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24. Kongress Städtebaulicher Denkmalschutz

Neuruppin 24. Kongress Städtebaulicher Denkmalschutz

In der Fontanestadt wurde vor 25 Jahren der Grundstein für das Förderprogramm zur Sanierung historischer Stadtkerne gelegt. Am Dienstag und Mittwoch beschäftigen sich Experten beim 24. Kongress Städtebaulicher Denkmalschutz nun mit dem Thema „Umgang mit Wachstum und Schrumpfung in der historischen Stadt“.

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Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde sprach ein Grußwort.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. In der Neuruppiner Kulturkirche ist am Dienstag der 24. Kongress Städtebaulicher Denkmalschutz eröffnet worden. An insgesamt zwei Kongresstagen soll es um den Umgang mit Wachstum und Schrumpfung in der historischen Stadt gehen. Am heutigen Mittwoch sind dazu drei Themenwerkstätten geplant – eine davon in Rheinsberg. Sie trägt den Titel „Menschen in Bewegung“. Neben Werkstattgesprächen steht ein „problemorientierter Stadtrundgang“ auf dem Programm.

Der Kongress findet in diesem Jahr aus besonderem Anlass in Neuruppin statt: Vor 25 Jahren, am 25. Mai 1991, war dort mit der sogenannten Neuruppiner Erklärung der Grundstein für das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz gelegt worden. Ziel dieses Programms war es, historische Stadtkerne vor dem Verfall zu bewahren und sie stattdessen entsprechend neuer Anforderungen nutzbar zu machen. Seitdem haben rund 6,5 Milliarden Euro von Bund, Ländern und Kommunen dazu beigetragen, zahlreiche historische Stadtkerne zu stärken und zu sanieren.

Mehrheit der Brandenburger lebt in Städten

„Wir sind stolz, als Land Brandenburg diesen Kongress ausrichten zu dürfen“, sagte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider in ihrem Grußwort. „Wir haben dank der vielen engagierten Akteure vor Ort bereits viel erreicht, denn nur durch sie lässt sich dieses große Thema umsetzen. Die Menschen vor Ort müssen mitbestimmen, wie ihre Stadt aussehen soll.“ Zwei Drittel aller Brandenburger lebten heute in kleinen und mittelgroßen Städten, sagte Kathrin Schneider weiter. Es sei daher ein wichtiges Ziel, diese Orte attraktiv zu gestalten.

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde sagte, Neuruppin habe in den vergangenen 229 Jahren viel Glück gehabt. Der Rathauschef erinnerte noch einmal an den verheerenden Stadtbrand von 1787. „Aus städtebaulicher Sicht war dieses Ereignis ein Segen für Neuruppin“, befindet Golde. Heute müssten noch rund 40 Häuser in der Innenstadt saniert werden – der Großteil sei also schon geschafft. „Und wenn Sie unsere Seen sehen, dann wollen Sie kein Meer mehr sehen“, schloss Golde.

Bereits über 300 Maßnahmen gefördert

Der Staatssekretär des Umweltministeriums, Gunther Adler, stellte in seiner Auftaktrede fest, dass die Schrumpfung die entscheidende Entwicklung in den meisten Regionen Deutschlands sei. Das sei ein räumlich sehr differenzierter Prozess, der vor allem durch die Nähe oder Ferne zu Zentralräumen bestimmt werde. „Vor allem junge Frauen zwischen 18 und 30 Jahren wandern heute ab“, sagte Adler. Es werde also eine regionale Planungs- und Entwicklungsstruktur nötig, die die innergemeindliche Vorsorge in den Vordergrund stellt. „Stadtraum muss Lebensraum sein und entsprechend zeitgemäß gestaltet werden“, sagte Adler.

Das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz war zunächst nur für die neuen Bundesländer eingerichtet worden. Im Jahr 2009 wurde die Förderung dann auf die gesamte Bundesrepublik ausgedehnt. Rund 300 Maßnahmen seien laut Staatssekretär Adler seit Beginn des Programms gefördert worden. Im Jahr 2017 sollen die Fördermittel noch einmal erhöht werden – auf 300 Millionen Euro pro Jahr.

Von Josephine Mühln

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