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24 Stunden mit dem Moped übern Acker

Wittstock 24 Stunden mit dem Moped übern Acker

Zwei Moped-Fahrerlager aus Wittstock und Heiligengrabe treten am Sonnabend beim 24-Stunden-Rennen für Simson-Mopeds in Kalbe/Milde in der Altmark an. Während die Wittstocker um Mathias Malert bereits 2015 mit von der Partie waren, wird es für die Heiligengraber eine Premiere.

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Marvin Wehland, Robert Lange und Axel Stürmer (v.l.) vom Racing-Team 08/15 aus Heiligengrabe.

Quelle: Björn Wagener

Heiligengrabe/Wittstock. Es ist kurz nach 20 Uhr. Die geräumige Werkstatt der Wehlands in Jabel bei Heiligengrabe ist an diesem Donnerstagabend hell erleuchtet. Hinten gibt’s eine Couch, ein Fernseher läuft. Doch beachtet wird er kaum, denn das Programm spielt weiter vorn.

In der Hauptrolle: ein weiß-grünes Moped der Marke Simson, Baujahr 1978. Das Gefährt soll sechs Freunden zum Erfolg verhelfen – Marvin Wehland, Peter Hefenbrock (Teamchef) und Axel Stürmer aus Jabel, Robert Lange und Enrico Hadorf aus Zaatzke und Oliver Teetz aus Liebenthal. Sie nennen sich „Racing-Team 08/15“, haben monatelang in der Werkstatt geschuftet und sind nun bereit für die Konkurrenz: 76 ausgebuffte Mopedfahrer gehen neben den Heiligengrabern am Sonnabend, 24. September, in Vahrholz bei Kalbe/Milde (Altmark) an den Start. Um 13 Uhr beginnt dort das 24-Stunden Simson-Rennen. Einen vollen Tag lang heizen die Piloten der unverwüstlichen DDR-Mopeds dann über eine abgesteckte Ackerpiste.

Ein Transponder zählt die Runden

Ein Transponder zählt die Runden. Wer die meisten schafft, gewinnt. Rund 730 Kilometer werden so abgespult. Die Heiligengraber wissen: Hier müssen Mensch und Material alles geben, um buchstäblich über die Runden zu kommen. Deshalb ist das Gefährt des Racing-Teams auch alles andere als 08/15. Das Moped, das die Freunde für 500 Euro in der Region erwarben, ist inzwischen renntauglich aufbereitet worden. Der Rahmen wurde verstärkt und pulverbeschichtet, die Luftfilteranlage modifiziert, stabile Fußrasten wurden gebaut, und die Sitzbank bekam einen hölzernen Unterbau. Rund 2000 Euro steckten mittlerweile in dem Projekt.

Technik muss hart im Nehmen sein

Marvins Vater Fred Wehland unterstützt die Moped-Crew finanziell. Die Technik soll schließlich möglichst hart im Nehmen sein, aber gleichzeitig darf das umfangreiche Regelwerk nicht verletzt werden. So müssen zum Beispiel der Hauptrahmen und die Telegabel aus Simson-Serienproduktion stammen. Auch der Motor mit seinen 51 Kubikzentimetern muss original sein. „Wir nehmen ein komplettes zweites Moped als Ersatz mit“, sagt Marvin Wehland aus dem Team.

Jeder der Sechs wird zweimal zwei Stunden fahren müssen. Es könne aber auch häufigere Wechsel geben. Das komme auf die jeweilige Verfassung des Fahrers an. „Wir werden über Funk Verbindung halten“, so Wehland. Für alle Sechs ist es die Premiere bei diesem Rennen. „Ich bin schon ganz aufgeregt“, gibt Robert Lange zu.

Seinen Anfang nahm alles im vergangenen Jahr. „Peters Freundin wohnt in der Nähe des Austragungsortes. Da haben wir gedacht, ‚lass uns das mal angucken’“, erzählt Axel Stürmer. Die ganze Truppe sei sofort begeistert gewesen und nahm sich vor, 2016 mit an den Start zu gehen. Die Sechs sind selbst gespannt, wie sie sich bei ihrer Acker-Premiere schlagen werden.

Die Wittstocker Fahrer-Crew hat ihre Feuertaufe schon erlebt

Diese Erfahrung hat die Moped-Crew um Mathias Malert aus Wittstock schon gemacht. Sie besteht neben ihm aus Mirko Rihnow, Thomas Braun, Robert Berlin, Jeffrey Schmidt, Henry Pösch und Robert Vogler und nennt sich „76 – La Familia“. Bereits 2015 gaben sie bei dem Rennen ihren

Mathias Malert von „76 – La Familia“ aus Wittstock

Mathias Malert von „76 – La Familia“ aus Wittstock.

Quelle: Björn Wagener

Einstand und kennen daher die Materialschlacht. „Gegen Ende lagen etliche abgefallene Teile auf der Piste. Unsere Platzierung, der 67. Rang, war kaum der Rede wert, aber wir sind mit motorgetriebener Kraft durchs Ziel gekommen. Das war schon mal ein Erfolg“, sagt Mathias Malert. Ein abgerissener Benzinhahn hatte die Truppe nur deshalb nicht ins Aus befördert, weil ein anderer Fahrer mit einem Tank aushelfen konnte. Außerdem wollte einer aus dem Wittstocker Lager nicht nachts fahren, und Malert selbst hatte sich bei einem Sturz an der Schulter verletzt.

Möglichst unter die ersten 20

In diesem Jahr haben sich die Moped-Piloten vorgenommen, unter die besten 20 zu kommen. „Aber das ist sehr schwer, denn viele Teilnehmer haben Motocross-Erfahrungen“, berichtet Malert. Sein Simson-Moped von 1980 ist ebenfalls regelkonform verändert worden, um das Rennen möglichst zu überstehen. Unter anderem wurde der Rahmen für eine bessere Sitzposition erhöht und die Elektrik modifiziert – eine zeitraubende Geschichte. „Meine Freundin ist da auch nicht so erfreut, wenn ich ‚schon wieder in die Garage’ gehe. Ich mach’ drei Kreuze, wenn ich endlich fertig bin“, erzählt der Wittstocker. Zufällig hat das Fahrgerät der Heiligengraber die gleiche grünweiße Farbe wie das der Wittstocker. Man darf gespannt sein, wie sich die beiden Teams am Wochenende schlagen werden. Hat Mathias Malert einen Rat für die Newcomer aus Heiligengrabe? „Viele Ersatzteile mitnehmen!“

Von Björn Wagener

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