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Ostprignitz-Ruppin Riesige Rauchwolke über der Heide
Lokales Ostprignitz-Ruppin Riesige Rauchwolke über der Heide
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02:19 24.03.2018
Das Wetter stimmte am Montag: Es war kalt und herrschte kaum Wind. Deshalb konnten 170 Hektar in Brand gesetzt werden. Quelle: Bima/BF Westbrandenburg
Neuruppin

Die riesige Rauchwolke, die am Montag über der Kyritz-Ruppiner Heide aufstieg, war sowohl in Neuruppin als auch in Wittstock zu sehen. „Es war gute Sicht. Man konnte 30 Kilometer weit sehen“, sagt Rainer Entrup. Der Bundesförster, der im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) für die Kyritz-Ruppiner Heide zuständig ist, war am Mittwoch zufrieden.

Eine 170 Hektar große Fläche brannte

Zwar ging es am Montag bei dem Brand einer etwa 170 Hektar großen Fläche nicht darum, die Heide aus Naturschutzgründen durch das Feuer zu „verjüngen“, damit dort auf der Fläche kein Wald wächst. Vielmehr ging es darum, auf einer rund 1100 Hektar großen Verdachtsfläche sogenannte Streuwaffen zu finden, wie etwa Kugelbomben.

Streuwaffen dürfte es in Deutschland nicht mehr geben

Denn Streuwaffen dürfte es eigentlich gar nicht mehr in Deutschland geben, da sie international geächtet sind. Auch Deutschland ist 2009 einer Charta der Vereinten Nationen beigetreten, wonach bis 2020 alle Streuwaffen auf dem jeweiligen Staatsterritorium vernichtet sein sollen. Ob Deutschland diesen Zeitplan einhalten kann, hängt davon ab, wie schnell die Munitionssucher in der Kyritz-Ruppiner Heide sind.

Drei Munitionsfirmen arbeiten in der Heide

Im Auftrag der Bima, die seit 2011 Eigentümerin der 12 200 Hektar großen Heide ist, sind derzeit drei Munitionsfirmen mit etwa insgesamt 100 Mitarbeitern dabei, die Verdachtsfläche abzusuchen. Dafür wurden 50 mal 50 Meter große Bereiche eingeteilt.

Sonden suchen bis in eine Tiefe von 30 Zentimetern

Durch das Feuer von Montag sei nun erst mal genug Fläche da, die mit Sonden abgesucht werden könne, sagte Entrup. Nach dem Abbrennen der Heide auf dieser Fläche könnten die Sonden bis auf eine Tiefe von 30 Zentimetern im Boden erkennen, ob dort verdächtige Metallgegenstände liegen, so Entrup. Mit dem Heidekraut hätten die Sonden schon ab einer Höhe von etwa 20 Zentimetern den Boden absuchen müssen.

Eine Tiefe von 30 Zentimetern unter der Erdoberfläche gilt als ausreichend. Denn Munitionsexperten sind sich einig, dass die meisten Streuwaffen selbst dann nicht tief in den Boden eindringen, wenn sie aus der Luft abgeworfen wurden. Grund: Eine Kugelbombe wiegt gerade mal 500 Gramm.

Schon mehr als 650 Streuwaffen in der Heide gefunden

Allerdings haben die Experten haben seit Beginn der Suche in der Heide schon mehr als 650 Exemplare von acht verschieden Typen dieser hoch explosiven Munition gefunden, sagte Feuerwerker Daniel Seidel am Mittwoch.

Tödlicher Radius liegt bei knapp 100 Metern

Der tödliche Radius einer tennisballgroßen Kugelbombe – jede enthält gut 100 Stahlkugeln sowie 100 Gramm Sprengstoff – liegt bei knapp 100 Metern. Bei ihrer Explosion durchschlagen die Stahlkugeln mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1200 Metern je Sekunde alles, was in der Nähe ist.

Nach dem Abbrennen der Heide kann die Fläche besser nach Streuwaffen untersucht werden. Quelle: Bima/BF Westbrandenburg

Deshalb kommt der Kampfmittelräumdienst der Polizei regelmäßig in die Heide zum Sprengen. Denn die Mitarbeiter der Bima und der Räumfirmen dürfen die Funde lediglich sichern und müssen sie dokumentieren, sprengen darf sie aber laut Landesgesetz allein der Kampfmittelräumdienst.

4000 Hektar Heide sollen erhalten bleiben

Weil jetzt drei Firmen mit 100 Mitarbeitern in der Heide arbeiten, ist die Bima derzeit mit dem Kampfmittelräumdienst im Gespräch, ob dieser öfter als bisher zum Sprengen kommen kann. Die Bima hat sich mit der Heinz-Sielmann-Stiftung, die seit 2012 rund 4000 Hektar der Heide betreut, darauf geeinigt, dass etwa 4000 Hektar Heide erhalten werden sollen. Das bedeutet, dass jedes Jahr zwischen 150 und 300 Hektar Fläche „geflämmt“ werden müssen.

Bisher ging es dabei um Bereiche, die nur wenig mit Munition belastet sind. Da nun aber auch Flächen beräumt werden, die hoch belastet sind, könnten diese vielleicht ebenfalls für die Heide erhalten werden. Genaue Absprachen dazu gibt es allerdings noch nicht.

Von Andreas Vogel

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