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24-Stunden-Einsatz für junge Retter

Wittstock 24-Stunden-Einsatz für junge Retter

Erstmals erlebten künftige Feuerwehr- und Rotkreuz-Rettungskräfte in Wittstock einen 24-Stunden-Dienst als Übung. Sie mussten allerhand nachgestellte Einsätze bewältigen und übernachteten in der Feuerwache

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Rauf aufs Fahrzeug und los zum Einsatz – die Jugendwehr übte unter realistischen Bedingungen.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Ein Baum liegt quer über der Straße. Der Pieper geht. Jetzt ist keine Zeit zu verlieren. Das Einsatzfax gibt nähere Informationen zu Ort und Ereignis. Rein in die Uniform, rauf aufs Fahrzeug und los. Schließlich muss der Baum schnellstens von der Fahrbahn. Nahezu zeitgleich wurde auch noch eine Ölspur gemeldet, die ebenfalls rasch beseitigt werden muss. Es gibt also alle Hände voll zu tun. Kurz nach 17 Uhr machen sich die Fahrzeuge von der Wittstocker Feuerwache aus auf den Weg.

Auf den ersten Blick Feuerwehr-Routine. Doch das täuscht. Diese Einsätze waren nicht nur etwas Besonderes, sondern auch eine Premiere. Noch nie zuvor hatte es sie in dieser Art in Wittstock gegeben. Am Samstag und Sonntag erlebten 14 Mitglieder der Wittstocker Jugendfeuerwehr gemeinsam mit neun Angehörigen der Wittstocker Jugendrotkreuzgruppe einen 24-Stunden-Dienst. „Dabei geht es darum, den Jugendlichen einen Eindruck davon zu vermitteln, was in echten Einsätzen auf sie zukommt“, sagt Jennifer Dürkoop, die stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin, die mit ihrem Amtskollegen Dominik Laue das Geschehen begleitete. Außerdem sollten das Zusammenwirken von Feuerwehr und Rotkreuz-Helfern geübt und die Kameradschaft gestärkt werden.

Von Einsatz zu Einsatz

Die Einsätze für die neun bis 16 Jahre alten Nachwuchs-Helfer waren gestellt, hatten es aber trotzdem in sich. Nach dem beschriebenen Einsatz-Auftakt war den jungen Rettern nicht viel Ruhe vergönnt. Am Abend ging es mit einem großen Brand samt „unklarem Feuerschein“ weiter. Am späten

Die jungen Helfer räumen Äste von der Straße

Die jungen Helfer räumen Äste von der Straße.

Quelle: Feuerwehr Wittstock

Abend waren zwei Autos ineinandergekracht. Vier verletzte Menschen mussten medizinisch erstversorgt werden. Erst gegen 23 Uhr ging es zurück zur Wache und ins Bett. Am Sonntagmorgen löste eine Brandmeldeanlage aus, und die Teilnehmer mussten das Gebäude überprüfen. Danach wartete ein Verkehrsunfall, an dem ein Radfahrer beteiligt war und ein Rettungshubschrauber angefordert werden musste. Nach dem Mittagessen ereignete sich am Sonntag kurz vor 13 Uhr dann der Höhepunkt des Übungsmarathons. Aus einem großen Gebäude quoll Rauch. Vier Menschen darin wurden vermisst. Am Nachmittag gab es schließlich noch einen Mülltonnenbrand, der gelöscht werden wollte. Alle Übungseinsätze fanden in Wittstock oder nur wenige Kilometer entfernt statt. Die Übungsszenarien waren auf die Jugendlichen zugeschnitten. Der „Baum über der Straße“ waren Äste, die mit einer Bügelsäge statt der Kettensäge zerlegt wurden. Brände fanden nur mit imaginärem Feuer statt. „Verletzte“ waren entsprechend geschminkt.

Fünfzehnjähriger Paul Winkel war Zugführer

Die Einsatzleitung übernahmen Jugendliche aus den eigenen Reihen – samt Gruppenführer und sogar Zugführer. In letzterer Position war Paul Winkel. Er ist 15 Jahre alt, aber schon seit acht Jahren bei der Feuerwehr. „Die Führungspositionen übernehmen Jugendliche, die bereits über viel

Bei dieser Übung mussten vier Personen aus einem verqualmten Haus gerettet werden

Bei dieser Übung mussten vier Personen aus einem verqualmten Haus gerettet werden.

Quelle: Feuerwehr Wittstock

Feuerwehrwissen verfügen“, sagt Jennifer Dürkoop. Fürs Begleiten der Jugendlichen und das Vorbereiten der Einsatzszenarien sorgten rund 20 Feuerwehrleute und fünf Helfer vom Deutschen Roten Kreuz, darunter auch Monique Thienelt, die die Jugendrotkreuzgruppe leitet. Bei allem sei darauf geachtet worden, dass die Jugendlichen ausreichend Schlaf bekamen – und natürlich Essen. Dafür hatten lokale Bäckerei- und Fleischereibetriebe kostenlos gesorgt.

Andy Füllgraf und Frank Baumann, beide stellvertretende Wehrführer der Wittstocker Feuerwehr, begrüßten die Jugendlichen zu ihrem 24-Stunden-Dienst. Er dauerte von Samstag, 16 Uhr, bis Sonntag, 16 Uhr, und damit sogar 25 Stunden lang – wegen der Umstellung auf die Winterzeit. Ausgeglichen wurde das aber dadurch, dass auf einen Einsatz aus Sicherheitsgründen verzichtet wurde – wegen des ganz realen Sturms. Der forderte die Wittstocker Feuerwehr am Sonntag zwischen 5 und 11.30 Uhr in zwölf echten Einsätzen.

Der Jugendfeuerwehr Wittstock gehören laut Jennifer Dürkoop aktuell insgesamt 60 Mitstreiter an, inklusive der Ortsteile sowie den Feuerwehr-Kindern aus der Florian-Gruppe.

Von Björn Wagener

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