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Ostprignitz-Ruppin 200 Radler beim Fahrradtag
Lokales Ostprignitz-Ruppin 200 Radler beim Fahrradtag
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00:17 04.05.2017
Knapp 200 Aktive starteten am Sonnabend auf dem Neuruppiner Schulplatz zu einer der fünf Strecken des Fahrradtages.  Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

 Knapp 200 Radler haben am Sonnabend eine der fünf Touren beim fünften Fahrradtag in Neuruppin in Angriff genommen – trotz eisigen Windes, ständiger Regen- und sogar eines Graupelschauers. Auch Christina Salewski ließ sich von dem kalten Aprilwetter nicht davon abhalten, aufs Rad zu steigen. „Das ist wie ein gemeinsamer Familienausflug und außerdem für einen guten Zweck“, sagte die Neuruppinerin. Denn der Fahrradtag stand unter dem Motto „Gemeinsam gegen Mukoviszidose“. Rund 600 Erkrankte gibt es in der Region Berlin-Brandenburg. Den ganzen Tag über wurde um Spenden gebeten, um Kindern, die an der genetisch bedingten und unheilbaren Stoffwechselerkrankung leiden, spezielle Klimatherapien anbieten zu können. Schon beim vierten Fahrradtag im vergangenen Jahr waren in Neuruppin 650 Euro für den Mukoviszidose-Landesverband zusammengekommen.

Unter dem Motto „Fahr Rad, gemeinsam gegen Mukoviszidose“ stand der nunmehr fünfte Fahrradtag in Neuruppin. Fünf unterschiedliche Radtouren zwischen 15 und 150 Kilometer Länge, eine Entdeckertour durch Neuruppin und ein vielseitiges Rahmenprogramm lockten zum Startpunkt auf den Schulplatz der Stadt. Startgelder und Spenden kommen an Mukoviszidose erkrankten Menschen zugute.

Über solche Aktionen freut sich Werner Schönfeldt (69). Sein Sohn leidet seit mehr als 30 Jahren unter der seltenen Krankheit, bei der der Schleim im Körper durch eine Fehlfunktion nicht abgebaut werden kann. Schönfeldt engagiert sich im Landesverband und sorgte am Sonnabend als rasender Reporter mit für die Unterhaltung auf dem Schulplatz. Diese begann mit Frühsport zum Erwärmen und Blasmusik mit dem Oldie-Fanfarenzug aus Hohen Neuendorf und reichte bis zum kostenlosen Codieren von mehr als 60 Fahrrädern. Mädchen und Jungen der Jugendkunstschule zeigten auf der kleinen Bühne ebenso ihr Können wie eine Bauchtänzerin. Uwe Wöller vom Ruppiner Radsportclub 1909/1990, der Club hat den von der MAZ präsentierten Fahrradtag organisiert, freute sich indes vor allem auf die Vorführungen der Einrad-Gruppe der Gauklerkids. Die fünf Mädchen hatten eigens für den Tag eine spezielle Choreographie einstudiert.

Der Bürgermeister führt die MAZ-Tour an

Aufgeregt war ebenfalls Noel Roschewski. Der siebenjährige Neuruppiner war am Sonnabend bereits zum zweiten Mal mit seiner Oma beim Fahrradtag dabei – und startete bei der MAZ-Tour, die nach Nietwerder und Wulkow führte, direkt neben Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde. Nicht aus der Ruhe zu bringen war hingegen Herbert Rehnelt aus Gildenhall. Der 75-Jährige hatte für die 40-Kilometer-Tour über Zermützel, Rottstiehl und Binenwalde sein Liegerad wieder fit gemacht, dass der Gildenhaller 1995 selbst gebaut hatte. Die 40 Kilometer waren für Rehnelt keine allzu große Herausforderung. Hat doch der Senior auch schon die Müritz mit seinem Rad umrundet – die Strecke ist mehr als 90 Kilometer lang.

Nicole Beier (42) hatte am Sonnabend ebenfalls keine Probleme. Dabei hatte sich die Neuruppinerin für die 100-Kilometer-Strecke entschieden. „Das ist für mich eine Trainingsfahrt“, sagte Beier. Sie bereitete sich damit für ihren nächsten Triathlon vor. „Draußen an der frischen Luft Laufen, Schwimmen und Radfahren, das ist wie Spielen für Erwachsene“.

Platz frei für die Einradkünstler: Die fünf Mädchen von den Gauklerkids zeigten eine eigens für den Tag einstudierte Choreographie. Quelle: Andreas Vogel

Mit einer Überraschung endete die Fahrradtour für Mareike Kasberger. Die 31-jährige Neuruppinerin erwischte bei den 500 Tombolalosen, deren Erlös für den Mukoviszidose-Landesverband bestimmt ist, einen der drei Hauptgewinne – ein Fahrrad. Die Neuruppinerin konnte ihr Glück kaum fassen. War ihr doch erst kurz vor dem Start ein neues Fahrrad überreicht worden, mit dem sie auf Tour ging. Dieses Rad hatte Kasberger 2016 beim Fahrradtag gewonnen, bei einem Gewinnspiel der AOK. „Das ist kaum zu glauben“, sagte Wöller. Der Vereinschef des Ruppiner Radsportclubs zeigte sich angesichts dieser Überraschung etwas versöhnt. Er hatte gehofft, dass in diesem Jahr mehr Aktive als 2016 zum Radeln kommen. Damals waren es 300. Aber vielleicht wird die Marke ja im nächsten Jahr geknackt.

Daumen hoch: Als Mareike Kasperger für dieses Foto mit ihrem neuen Rad posierte, wusste sie noch nicht, dass der Nachmittag noch eine besondere Überraschung für sie bereithielt. Quelle: privat

Von Andreas Vogel

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