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Ostprignitz-Ruppin 22-Jährigen blutend zurück gelassen
Lokales Ostprignitz-Ruppin 22-Jährigen blutend zurück gelassen
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00:18 16.03.2017
Quelle: dpa
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Wittstock

Geplant war für den Verhandlungstag am Montag eigentlich ein Urteil. Damit hatten auch die drei Angeklagten gerechnet, die sich derzeit wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Neuruppiner Amtsgericht verantworten müssen.

Drei schweigende Angeklagte

Daniel S., Pierre S. und Patrick D. sollen diejenigen gewesen sein, die den 22-jährigen Chris L. am 21. Februar 2015 in der Nacht in seiner Wohnung in Wittstock überfallen haben. Die drei zwischen 26 und 38 Jahre alten Männer sagen nichts zu den Vorwürfen.

Da das Gericht noch Polizeibeamte als Zeugen hören wollte, hatte es für den 13. März einen weiteren Verhandlungstag angesetzt. Doch unvorhergesehener Weise musste ein Verteidiger ins Krankenhaus.

Der schnell als Ersatz herbei gerufene Verteidiger Uwe Meyer hatte weder Zeit noch Gelegenheit gehabt, sich in die Sache einzuarbeiten. Er hatte auch nicht den ersten Verhandlungstag miterlebt. Er hätte also den Mandanten nicht wie erforderlich verteidigen können. Deshalb entschied das Gericht, sich auf den 3. April zu vertagen. In der Hoffnung, dass dann der Verteidiger wieder gesund ist und der Angeklagte Daniel S., der noch in dieser Woche operiert werden soll, auf dem Damm ist.

Mutmaßliche Täter nicht erkannt

Die drei für Montag geladenen Zeugen konnten unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen. Die Vorsitzende Richterin Kathrin Reiter verlas lediglich die Protokolle der Durchsuchung, die kurz nach der Tat bei den Angeklagten stattgefunden hat. Bei allen dreien hatte die Polizei dunkle Kleidungsstücke gefunden. Ob das die von Chris L. beschriebenen Sachen waren, ist nicht geklärt. Wie so manches nicht in diesem Fall: Weder Chris L. noch seine drei damals anwesenden Freunde hatten einen der Angreifer erkennen können.

Patrick D. hatte nur vage Erinnerungen an jenen Februarabend, wie er am ersten Verhandlungstag aussagte. Demnach war er, gut angetrunken, unterwegs in Wittstock mit Daniel S. Sie wollten Pierre S. abholen und dann „weiter feiern und trinken“.

Plötzlich hielten zwei Polizeiwagen. Die Polizisten hinderten sie am Weitergehen und wollten ihre Ausweise sehen. Er geht davon aus, dass sie der Aufforderung nachgekommen sind. Daran erinnern konnte sich der 26-Jährige nicht. Nur so viel: „Es muss ja glimpflich ausgegangen sein, sonst hätten sie uns nicht nach Hause gelassen“.

„Wir waren wie gelähmt“

Die 19-jährige Theresa H. war zu Besuch bei Chris L. Ihr war der nächtliche Überfall noch gut im Gedächtnis. Sie und die beiden anderen Gäste waren von den vermummten Gestalten ins Schlafzimmer gedrängt worden und konnten das Geschehen nur durch die geschlossene Tür verfolgen. „Wir waren wie gelähmt“, sagte sie. Das ganze war eine Sache von Minuten. Als alles vorbei war, lag Chris L. blutend auf dem Boden. Der Fernseher, ein Blumentopf und der Katzenkratzbaum waren kaputt, so ihre Erinnerung.

Nicht kooperationsbereit

Die Polizei hatte den Auftrag, in Wittstock Ausschau nach drei flüchtigen Tätern, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind, Ausschau zu halten. Die Beamten stellten drei dunkel gekleidete Männer. „Eine Kooperation mit uns war nicht wirklich gegeben“, sagte ein Polizist. Nur mit „viel gutem Zureden“ hätte Pierre S. an seiner Wohnanschrift seine Personalien herausgerückt. Bei Patrick D. stellten sie eine Verletzung an der Hand fest. Die habe er sich beim Schrauben am Auto zugezogen, war dessen Begründung, also vor dem jetzt angeklagten Überfall. Auch dazu will das Gericht noch Zeugen hören.

Am 3. April wird die Verhandlung fort gesetzt.

Von Dagmar Simons

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