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40 Tauben zum 60. Geburtstag

Kyritz 40 Tauben zum 60. Geburtstag

Der Neustädter Brieftaubenverein „Sturmvogel“ feierte am Sonnabend sein 60-jähriges Bestehen. Einige Mitglieder sind von Anfang an dabei und erzählten spannende Geschichen aus dem Vereinsleben. Von befreundeten Vereinen bekamen die Neustädter 40 Tauben geschenkt, die bei der Vereinsfeier versteigert wurden.

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Jochen Höinghaus aus Werne leitete die Taubenversteigerung.

Quelle: André Reichel

Kyritz. 60 Jahre ist es genau her, dass sich in Neustadt eine Hand voll Brieftaubenfreunde zusammenschlossen und den Verein „Sturmvogel“ gründeten. Diesen gibt es noch immer und seine derzeit ein Dutzend aktiven Mitglieder feierten den runden Geburtstag ihres Vereins am Sonnabendnachmittag in geselliger Runde. Ein eigenes Domizil haben die Neustädter Taubenfreunde nicht, daher fand die Feier auch im Vereinshaus des befreundeten Kyritzer Kleintierzüchtervereins in der Strüwestraße statt.

Der Regionalverband „Brandenburg 300“ und die Reisevereinigung Kyritz, der mehrere Vereine aus den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin angehören, spendierten den Neustädtern zum Vereinsjubiläum 40 Brieftauben. Diese wurden am Sonnabend versteigert. Die Auktion leitete Jochen Höinghaus aus Werne. Der 59-Jährige ist seit gut vier Jahrzehnten im Brieftaubensport aktiv und Vorsitzender der Taubenvereinigung in der nordrein-westfälischen Gemeinde Nordkirchen. Höinghaus ist seit über 20 Jahren mit dem Vereinschef der Neustädter Brieftaubenzüchter Hartmut Hübner aus Kyritz befreundet.

Die verkauften Tiere kamen in Transportboxen

Die verkauften Tiere kamen in Transportboxen

Quelle: André Reichel
Artur Riemer hatte seine Erlaubnis zur Brieftaubenhaltung von 1961 dabei

Artur Riemer hatte seine Erlaubnis zur Brieftaubenhaltung von 1961 dabei.

Quelle: André Reichel

Gut zwei Stunden dauerte es, bis auf alle Tiere geboten wurde und sie den Besitzer wechselten. Vom Erlös wollen die Taubenfreunde ihre in die Jahre gekommene sogenannte Einsatzstelle sanieren. Diese wurde 1976 von den Neustädtern unweit des Vereinshauses der Kyritzer Kleintierzüchter in der Strüwestraße in Eigenleistung errichtet. Diese ist seither zentraler Anlaufpunkt für die Neustädter Vereinsfreunde, wenn sie ihre Brieftauben für Wettkämpfe auf Reisen schicken.

Vorsitzender glaubt an keinen 70. Vereinsgeburtstag mehr

Wie schwer es in den Anfangsjahren für die Züchter war, weiß Wolfgang Oerter aus Blumenthal nur all zu gut. Der 78-Jährige wuchs in Neustadt auf und war bei der Vereinsgründung vor 60 Jahren dabei. Auf dem elterlichen Hof neben der Neustädter Sparkasse trafen sich damals die Vereinsmitglieder, um von dort aus den Transport ihrer Brieftauben zu organisieren. Dreh- und Angelpunkt war in jenen Jahren der Neustädter Bahnhof, von wo aus mit viel Glück die gefiederte Fracht für Wettkämpfe im Güterwagon beispielsweise nach Gotha oder Eisenach gebracht wurde. „Der Bahnhofsvorsteher hatte dann die Aufgabe, die Tauben freizulassen, die ihren Heimflug meistens innerhalb eines Tages schafften“, berichtete Wolfgang Oerter. Auch per Lkw wurden die Tauben manchmal transportiert.

Von Schwierigkeiten ganz anderer Art wusste Artur Riemer zu berichten. Der 82-Jährige wuchs in Neuendorf auf und schaffte sich schon als 14-Jähriger im Gründungsjahr der DDR seine ersten Brieftauben an. „Eigentlich war das gar nicht erlaubt“, berichtete er. Irgendwann bekam Riemer Kontakt zu den Neustädter Taubenzüchtern. Bevor er jedoch 1962 in deren Verein eintreten durfte, musste er bei der Volkspolizei in Kyritz einen Antrag stellen. Das Genehmigungsschreiben und einige alte Fotos hatte Riemer zur Feier mitgebracht.

Es wurden jedoch nicht nur Geschichten erzählt, sondern auch der Kuchen gegessen, den die Frauen der Vereinsleute gebacken hatten. Vereinschef Hartmut Hübners Gedanken richteten sich an dem Tag aber auch in die ungewisse Zukunft: „Einen 70. Vereinsgeburtstag wird es wohl nicht mehr geben, denn wir sind überaltert und es fehlt der Nachwuchs.“

Von André Reichel

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