunden lang ohne Strom

Havarie in Wittstock 12 Stunden lang ohne Strom

Und plötzlich war alles dunkel: Zu einem großen Stromausfall kam es am späten Donnerstagabend in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin). Er begann gegen 21.45 Uhr und war zum Teil erst nach zwölf Stunden wieder behoben. Aber auch danach gab es kurzzeitige Unterbrechungen. Der Grund waren mehrere Kabelfehler.

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Steffen Lindner von der Firma Elektrische Anlagen Technik Neuruppin (EATN) bei der Kabelreparatur am Wittstocker Wall.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Zu einem großen Stromausfall kam es am Donnerstagabend in Wittstock. Um 21.49 Uhr gingen die Lichter aus. Wer sich auf einen gemütlichen Fernsehabend eingestellt hatte, musste ohne Happyend ins Bett. Und nicht nur das: Auch der Kaffee zum Frühstück am Freitagmorgen blieb mitunter in der Dose. Das war jedoch lokal sehr unterschiedlich. Während manche Stromkunden – etwa in der Rote-Mühle-Siedlung – gar nicht betroffen waren, so ging den Bewohnern in der Innenstadt erst kurz nach Mitternacht oder am frühen Morgen wieder ein Licht auf. Am härtesten traf es die Einwohner im Bereich um den Rackstädter Weg. Sie waren erst gegen 9.45 Uhr wieder am Netz und mussten bereits um 11 Uhr einen erneuten Ausfall hinnehmen. Bis 11.30 Uhr waren aber alle wieder versorgt.

Auslöser war Kabelfehler im Rackstädter Weg

Im Rackstädter Weg lag schließlich auch der Grund des Übels. Denn dort war es am Abend zuvor zu einem Kabelfehler gekommen, der insgesamt drei weitere Kabelfehler nach sich zog – die ersten beiden noch am Donnerstagabend im Wohngebiet Waldring und in der Kettenstraße sowie einen weiteren am Freitagvormittag abermals im Rackstädter Weg. Die Reparaturen dauerten bis Freitagnachmittag. Das teilte Danilo Fox, Unternehmenssprecher des Stromversorgers Edis, am Freitag mit und fügte an: „Wir möchten uns bei unseren Kunden für die Unannehmlichkeiten entschuldigen.“

Was den ersten Kabelfehler im Rackstädter Weg ausgelöst haben könnte, sei noch nicht bekannt. Es werde aber davon ausgegangen, dass ein Erdkabel womöglich eine Vorbeschädigung aufwies, die von einem Bagger bei Erdarbeiten verursacht worden sein könnte. Dass es jetzt zu dem Ausfall kam, könnte laut Danilo Fox wiederum mit den teils starken Regenfällen in den vergangenen Tagen zusammenhängen – etwa, wenn ins Erdreich gesickertes Wasser in eine beschädigte Kabelisolierung eindrang. „Mit der erst am Donnerstag vollzogenen Spannungsumstellung von 15 auf 20 KV hatte der Ausfall nichts zu tun“, betont Fox.

Wasserversorgung trotzdem gesichert

Die Wasserversorgung sei auch bei längeren Stromausfällen gesichert, sagt Andy Thierbach, Geschäftsführer des Wittstocker Wasser- und Abwasserverbandes (WAV). Denn im größten Wasserwerk des WAV in der Walkstraße springe ein Notstromaggregat an, wenn die Energieversorgung ausfällt. „Der Bereitschaftsdienst bekommt dann eine Alarmmeldung aufs Handy und prüft vor Ort, ob das Aggregat ordnungsgemäß funktioniert.“ Wären kleinere Wasserwerke wie in Berlinchen, Rossow oder Wulfersdorf betroffen, so käme dort ein mobiles Notstromaggregat zum Einsatz. Zwar besitze der WAV nur ein einziges solches Gerät, „aber wir haben Kontakte zu Dienstleistern, die uns weitere zur Verfügung stellen können, sollte es zu einer großen Havarie kommen, bei der mehrere Wasserwerke gleichzeitig ausfallen. Einen solchen Fall hatten wir aber noch nicht“, sagt Thierbach.

Apfelsaft statt Kaffee

Da auch im Rackstädter Weg Wasser jederzeit vorhanden war und Supermärkte und Tankstellen bereits am Freitagmorgen normal geöffnet hatten, blieb es bei kleineren Nöten. „Ich habe heute Früh Apfelsaft getrunken, Kaffee war ja nicht“, sagte eine Bewohnerin im Rackstädter Weg mit einem Gesichtsausdruck der Abneigung. Ihre Gesprächspartnerin meinte mit Blick auf ihre eingefrorenen Lebensmittel: „Lange sollte es nicht mehr dauern, sonst kann ich alles wegwerfen.“ Ob die Hausratversicherung solche Schäden abdeckt, komme auf die abgeschlossenen Vertragsbedingungen an, sagt dazu Finanz- und Vermögensberater Holger Drahn aus Wittstock. Es müsse ein Nachweis über den Schaden erbracht werden, etwa mit einem Foto. Gegenüber dem Energieversorger einen Schadensersatz geltend machen zu wollen, sei nahezu chancenlos.

Von Björn Wagener

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