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150 Jahre Feuerwehr im Zeitraffer

Neuruppin 150 Jahre Feuerwehr im Zeitraffer

Neuruppin feierte das 150-jährige Bestehen der Feuerwehr am Sonnabend mit einem Fest-Appell sowie einem riesigen Umzug mit viel historischen aber auch modernen Gerätschaften. Viele Neugierige kamen zum Schauen: waren doch die Wehren aus dem gesamten Kreis vertreten, die alles aufboten, was sie hatten.

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Wasser marsch: die Feuerwehr Linow löscht noch auf die altmodische Art. Das sorgte für nassen Spaß.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Karl-Marx-Straße vom Neuruppiner Fontanedenkmal bis zum Schulplatz ist am Samstag Mittag gesäumt mit Schaulustigen. Denn was die Neuruppiner Wehr anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens für den Festumzug aufgeboten hat, kann sich mehr als sehen lassen. Ganze 39 Bilder umfasst der lange Zug: an der Spitze marschiert der Heilige Florian, der Schutzpatron der Feuerwehr, gefolgt von der Neuruppiner Jugendwehr mit längst vergessenen Gerätschaften wie Feuerpatschen, handgenähten Schläuchen, Löscheimern und dem Notnagel. Die Bechliner reisen mit einer zweispännigen Handdruckspritze um 1910 an, die Alt Ruppiner kommen auf Fahrrädern anno dunnemals mit Spritztüten auf dem Rücken. „Man beachte die originale Laterne am Lenker“, weist Moderator Christian Genz hin.

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Mit einem Festumzug feierten Feuerwehrleute und Neuruppiner das 150-jährige Bestehen der Wehr in der Stadt. Danach gab es verschiedene Vorführungen. So zeigten Feuerwehrleute aus Linow mit uralter Technik sehr humorvoll, wie die es früher gewesen sein könnte. Bereits am Vormittag wurden viele Feuerwehrleute befördert und geehrt.

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Die Wehren aus Rheinsberg und Nietwerder demonstrieren Technik a la DDR. Uniformen aus 150 Jahren sind zu sehen – EAN-Chefin Monika Goldschmied und die Mitarbeiter der Arbeitsfördergesellschaft haben ganze Arbeit an der Nähmaschine geleistet, um das möglich zu machen. Schlussendlich fehlte es an menschlichen Models, um alle Bilder aus der Geschichte der Wehr zu zeigen, die die EAN geplant hatte. Obschon wirklich Himmel und Menschen gekommen sind. Die Kameraden aus dem gesamten Kreis sind angerückt, um mit den Neuruppinern zu feiern. Und haben alte und neue Löschfahrzeuge dabei, die ordentlich Tatü tata machen – ungeachtet ihres Alters. Ein Wartburg, ein B1000, die Alleskönner „Max“ und „Moritz“ und das Großtanklöschfahrzeug, das satte 10 000 Liter fasst. Die Kinder vor der Bühne halten sich die Ohren zu, wenn jedes Fahrzeug sein Kommen lautstark meldet. Wenig später stehen die roten Wagen zum Erkunden und Bestaunen auf dem Schulplatz parat.

Die Neuruppiner waren zuhauf auf den Schulplatz gekommen

Auf dem Platz wird ein Dixi-Klo aus Holz aufgebaut. Es ist nicht das, wonach es aussieht – soviel wird schnell klar. „Die Feuerwehr braucht mal ein Feuerzug“, ruft ein Kamerad und Minuten später steht das Häuschen in Flammen. Die Menge schaut nach den Rettern aus. „Wir warten auf die Wehr mit dem weitesten Anfahrtsweg“, erklärt Genz. Die seien echt starke Jungs und schaffen alles – außer pünktlich, wie man sieht. Das Häuschen bricht bereits zusammen, da rücken die Retter an – ein Bierwagen hatte die Linower – schick in Nachthemd und Stahlhelm gewandet – aufgehalten, verkünden sie. Der historische Spritzenwagen wurde – immer mit der Ruhe – aufgebaut und „abgefeuert“. Das meiste Wasser bekamen die Kameraden selbst und die ersten Zuschauerreihen ab. Ein spritziges Vergnügen. „Man munkelt, die Linower löschen heute auch noch so“, frozzelt der Mann am Mikro und Linows Wehrhauptmann Burghard Stranz verlässt den Platz nass und breit lächelnd. „Unsere Spezialität“, sagt er.

Technik wurde vorgeführt: historische aber auch moderne

„Ich bin sehr zufrieden mit der Resonanz“, sagt Stadtbrandmeister Reinhard Jachnick. „Ein toller Umzug“, lobt auch Feuerwehr-Urgestein Manfred Gotthardt. 32 Jahre war er aktiv, jetzt sind sein Sohn Andreas – der Heilige Florian – sowie Enkel und Urenkel in seine Fußstapfen getreten. Wehmütig ist er trotzdem. „Am liebsten würde ich noch mal auf die Leiter rauf“, sagt er. Jugendwart Anja Tolsdorf ist ebenfalls beeindruckt. Für die Kinder, die sie betreut, ist die Zahl 150 ja ziemlich abstrakt. „Wenn man ihnen erklärt, wie es früher so war, finden sie das extrem spannend“, erzählt sie über ihre Schützlinge, die später aus Feuerwehrteilen ein Geräte-Männchen zusammenschrauben. Überall auf dem Platz ist das Interesse an der Technik groß – auch an der druckfrischen Chronik „150 Jahre Feuerwehr Neuruppin“, die anlässlich des Jubiläums herausgegeben wurde.

Am Vormittag wurden bei einem Appell etliche Engagierte befördert und geehrt, darunter EAN-Chefin Monika Goldschmidt – sie erhielt die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbands. Fünf Neuruppiner wurden mit dem Feuerwehrehrenkreuz ausgezeichnet.

Von Regine Buddeke

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