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22-Jährigen in eigener Wohnung überfallen

Wittstock 22-Jährigen in eigener Wohnung überfallen

Drei Männer zwischen 38 und 26 Jahren sollen einen 22-Jährigen in seiner Wohnung in Wittstock nachts überfallen, geschlagen und getreten haben. Seit Dienstag müssen sich die drei vor dem Neuruppiner Amtsgericht verantworten. Sie schweigen zu den Vorwürfen. Das Opfer und seine Freunde haben die Angreifer nicht erkannt – sie waren vermummt.

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Quelle: dpa

Wittstock. Fest steht, dass der 22-jährige Chris L. am 21.  Februar 2015 mitten in der Nacht von drei maskierten Männern in seiner Wohnung in Wittstock überfallen wurde. Nur von wem, ist die Frage. Denn erkannt hat Chris L. keinen.

Opfer erkannte Angreifer nicht

Die Staatsanwaltschaft hielt Daniel S., Pierre S. und Patrick D. für die Schuldigen und klagte sie wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung an. Seit Dienstag müssen sich die drei zwischen 38 und 26 Jahren alten Männer vor dem Neuruppiner Amtsgericht verantworten. Sie schweigen.

Das Opfer, der 22-jährige Chris L., kann sich noch gut an die Nacht erinnern. Er hatte Besuch von drei Freunden. Plötzlich hörten sie Krach auf der Straße. Vom Balkon aus konnten sie drei Personen beobachten, die nach vergeblichem Klingeln die Haustür eintraten, so Chris L. Die Unbekannten klopften an seiner Wohnungstür und riefen: „Aufmachen, Polizei.“

Tür eingetreten und Wohnungsinhaber übermannt

Als Chris L. nicht reagierte, traten die ungebetenen Besucher die Tür ein, übermannten den Wohnungsinhaber und nahmen ihm den abgebrochenen Baseballschläger, den er vorsichtshalber in der Hand hatte, ab. Die drei anderen drängten sie ins Schlafzimmer. Sie bekamen durch die Tür mit, was ihrem Freund angetan wurde und riefen die Polizei. Chris L. erinnerte sich, gefragt worden zu sein, ob er Nazi sein. Als er das verneinte, wurde er als Zecke beschimpft und – am Boden liegend – geschlagen und getreten. Er habe eine Platzwunde am Kopf und Prellungen am Rücken erlitten, wie er vor Gericht schilderte.

Schon öfter von Nazis angepöbelt

Als Grund für den Überfall fiel dem jungen Mann mit den langen Dreadlocks nur sein Aussehen ein. „Ich hatte schon öfter Ärger.“ Er sei schon früher von Nazis angepöbelt worden. Den Angeklagten Pierre S. kenne er noch von der Schule. „Wir kennen unsere Gesinnung. Das war nie ein Problem.“

In einem der Täter meinte er damals, den ehemaligen Schulkameraden erkannt zu haben. „Das mache ich aber nur an der Gesamterscheinung und einem schwarz-weißen Palästinensertuch, das Pierre S. immer trug, fest.“ Er selbst hat keinen der Angreifer erkennen können. „Die waren vermummt. Ich konnte nur Augen und Haare sehen.“

Sein Nachbar Philipp M. hatte am Tatabend mit den drei Angeklagten in der Sky-Lounge gezecht. Wie er aussagte, habe Pierre S. davon geredet, dass er aus der rechten autonomen Szene sei. Das Gespräch, so Philipp M., sei auf die „Gegner“ gekommen. Dabei sei der Name Chris L. gefallen, der angeblich Mitglied bei der Antifa sein soll. Daraufhin habe er eingeworfen, dass Chris L. sein Nachbar sei.

Die drei seien dann aufgebrochen, weil sei Zigaretten holen wollten – und seien nicht wiedergekommen. Er habe sich dann auf den Heimweg gemacht Vor dem Haus stand schon die Polizei.

Alibi für die Tatzeit

Pierre S. bekam vom Lebensgefährten seiner Mutter ein Alibi für die Zeit. Pierre habe nur kurz das Haus verlassen, zu kurz, um als Täter in Betracht zu kommen, so Dietmar B. Die Polizei stellte die drei mutmaßlichen Täter in der Nacht in der Nähe der Maxim-Gorki-Straße. „Sie waren sich keiner Schuld bewusst. Wir hätten sie nur angehalten, weil wir sie aus früheren Einsätzen kennen würden“, sagte der Beamte. Es gibt noch offene Fragen, die das Gericht klären will.

Am Montag wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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