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17 Flüchtlingswohnungen in Gühlen-Glienicke

Neue Pläne 17 Flüchtlingswohnungen in Gühlen-Glienicke

Im Neuruppiner Ortsteil Gühlen-Glienicke will der Landkreis in 17 leer stehenden Wohnungen bis zu 90 Flüchtlinge unterbringen. Die Begeisterung darüber hielt sich beim Ortsbeirat am Dienstagabend in Grenzen. Leben doch in Gühlen-Glienicke nicht einmal 200 Leute. Wann die Wohnungen bezugsfertig sind und wann die Flüchtlinge kommen werden, ist unklar.

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Auch Ortsvorsteher Michael Peter (M.) wurde von den Plänen des Kreise überrascht.

Quelle: Andreas Vogel

Gühlen-Glienicke. Die Kreisverwaltung stößt mit ihren Plänen, im Neuruppiner Ortsteil Gühlen-Glienicke bis zu 90 geflüchtete Menschen unterbringen zu wollen, auf viel Skepsis. Das wurde am Dienstagabend bei der Sitzung des Ortsbeirates deutlich, bei der Vize-Landrat Werner Nüse (SPD) erstmals über die Pläne öffentlich informierte. Schon über dieses Vorgehen war Ortsvorsteher Michael Peter (CDU) sauer. „Ich bin zuvor genau so wenig von Stadt und Kreis informiert worden, wie alle anderen Einwohner.“ Demonstrativ verließen Peter und sein Stellvertreter Frank Müller deshalb das Podium und setzten sich zu den mehr als 50 Einwohnern, die ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen waren. Die Moderation für die Informationsrunde zwischen Kreisverwaltung und Einwohnern übernahm Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin), der auf Bitten Peters nach Gühlen-Glienicke geeilt war.

Der Kreis hat in Gühlen-Glienicke 18 leer stehende Wohnungen in zwei Neubaublöcken gemietet. In 17 Wohnungen sollen Asylbewerber einziehen können, wenn die Quartiere hergerichtet sind. In einer Wohnung sollen ein Spielzimmer für Kinder, das Büro für die Sozialarbeiter sowie ein Gemeinschaftsraum eingerichtet werden. In Letzterem könnten ebenfalls Deutschkurse für die Flüchtlinge angeboten werden, sagte Martin Osinski. Er ist Flüchtlingskoordinator der Ruppiner Kliniken, die sich im Auftrag des Landkreises um die Betreuung der Asylbewerber kümmern.

Der Kreis weiß nicht, wie viele Flüchtlinge er aufnehmen soll

Allerdings ist bisher weder klar, wann die Wohnungen in Gühlen-Glienicke bezugsfertig sind, noch wann diese belegt werden. „Wir wissen derzeit überhaupt nicht, wie viele Flüchtlinge wir in diesem Jahr aufnehmen sollen“, sagte Vize-Landrat Nüse. Denn während die Landkreise im vergangenen Jahr noch in unregelmäßigen Abständen vom Land über prognostizierte Flüchtlingszahlen und Aufnahmequoten informiert wurden, wagt seit Monaten niemand mehr eine Prognose. Gleichwohl müssen die Kreise vorbereitet sein, innerhalb kürzester Zeit wieder Asylbewerber aufzunehmen. Zwar ist die Balkonroute durch das Schließen der Grenzen für Flüchtlinge versperrt. Doch zum einen hat sich Deutschland verpflichtet, syrische Kriegsflüchtlinge direkt aus der Türkei ins Land zu holen. Zum anderen wird davon ausgegangen, dass sich Asylbewerber nun neue Wege nach Deutschland suchen werden. Darauf will der Kreis vorbereitet sein. „Wir waren im vergangenen Jahr kurz davor, auch Turnhallen belegen zu müssen“, sagte Osinski. Derartige Situationen will der Kreis vermeiden und deshalb Wohnungen in petto haben.

Busanbindung nach Neuruppin ist nicht ideal

Dass in Gühlen-Glienicke gleich 90 Flüchtlinge untergebracht werden sollen, dafür gab es unter den Einwohnern wenig Verständnis. „Wir sind doch nur 114 Leute im Ort“, hieß es mehrfach. Wie solle da eine Inte­gration gelingen? Den Eigentümer der Wohnungen interessiere das sicher nicht. „Der wohnt ja in Berlin.“ Auch die Busanbindung nach Neuruppin sei nicht ideal. Dem stimmte Vize-Landrat Nüse zu, zumal in der Ferienzeit nur zweimal am Tag ein Bus in die Kreisstadt fährt. Die Situation sei aber besser als beispielsweise in Lentzke, so Nüse. In dem 400-Einwohnerdorf leben 70 Flüchtlinge in einem Wohnverbund. Dort helfen Einwohner den Neuankömmlingen bei Behördengängen und Einkäufen. Der Kreis hofft, dass es ein ähnliches Engagement ebenfalls in Gühlen-Glienicke geben wird, wenn die Flüchtlinge da sind. Denn die meisten Asylbewerber, die derzeit im Landkreis aufgenommen werden, stammen aus Syrien. Sie sind, mit oder ohne ihre Familien vor den Kämpfen in ihrem Land geflüchtet. Dort bekriegen sich seit Monaten mehrere Parteien: die Terrormiliz IS, die Armee von Präsident Baschar al-Assad und mehrere Oppositionsgruppen.

Von Andreas Vogel

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