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Ostprignitz-Ruppin 4000 Jobs weltweit – gelenkt aus Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin 4000 Jobs weltweit – gelenkt aus Neuruppin
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02:15 01.05.2017
Mitarbeiter aus allen PAS-Standorten haben am Freitag in Neuruppin gefeiert. Mittendrin: Ministerpräsident Dietmar Woidke. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Wie entwickelt man quasi aus dem Nichts in 25 Jahren ein Unternehmen mit tausenden Mitarbeitern und 14 Standorten in der ganzen Welt? Unternehmer Rolf Prettl kennt die drei wichtigsten Zutaten für den Erfolg seines Firmenverbundes in Neuruppin: „Glück, Arbeit und viel Zufall.“ Rolf Prettl ist Miteigentümer der Firma PAS (Providing Appliance Solutions) mit Hauptsitz in Neuruppin. Das Unternehmen beschäftigt heute etwa 4000 Mitarbeiter, 250 davon in Neuruppin. Die Fontanestadt bildet den Kern des Firmennetzes, hier befindet sich die Zentrale. Auch wenn es größere Firmen in der Mark gibt – Prettl gehört zu den Vorzeigeunternehmen in Brandenburg. Nicht von ungefähr kam am Freitag auch Ministerpräsident Dietmar Woidke zur 25-Jahr-Feier nach Neuruppin.

In den Hallen der ehemaligen Elektrophysikalischen Werke (EPW) produziert PAS seit den 90er- Jahren. Bekannt ist die Firma vor allem für die Bedienblenden von Waschmaschinen verschiedener Hersteller. Vom Plastikgehäuse über die Kabel und die Elektronik bis zur Steuerung moderner Waschmaschinen stellen die Mitarbeiter dort fast alles selbst her. Nur wenige der Teile kauft PAS zu.

16 Frauen und zwei Männer arbeiten am Neuruppiner Standort von Anfang an. Für 25 Jahre PAS gab es am Freitag Blumen. Auch Ministerpräsident Woidke gratulierte. Quelle: Peter Geisler

Rolf Prettl weiß noch, wie alles angefangen hat. „Hätte mich vor 26 Jahren jemand gefragt, wo Neuruppin liegt, ich hätte es nicht gewusst“, gab er bei der Jubiläumsfeier am Freitag zu. Sein Bruder Erhardt – genau wie Rolf Prettl Unternehmer aus Schwaben – hatte Anfang der 90er Jahre die EPW-Hallen in Neuruppin entdeckt. Die Brüder waren auf der Suche nach einem Elektronikunternehmen – und fanden das leer stehende Gelände in Neuruppin. Ein Zufall.

Ein Zufall führte die Brüder Prettl aus Schwaben nach Neuruppin

Dass sie mit den Hallen etwas anfangen wollen, war schnell klar – aber was? Da half ein zweiter Zufall. Während eines Fluges hat Rolf Prettl einen anderen Unternehmer aus Schwaben getroffen, der gerade einen neuen Job in Berlin angetreten hatte. Er arbeitet für das Bosch-Siemens-Hausgerätewerk und war auf der Suche nach Zulieferfirmen aus der Region. Rolf und Erhardt Prettl wussten schnell: Das wollen sie werden – Zulieferer für Waschmaschinen und Co. Kabelbäume waren das erste Produkt, das aus den Hallen in Treskow kam, später wurden daraus die hochkomplexen Bedieneinheiten, die noch heute produziert werden.

Von Neuruppin aus investierte das Unternehmen weltweit: in Polen, Portugal, der Türkei, den USA, Mexiko, China  ... „Aber alles, was wir im Ausland gemacht haben, ging nie zu Lasten von Neuruppin“, betonte Geschäftsführer Stephan Kaiser am Freitag. Neuruppin war die Zentrale und soll es bleiben. „Das ist durchaus nicht selbstverständlich in der heutigen Zeit.“

Die Mitarbeiter von PAS produzieren in Neuruppin komplexe Bedieneinheiten für Waschmaschinen, Quelle: Peter Geisler/Archiv

Bürgermeister Jens-Peter Golde ist noch heute froh, dass es in den 90er Jahren geklappt hat, die Familie Prettl von Neuruppin zu überzeugen. Und dass damals auch alle anderen mitgespielt haben, die etwas zu entscheiden hatten – etwa die Treuhandanstalt. Nur mit deren Hilfe ist es gelungen, so viele neue Jobs auf dem Gelände des einstigen EPW zu schaffen. „Wir haben heute bestimmt nicht weniger Arbeitsplätze als zu DDR-Zeiten“, sagt Goldes Vize Arne Krohn. Dietmar Woidke lobte Prettls Einsatz „Die positive Entwicklung unseres noch jungen Bundeslandes ist eng mit solchem Unternehmergeist verbunden.“

PAS ist einer der wichtigsten Arbeitgeber in Neuruppin. 312 Millionen Euro Umsatz hat das Unternehmen 2016 weltweit gemacht. „Bald werden es über 500 Millionen sein“, kündigte Rolf Prettl an.

Von Reyk Grunow

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