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20 Jahre Motorverbot auf dem Untersee

Kyritz/Wusterhausen 20 Jahre Motorverbot auf dem Untersee

Motorboote sorgten vor 20 Jahren am Ufer des Untersees in Kyritz und Wusterhausen für Aufregung. Das Land hatte das Gewässer für den Verkehr freigegeben, doch die Anlieger forderten, dass das Motorverbot aus den 50er Jahren seine Gültigkeit behält- bis heute.

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Motoren verboten: Nur für Elektroboote und einige andere wie die Inselfähre gelten Ausnahmen.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Wenn die Fähre zur Insel im Kyritzer Untersee fährt, dann tuckert ihr Diesel deutlich hörbar durch die Stille. Denn in der Regel ist die Fähre das einzige motorisierte Wasserfahrzeug weit und breit.

Verbrennungsmotoren sind auf der Kyritzer Seenkette bis auf wenige Ausnahmen verboten. Vor 20 Jahren haben sich Kyritzer und Wusterhausener mit einiger Vehemenz dafür stark gemacht, dass das auch so bleibt.

Immerhin ging es um die Bewahrung einer Tradition. Seit Anfang der 50er Jahre gilt das Verbot für Motorboote auf dem Ober-, dem Unter- und dem Bückwitzsee. „Das war eine Folge des sich entwickelnden Landschafts- und Naturschutzes in der DDR“, erinnert sich Lothar Schnick aus Wusterhausen. Er setzte sich Mitte der 90er Jahre ebenfalls für den Fortbestand der Regelung ein.

Zu Beginn des Jahrzehnts war die Zuständigkeit für die Seen vom Kreis auf das noch junge Land Brandenburg übergegangen. Dabei stufte man den Untersee mit dem Landeswassergesetz von 1994 kurzerhand als Landeswasserstraße ein. „Praktisch waren die Seen ja schiffbar“, sagt der amtierende Leiter der Wasserschutzpolizei der Polizeidirektion Nord Andreas Pompetzki. „Also legt der Gesetzgeber fest, wie sie genutzt werden dürfen.“

In Kyritz und Wusterhausen löste die damalige Festlegung des Gesetzgebers einige Überraschung aus. Bald waren erste Motorboote auf dem Untersee unterwegs. Nicht zuletzt die Eigentümer von Bootshallen fürchteten um ihre Ruhe. Lothar Schnick gehörte zu ihren Interessenvertretern und führte regen Schriftwechsel mit der Landesregierung. 1995 folgte schließlich ein Erlass, der die Nutzung von Verbrennungsmotoren bis heute rigoros einschränkt. Lothar Schnick ist immer noch stolz: „Das ist etwas, das wir Ehrenamtlichen mit eigener Kraft geschafft haben.“

Für 1996 kündigte man sogar die Streichung des Sees von der Liste schiffbarer Landesgewässer an. Dazu kam es dann aber doch nicht. Denn wahrscheinlich hätte das auch das Aus für die Fahrgastschifffahrt bedeutet. So ist der See nun offiziell zwar schiffbar, aber es gelten klare Einschränkungen. Generell sind nur Boote mit Elektroantrieb erlaubt. Ausnahmen gibt es für die Ausflugsdampfer, die Fähre, den Fischer, für Begleitfahrzeuge bei sportlichen Veranstaltungen und für natürlich Rettungseinsätze.

Diese Regeln werden auch eingehalten, berichtet Andreas Pompetzki von der Wasserschutzpolizei. Über den letzten Verstoß muss er ein Weilchen nachdenken: „Vor langer, langer Zeit war wohl mal ein Motorboot da ...“ Im Alltag müssen sich die Wasserschutzpolizisten eher mit anderen Dingen befassen: mit Booten, die direkt am Schild festmachen, oder mit Autofahrern, die das Ufer befahren.

Sollte doch mal jemand unberechtigt auf dem Untersee Motorboot fahren, so wäre das eine Ordnungswidrigkeit und die kann je nach Schwere des Vorfalls mit Bußen von bis zu 50 000 Euro geahndet werden. Zwar ist die Wasserschutzpolizei nur zwei- bis dreimal im Jahr zu Kontrollen auf dem nur über Land erreichbaren Untersee aktiv, doch Andreas Pompetzki versichert: „Bei Beschwerden kommen wir natürlich auch so.“

Von Alexander Beckmann

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