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Ostprignitz-Ruppin Angeklagter verbreitete Kinderpornografie
Lokales Ostprignitz-Ruppin Angeklagter verbreitete Kinderpornografie
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00:23 22.02.2019
Ein 37-Jähriger musste sich wegen Kinderpornos vor dem Neuruppiner Amtsgericht verantworten. Quelle: dpa
Neuruppin

Es waren solch drastische Bilder und Videos, dass sie auch für das Gericht nur schwer erträglich waren. Von 2012 bis August 2016 hat ein heute 37-Jähriger in Neustadt (Dosse) Kinderpornografie besessen, anderen zugänglich gemacht und verbreitet. „Es handelt sich um eine Vielzahl von schwersten Missbrauchsdarstellungen“, sagte die Staatsanwältin.

Ausnahmsweise noch Bewährung

Dafür verurteilte das Neuruppiner Amtsgericht den Mann nun zu einer Strafe von einem Jahr und fünf Monaten. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Der Angeklagte hatte, so Richter Jan Eßer, von Beginn an die Karten offen gelegt. „Ich weiß, dass ich Scheiße gebaut habe. Das tut mir leid“, sagte der geistig behinderte Mann. Angefangen hatte es 2011. Da habe ihm jemand so eine Datei geschickt, obwohl er eigentlich nur eine Frau übers Internet habe kennenlernen wollen. Er habe dann ungefragt weitere Bilder bekommen.

So einfach komme man nicht in solche Portale, hielt ihm die Staatsanwältin vor. „Das muss man schon einstellen.“ Dieser Auffassung schloss sich das Gericht an. „Darüber stolpert man nicht zufällig, sondern muss sich aktiv bemühen und das hat der Angeklagte geschafft.“

Durchsuchung schreckte Angeklagten nicht ab

Bereits 2012 hat er selber Dateien zur Verfügung gestellt – weiter versendet und mit anderen Usern Bilder ausgetauscht. Im Januar 2015 wurde seine Wohnung durchsucht. Er war ins Visier der Polizei geraten – durch jemand anderen, dem er kinderpornografisches Material zugesandt hatte. Die Beamten nahmen zwei Laptops, einen Computer, drei USB-Sticks und drei Handys mit.

Dieser Warnschuss hielt den Angeklagten indes nicht davon ab, sich weiter in dieser Internetszene zu tummeln. Bis es im August 2016 zur zweiten Durchsuchung kam. Eine damalige Arbeitskollegin hatte ihn angezeigt, nachdem sie mitbekommen hatte, wie er sich ein Nacktfoto einer Minderjährigen auf dem Handy anguckte.

Er soll ihr geantwortet haben, das sei seine Stieftochter. Davon nahm er im Gericht Abstand. Das habe sich die Kollegin ausgedacht, weil er damals eine Freundin mit einer zwölfjährigen Tochter hatte. Das Bild habe aber nicht dieses Mädchen, sondern ein anonymes aus dem Internet gezeigt.

Nur die Spitze des Eisbergs

2016 wurde noch befürchtet, dass es sich im Falle des gefundenen Materials um mehr als kinderpornografische Bilder sondern womöglich auch um Kindesmissbrauch handele. Das habe sich aber nicht bewahrheitet, so Richter Eßer. Er wie auch die Staatsanwältin waren davon überzeugt, dass es sich bei den 92 angeklagten Transaktionen nur um die Spitze des Eisbergs handelte. Das reichte indes völlig aus. Die Darstellungen zeigten den Missbrauch von Kleinkindern und Babys. „Sie haben die Kinder nicht missbraucht, aber Sie haben dazu beigetragen, das System zu unterstützen“, sagte Eßer. Dass Leute, die auf der Suche nach immer neuen Kicks sind, bedient werden. Der Angeklagte sei daran beteiligt, dass immer neues Bild- und Filmmaterial produziert werde.

Sein Geständnis kam dem 37-Jährigen zugute, ebenso, dass er sich seit 2016 nichts mehr hat zu schulden kommen lassen. Außerdem hat er die Zeit bis zur Verhandlung genutzt, eine Beratungsstelle aufzusuchen. „Das zählt“, sagte Eßer.

Der Angeklagte hatte nach eigenen Angaben bereits in der Schule einen schweren Stand. Trotzdem gelang ihm ein Schul- und ein Lehrabschluss und er hat eine feste Arbeitsstelle.

Angeklagter muss Sexualtherapie machen

Das Gericht setzte eine Bewährungszeit von vier Jahren fest. Außerdem muss er sich einer Therapie unterziehen. „Sie haben eine Neigung, die nicht gut ist. Daran muss man arbeiten“, sagte der Richter. Das hatte auch die Staatsanwältin so gesehen: „Ohne eine Sexualtherapie geht es nicht.“

Sie hatte noch beantragt, dass der Angeklagte keinen unbeaufsichtigten Kontakt mit Kindern haben dürfe. Das Gericht entschied, dass er seinem Betreuer oder Bewährungshelfer mitteilen muss, wenn er dauerhaften Kontakt zu Kindern hat, wenn er beispielsweise eine Frau mit Kind kennenlernen sollte.

Von Dagmar Simons

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