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Ostprignitz-Ruppin 16 verletzte Polizisten nach Demo in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin 16 verletzte Polizisten nach Demo in Neuruppin
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18:57 08.06.2015
Bei der ANti-Neonazi-Demo sind 16 Polizisten verletzt worden. Quelle: MAZ
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Neuruppin

Insgesamt 16 Polizisten sind bei dem Großeinsatz anlässlich einer Neonazi-Kundgebung am Sonnabend in Neuruppin verletzt worden. „Die meisten Beamten erlitten Prellungen“, sagte Polizeisprecherin Dörte Röhrs am Montag auf Nachfrage. Einige klagen über Probleme mit dem Gehör, nachdem Böller in ihrer Nähe detoniert sind. Ein Polizist wurde so schwer am Knie verletzt, dass er erst einmal dienstunfähig ist. Einem habe ein Gegendemonstrant in die Hand gebissen.

Knapp 600 Rechtsextreme aus ganz Deutschland haben am Sonnabend in Neuruppin ihren sogenannten Tag der deutsche Zukunft abgehalten. Etwa 2000 Nazigegner stellten sich ihnen an mehreren Stellen in den Weg. Die Demonstranten hatten mit ihrem Protest Erfolg. Die Neonazis konnten nicht wie gewünscht demonstrieren und wurden von der Polizei zum Bahnhof eskortiert.

Liveticker

Die MAZ hat im Liveticker über die Demo berichtet. Den Verlauf der Demo können Sie hier nachlesen.

Für die Polizei war es „ein schwieriger Einsatz“, das hatte Einsatzleiter Bernd Halle schon vorher befürchtet. Die Stimmung war aufgeheizt. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen, meist mit Gegendemonstranten. Beamte haben mehrfach Schlagstock und Pfefferspray eingesetzt. In der Präsidentenstraße hat ein Wasserwerfer anrückende Nazigegner mit Sprühnebel gestoppt. Am Rathaus stürmten Gegendemonstranten auf eine Polizeikette los und versuchten, zu einer Sitzblockade zu gelangen. Bei dem Zusammenstoß wurden auch Gegendemonstranten verletzt. Wie viele Verletzte es am Sonnabend insgesamt gab, war am Montag noch unklar.

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Der Demonstrationszug der Neonazis startete bereits zu spät, weil es zu vielen Gegendemonstrationen kam.Der Tag im Liveticker unter: www.MAZ-online.de/neuruppin

Lob und harte Kritik am Polizeieinsatz

„Im Wesentlichen sind wir erleichtert und zufrieden, wie der Tag gelaufen ist“, sagt Martin Osinski vom Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“. Den Einsatz der Polizei lobt er: „Die Beamten hatten eine schwere Aufgabe.“ Dass so viele Polizisten angegriffen wurden, schockierte ihn: „Wir haben immer gesagt, die Polizei ist nicht unser Gegner. Wenn Beamte verletzt wurden, dann bedauere ich das sehr.“

Schlappe

Für die Neonazis ist die Demo eine Schlappe. Sie konnten nur wenige Meter gehen, dann wurde ihre Demo beendet. Dennoch: Experten warnen vor einer Radikalisierung der Szene.

Kritik an der Polizei kam vom Landesverband der Jusos. Florian Görner sieht „massive Pflichtverletzungen“, vor allem beim Einsatz an der Franz-Künstler-Straße. Dort hatte die Polizei eine Sitzblockade umstellt und den Aufzug der Neonazis unmittelbar daneben vorbeigeführt. Gabriele Schlamann vom Mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus hält das für eine „besonnene Polizeistrategie“. Görner echauffiert sich, dass Rechtsextreme Plastikflaschen und Böller in die Blockade werfen konnten, ohne dass die Polizei einschritt. Er räumt jedoch ein, dass auch einige Gegendemonstranten Flaschen warfen.

30 Ingewahrsamnahmen und 9 Ermittlungsverfahren

Laut Polizei wurden im Laufe des Tages 30 Gegendemonstranten vorübergehend in Gewahrsam genommen und nach Oranienburg gebracht. Dort wurden ihre Personalien aufgenommen, bevor sie nach Hause gehen konnten. Gegen neun läuft ein Verfahren wegen Körperverletzung und Widerstandes gegen Polizisten. Ein Neonazi wurde wegen einer in die Haut tätowierten Siegesrune angezeigt.

Die Polizei meldete am Sonnabend, dass Gegendemonstranten einen Zug mit Rechtsextremen bei Velten gestoppt hätten. Am Sonntag gab es eine Korrektur: Das Ganze passierte demnach in Höhe des alten Bahnhofs in Neuruppin. Allerdings scheint unklar, ob die Nazigegner wirklich die Bahnstrecke blockieren wollten; sie liefen wohl neben den Gleisen, um zum Bahnhof West zu kommen und gegen den Naziaufzug zu demonstrieren. Die Bundespolizei nahm 15 von ihnen kurz in Gewahrsam.

Von Reyk Grunow

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