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130 Flüchtlinge in Luhme und Zechlinerhütte

Asylsuchende in Hotels 130 Flüchtlinge in Luhme und Zechlinerhütte

In zwei Hotels nördlich von Rheinsberg sollen demnächst mindestens 130 Flüchtlinge untergebracht werden. In Luhmes „Am Birkenhain“, in dem noch bis Ende September der Betrieb läuft, soll Wohnraum für 80 Menschen aus den Krisengebieten der Welt entstehen. Im geschlossenen „Haus am See“ in Zechlinerhütte sollen vorerst 50, später vielleicht 98 Asylsuchende leben.

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Das Hotel „Am Birkenhain“ in Luhme ist noch in Betrieb, soll aber bald Platz für 80 Asylsuchende bieten.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. Eine Flüchtlingsunterkunft in einem Hotel? Genau das wird es wohl bald in Ostprignitz-Ruppin geben. Denn die Landkreisverwaltung will in ihrer Not, Wohnungen für den großen Zustrom von Asylsuchenden zu finden, jetzt auch das Hotel „Am Birkenhain“ in Luhme, nördlich von Rheinsberg und am Kapellensee gelegen, für diesen Zweck nutzen, wie Kreismitarbeiterin Kerstin Pein auf MAZ-Anfrage am Dienstag bestätigte. Um Zeltstädte in der Region zu vermeiden, sollen nun 80 Flüchtlinge in dem Haus untergebracht werden, das die Initiative Jugendarbeit Neuruppin (IJN) laut Geschäftsführer Andreas Haake vor Kurzem verkauft hat, aber noch bis Ende September nutzt.

Für weitere 50 Asylsuchende will der Landkreis in Zechlinerhütte Wohnraum schaffen. Sie sollen dort künftig in dem früheren Hotel „Haus am See“ leben. Dieses gehörte ebenfalls bis vor drei Wochen der IJN, die jedoch den Hotelbetrieb schon seit der Jahreswende aufgegeben hatte. Der Landkreis verweist darauf, dass die Aufnahmekapazität an diesem Standort um 48 Plätze erweitert werden kann.

Bürgermeister hält die Lage der Hotels für problematisch

Diese konkreten Zahlen liegen der Verwaltung in Rheinsberg noch gar nicht vor. Bürgermeister Jan-Pieter Rau sagte am Dienstag, er habe lediglich ein „nüchternes Schreiben“ vom Landkreis mit der allgemeinen Information und dem Hinweis, dass die Unterbringung „unter laufenden Hotelbetrieb“ stattfinden soll, in der vergangenen Woche erhalten. Dass in beiden Hotels keine Gäste mehr aufgenommen werden sollen, wie der Landkreis auf MAZ-Anfrage versichert, davon weiß Rau nichts. Doch das ist nicht sein größtes Problem. „Was ich für schwierig halte, das ist, die Asylbewerber auf dem platten Land unterzubringen“, sagt  Rau. „Mir ist bewusst, dass sie irgendwo untergebracht werden müssen, dass wir helfen müssen. Wenn diese Menschen aber mitten im Wald ausgesetzt werden, dann mache ich mir Sorgen.“

Der Verwaltungschef meint damit vor allem das abgelegene Haus in Luhme, das einige Kilometer entfernt vom Kern des 138 Einwohner-Dorfes liegt. Sowohl für Luhme als auch für Zechlinerhütte mit seinen 382 Bürgern gilt zudem, dass die Dörfer nur zwei- bis drei Mal am Tag und am Wochenende außerhalb der Saison gar nicht mit dem Bus zu erreichen sind. „Wie sollen da die Flüchtlinge die Behörden, ihre Kinder die Schule erreichen?“, fragt Rau. „Und: Wo sollen diese Menschen einkaufen gehen?“ Denn außerhalb der Saison gibt es in den Orten keinen Laden, der offen hätte. Bezüglich der Anbindung ans Verkehrsnetz laufen noch Gespräche, sagt die Landkreisverwaltung. Auf alle andren Fragen bleibt sie in der Kürze der Zeit die Antwort schuldig.

Viele Wohnungen sind schon verplant

Rau versteht nicht, warum der Kreis nicht die Wohnungen in der Kernstadt zuerst belegen will. Für 22 von ihnen gibt es schließlich unterschriebene Verträge. Damit würde der Kreis auch der Bitte Rheinsbergs nach einer dezentralen Unterbringung nachkommen. Das liege daran, dass ein Großteil dieser Wohnungen bereits verplant sei, sagt Kerstin Pein. Sie werden sich voraussichtlich in den nächsten Wochen füllen.

Um die Sicherheit der Unterkünfte nach dem aktuellen Brand der geplanten Flüchtlingsnotunterkunft in Nauen macht sich Jan-Pieter Rau indes keine Sorgen. „Ich gehe davon aus, dass der Landkreis sehr verantwortungsvoll mit dieser Frage umgeht“, sagt der Rheinsberger Verwaltungschef. „Solche Anschläge dürfen nicht dazu führen, dass wir uns nicht mehr um die Flüchtlinge kümmern.“ Tatsächlich sei die Kreisverwaltung gerade dabei, gemeinsam mit der Polizei ein Sicherheitskonzept zu erarbeiten, bestätigt Kerstin Pein. Wie die Objekte im Rheinsberger Bereich geschützt werden sollen, das verrät sie jedoch nicht.

Von Celina Aniol

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