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50 Millionen Euro in Heiligengrabe investiert

Krono stockt auf und will effizienter arbeiten 50 Millionen Euro in Heiligengrabe investiert

Kräftig investiert hat die Krono-Gruppe am Standort Heiligengrabe: Insgesamt 50 Millionen Euro wurden investiert, 20 weitere sollen im kommenden Geschäftsjahr folgen. Gebaut wurde ein neues Holzlager, eine Anlage, um Prozesswärme aus Reststoffen zu erzeugen sowie eine hauseigene Werkstatt für die Fahrzeugtechnik.

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Die neue Energiezentrale verbrennt bis zu 70 000 Tonnen Produktionsreststoffe Holz im Jahr für Prozesswärme.

Quelle: Claudia Bihler

Heiligengrabe. Das Fahrzeug mit dem schweren Holzgreifer rollt mit einem eindringlichen Signalton langsam rückwärts und gibt den Blick auf die neue Werkstatt frei: „Nein, Tüv haben wir nicht gemacht“, sagt der Mechaniker, „das war eine Klimaanlagen-Wertung.“ Die Werkstatt, in der unter anderem die Holzverladefahrzeuge und Radlader gewartet werden können, liegt auf dem Gelände der Heiligengraber Kronogruppe und ist nur eine von zahlreichen Investitionen, für die der Holzverarbeiter in diesem Geschäftsjahr insgesamt 50 Millionen Euro ausgegeben hat. Geschäftsführer Hendrik Hecht: „Sie ermöglicht uns, unsere Fahrzeuge selbst zu warten. Auch die externen Firmen kommen nun zu uns aufs Gelände.“

Der Löwenanteil der Investitionssumme von rund 50 Millionen Euro allein in diesem Geschäftsjahr aber floss in zwei weitere Projekte: Der Holzverladeplatz wurde vergrößert, eine neue Rostbrennkammer zur Wärmeversorgung wurde gebaut.

Keine Versorgungsengpässe mehr

War der Holzvorrat für die OSB-Spanplattenproduktion in der Vergangenheit beispielsweise zu den Feiertagen in den Lieferländern mitunter knapp geworden, soll der Platz dafür sorgen, dass Versorgungsengpässe in Heiligengrabe nicht mehr auftreten können. 18 700 Quadratmeter sind bereits fertiggestellt, ab Herbst sollen weitere 17 000 Quadratmeter folgen. „Der Platz soll schwerlastfähig und mit aufwändigen Wasserauffangvorrichtungen gestaltet werden.“ Die Zahl der Transporte soll sich durch den größeren Platz jedoch nicht ändern.

Zweites Großprojekt auf dem Gelände war eine neue Energieanlage für 3,3 Millionen Euro, in der bis zu 30 Megawatt Prozesswärme für die OSB-Plattenproduktion erzeugt werden, um damit in erster Linie den Rohstoff Holzspäne zu trocknen. Mit der ehemals gewünschten Verbrennungsanlage, in der auch Abfälle verheizt werden sollten, hat die Anlage nichts zu tun – die ist vom Tisch.

Der ökologische Fußabdruck soll minimiert werden

Im Gegenteil: In der Rostbrennanlage werden Produktionsabfälle wie Rinde oder Verschnitt aus der Produktion von MDF- und OSB-Platten verbrannt. Hendrik Hecht: „Wir wollen unseren ökologischen Fußabdruck minimieren und effizienter wirtschaften.“ Strom wird dort nicht generiert.

Das betrifft nicht nur die Verwertung von Holzabfällen, sondern auch den kompletten Produktionsprozess in Heiligengrabe. Alleine über fünf Millionen Quadratmeter Laminat wurden aus Heiligengrabe im Verlauf des vergangenen Jahres ausgeliefert. Eine weitere Kapazitätserweiterung ist künftig nicht geplant, sagt Hecht: „Wir konzentrieren uns künftig darauf, den Betrieb insgesamt effizienter zu gestalten.“

Investiert wurde zudem in den so genannten Showtainer (von Container), in dem Krono mit der Firma Villeroy & Boch neue Produkte und Designs präsentiert, die mit dem Keramikhersteller gemeinsam auf den Markt gebracht werden. Zudem hat Krono eine neue Anlage für Digitaldruck installiert, auf der Kleinauflagen von speziellen Dekoren oder Testdekoren möglich sind.

Hendrik Hecht und Maria Thurmann

Hendrik Hecht und Maria Thurmann.

Quelle: Claudia Bihler

Ende Juni zählte Krono mehr als 800 Mitarbeiter. Waren bisher 34 Azubis unter ihnen, werden es mit dem neuen Ausbildungsjahr 40 sein. Maria Thurmann, die sich bisher neben der Berufsausbildung auch noch um den Vertrieb gekümmert hat, kann sich künftig als Ausbildungsleiterin nur noch um den Fachkräftenachwuchs kümmern. Sechs technische und kaufmännische Ausbildungsberufe bietet Krono an. Gleichzeitig wird sich Maria Thurmann weiter um die Werbung von Fachkräften kümmern: „Wir konnten aus 100 Bewerbungen die Stellen besetzen. Aber in diesem Jahr waren die sinkenden Schülerzahlen erstmals auch bei uns zu spüren.“

Noch im zweiten Halbjahr 2015 will der Betrieb in Heiligengrabe weitere 20 Millionen Euro investieren. Und für Oktober sind zwei Safety-Days – Sicherheitstage – geplant: Die sollen das Bewusstsein der Mitarbeiter für den Arbeitsschutz stärken.

Von Claudia Bihler

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