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1500 Kritiken zum neuen Windplan

Windkraftplanung für OPR, OHV und Prignitz 1500 Kritiken zum neuen Windplan

Zum Entwurf des neuen Regionalplanes Wind für Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel sind gut 2000 Stellungnahmen eingegangen – 1500 sehen das Papier dabei sehr kritisch, sagte der Leiter der Planungsstelle, Ansgar Kuschel. Es sind Hinweise und Kritiken zu den 35 Eignungsgebieten, in denen künftig neue Windräder gebaut werden dürfen.

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930 Windräder stehen bereits in der Prignitz, in Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel – viele auch dicht an Orten wie hier in Kränzlin bei Neuruppin.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Erst Ende Juni nächsten Jahres will die Regionale Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel entscheiden, ob der Entwurf des neuen Planes, der das Aufstellen von Windrädern in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Oberhavel regeln soll, erneut ausgelegt werden muss. Bis dahin sollen die 2063 Stellungnahmen ausgewertet sein, die nach der dreimonatigen Auslegung des Papiers im Sommer eingegangen sind.

Drei Viertel der Statements sehen die Pläne für die sogenannten Windkrafteignungsgebiete in der Region sehr kritisch, sagte Ansgar Kuschel, Chef der Planungsstelle, am Mittwochabend bei der Regionalversammlung in Neuruppin. Den gut 1500 kritischen Hinweisen stehen demnach lediglich 400 positive Stellungnahmen gegenüber. Diese stammen vermutlich zumeist von Grundstücksbesitzern, die durch Windräder auf eine einträgliche Pacht hoffen, sowie von Vertretern von Windradplanungsfirmen. Charis Riemer vom Aktionsbündnis „Gegenwind“ zeigte sich deshalb auch keineswegs überrascht. „Es war zu erwarten, dass es auch Befürworter gibt.“ Vielmehr verwies Riemer darauf, dass es aus zehn Regionen besonders viel Kritik gab. Dazu gehören die Ämter Lindow und Temnitz sowie der Bereich Bölzke bei Pritz­walk. In diesen Gebieten sind auch lokale Bürgerinitiativen aktiv, die sich seit Monaten gegen einen weiteren Bau von Windrädern in ihrer Region aussprechen. „Die Initiativen haben sich damit schon bezahlt gemacht“, betonte Charis Riemer.

Die Hinweise sollen nun mit Fachleuten ausgewertet werden

Allerdings ist noch offen, ob und welchen Einfluss die Hinweise und Kritiken auf die insgesamt 35 Eignungsgebiete haben werden, die im Entwurf vorgesehen sind. „Wir sind keine Ornithologen und auch keine Ärzte“, sagte Chefplaner Ansgar Kuschel. Deshalb sollen die Hinweise nun mit Fachleuten besprochen werden. Danach wird sich entscheiden, ob der Entwurf wegen gravierender Änderungen nochmals öffentlich ausgelegt werden muss.

Derweil will die Planungsgemeinschaft weiterhin das Gespräch mit den Kommunen suchen. Denn diese wüssten nicht unbedingt, was in der ersten Runde des Beteiligungsverfahrens so alles vorgeschlagen wurde, sagte Kuschel. So umfassen die 35 Eignungsgebiete, die jetzt im Entwurf festgeschrieben sind, eine Fläche von 95 Quadratkilometern. Vorschläge gibt es jedoch für eine Fläche von 250 Quadratkilometern.

Der neue Regionalplan Wind ist notwendig, weil das alte Papier von 2003 stammt und längst nicht mehr den Ansprüchen einer Regionalplanung stand hält. Ohne neuen Plan könnten Windräder fast überall im Außenbereich errichtet werden. Denn laut Gesetz handelt es sich dabei um privilegierte Bauprojekte.

Widersprüchliche Hinweise

Im Entwurf des neuen Regionalplanes Wind für Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel sind 35 Eignungsgebiete ausgewiesen, in denen neue Windräder errichtet werden dürfen. 14 Flächen sind dabei neu.

Zu 33 dieser Eignungsgebiete gibt es widersprüchliche Hinweise, also sowohl heftige Kritik als auch absolute Zustimmung. Lediglich bei zwei Flächen herrscht Einigkeit: So wird das geplante Eignungsgebiet bei Neuglienicke generell abgelehnt. Nur Zustimmung erfährt indes der Vorschlag, bei Karstädt (Prignitz) ein Eignungsgebiet auszuweisen.

Umstritten ist, wie weit entfernt Windräder von Häusern stehen sollen. Laut dem alten Plan von 2003, der noch gilt, beträgt der Mindestabstand 500 Meter. Im neuen Plan sind nun 1000 Meter vorgeschrieben. Den Bürgerinitiativen reicht das aber nicht aus. Sie wollen, dass der Abstand das Zehnfache der Höhe des jeweiligen Windrades beträgt.

Von Andreas Vogel

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