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Ostprignitz-Ruppin 25 Jahre Musenhof Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin 25 Jahre Musenhof Rheinsberg
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00:18 02.05.2016
„Venus gibt Aeneas die Waffen“ war das erste Gemälde aus der Sammlung des Prinzen, das ins Schloss Rheinsberg zurückkehrte. Quelle: Andreas Vogel
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Rheinsberg

Die Restauratoren im Rheinsberger Schloss lassen sich durch die Besucher nicht stören. Pinselstrich für Pinselstrich erneuern sie die Decke des Muschelsaals. Dieser entstand 1769 im Auftrag des Prinzen Heinrich von Preußen. Von der Schönheit des Saals, der nach Ideen von Carl Gotthard Langhans, dem Architekten des Brandenburger Tores, gebaut wurde, ist ebenfalls Heinz Berg beeindruckt. Der Direktor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten kann selbst kaum glauben, dass das Rheinsberger Schloss vor 25 Jahren wiedereröffnet werden konnte – nachdem innerhalb von lediglich fünf Wochen 20 Räume wieder hergerichtet wurden und die ersten Kunstwerke zurückgekehrt waren. „So etwas hat es noch nicht gegeben“, sagt Berg. Immerhin war im Schloss zu DDR-Zeiten eine Diabetiker-Klinik untergebracht.

Der Reiz des Schlosses ist ungebrochen

Das ist lange her. Am 1. April 1991 wurde die Schlossanlage an die damalige Schlösserstiftung Potsdam-Sanssouci übergeben. Seitdem wollten bereits fast zwei Millionen Besucher das Ensemble sehen, in dem sich Kronprinz Friedrich wohl fühlte und das auch schon Literaten und Künstler wie Adolph Menzel, Theodor Fontane und Kurt Tucholsky anregte. Der Reiz des Schlosses und seiner Anlagen ist ungebrochen – auch weil diese nach und nach wieder in Schuss gebracht werden.

Mehr als 42 Millionen Euro sind bisher in die Sanierung und Restaurierung geflossen: Dächer und Schlossfassaden wurden instand gesetzt, der Marstall zum Besucherzentrum umgestaltet, das 1945 zerstörte Theater bis Ende 1999 wieder aufgebaut, ein neues Gästehaus für die Musikakademie errichtet. Die Schlossinsel bekam wieder das Aussehen von 1769.

Im richtigen Moment die richtigen Partner

„Wir hatten das Glück, im richtigen Moment die richtigen Partner zu haben“, sagt der Schlosskustos Detlef Fuchs. Er hat es vor 25 Jahren mit seinen Helfern geschafft, dass das Schloss zu neuem Leben erwachen konnte. Das Linoleum wurde herausgerissen, historische Holzfußböden freigelegt, Zimmer für 150 Patienten mit Betten, Toiletten und Nachttischen ausgeräumt. „Es kam wieder frische Luft in das Schloss“, erinnert sich Detlef Fuchs. Dafür sorgten auch Siegfried Matthus, der die Kammeroper Schloss Rheinsberg in dem Ensemble gründete, sowie Ulrike Liedtke, die jahrelang die Musikakademie Rheinsberg leitete. „Die Stiftung hätte das Theater zwar wieder aufbauen, aber nie mit Leben füllen können“, so Fuchs.

An die aufregende Zeit in den vergangenen 25 Jahren erinnert nun die Ausstellung „Wiedererweckung eines Musenhofes“, die am Sonntag im Schloss und seinen Anlagen im Beisein des einstigen Brandenburgischen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe eröffnet wird. Die Ausstellung beschränkt sich allerdings nicht darauf, viele besondere Fundstücke und unglaublich erscheinende Anekdoten zu präsentieren – etwa, wie einzelne Gemälde aus der Sammlung des Prinzen wieder zurück nach Rheinsberg kamen. Vielmehr werden dank einer Kooperation mit der Akademie der Künste in Berlin und dem Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum ebenfalls Arbeiten von Künstlern im Schloss und im Park zu sehen sein. Darunter ist beispielsweise ein Putzfragment, das Dorothee von Windheim im Rheinsberger Schlosspark entdeckt hat. Der halb daumengroße Brocken mit dunkelrot-glatter Oberfläche und rauer Mörtel-Unterseite sieht aus, wie ein herausgebrochenes Stückchen Wandmalerei. Jetzt hat es einen Platz in der weißen Kammer des Schlosses gefunden, eingegossen in Plexiglas. Im ehemaligen Billardsaal erregt die Plastik einer jungen Frau mit kurzen Haaren die Aufmerksamkeit. Dabei handelt es sich um einen 3D-Farbscan, den Karin Sander gefertigt hat. Die Figur scheint den Besucher ebenfalls zu betrachten.

Die Akademie der Künste macht ebenfalls mit

Bereits seit gut 15 Jahren arbeitet die Akademie der Künste mit dem Literaturmuseum in Rheinsberg zusammen, das seine Räume ebenfalls im Schloss hat. Das Museum beteiligt sich auf seine Art an der Wiedererweckung des Musenhofes – und zeigt zu seinem 25. Geburtstag im sogenannten Archiv-Schaufenster 25 verschiedene Stücke, die eine besondere Bedeutung für den Museumschef Peter Bö­thig haben. Dazu gehört eine Hängeglocke aus dem Nachlass von Tucholsky, die vermutlich aus seinem schwäbischen Exil stammt.

Hinweis: Die Ausstellung „Rheinsberg 25. Wiedererweckung eines Musenhofes“ ist vom 1. Mai bis zum 31. Oktober zu sehen.

Von Andreas Vogel

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