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Ostprignitz-Ruppin 70 Tonnen Kies für die Kinderstube
Lokales Ostprignitz-Ruppin 70 Tonnen Kies für die Kinderstube
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10:32 09.11.2017
Mit einem Bagger des Wasser-und Bodenverbandes Dosse-Jäglitz wurde der Kies in die Dosse befördert. Quelle: Björn Wagener
Goldbeck

Jede Menge grobe Steine sollen die Dosse in Goldbeck für Fischarten wie Bachforelle, Hasel, Elritze oder auch Neunauge gemütlicher machen – vor allem, wenn es um die Kinderstube geht. 70 Tonnen „Laichkies“ wurden am Dienstag an der Brücke mit einem Bagger des Wasser- und Bodenverbandes ins Flussbett befördert. Das ist sehr grober Kies, der von den Fischen besonders gern als Laichplatz, also zur Eiablage, genutzt wird.

Immer wieder griff der Bagger in den Kiesberg am Ufer, um die Steine dann vorsichtig ins Wasser gleiten zu lassen. Anschließend zogen Helfer in Wathosen die Kieshäufchen glatt. Letztlich sollte eine mindestens einen halben Meter dicke Schicht geschaffen werden, um genügend Raum für Laichgruben zu bieten, die die Fische anlegen. „Wenn Sie demnächst weißliche Stellen beobachten können, dann wurde der Laichplatz angenommen“, sagt Ulrich Thiel vom Landesanglerverband Brandenburg.

Spenden von Sea-Life machten es möglich

Dass die Gewässerstruktur der Dosse in dieser Weise aufgewertet werden konnte, ist der Zusammenarbeit mehrerer Beteiligter zu verdanken. Finanziert wurde der Laichkies mit Hilfe von Sea-Life. Es bringt in Berlin-Mitte nicht nur Besuchern die heimische Unterwasserwelt näher, sondern

Der Kieshaufen lag am Ufer bereit. Quelle: Björn Wagener

betreibt auch ein Zuchtprogramm für die Elritze, jenen Kleinfisch aus der Karpfen-Familie. Mit dem Geld, das in einem Spendenbehälter gesammelt wird, sollen Projekte zum Fischartenschutz unterstützt werden, wie Martin Hansel von Sea-Life sagt. Gemeinsam mit dem Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz, der für die Unterhaltung der Dosse zuständig ist, und dem Landesanglerverband als Fischereipächter habe man sich auf diese Maßnahme in Goldbeck geeinigt. „Wir brauchen natürlich Partner vor Ort, die wissen, welche Projekte besonders sinnvoll sind“, sagt Hansel. Da sich bereits wieder einiges im Spendenbehälter angesammelt habe, solle ein ähnlicher Einsatz wie in Goldbeck demnächst auch unterhalb des Dossower Wehres stattfinden.

Die Dosse hat eine hohe Wasserqualität

„Die Dosse hat eine relativ hohe Wasserqualität und Nahrung ohne Ende“, sagt Ulrich Thiel. Der künstlich angelegte Dosse-Arm, der durch Goldbeck fließt, sei gut mit schwerer Technik zu erreichen, was auch eine Rolle bei der Standortwahl für die Aktion gespielt habe.

Rund 15 Fischarten tummelten sich in dem Fluss, darunter auch die Bachforelle. Sie vermehre sich zwar auch ohne menschliches Zutun, aber Eiswinter, die im Abstand mehrerer Jahre immer mal wieder vorkommen, sorgten für hohe Verluste, weil sich dann Vögel wie etwa Kormorane, wenn sie auf zugefrorenen Seen nicht mehr zum Zuge kommen, verstärkt vom Fischbestand in den Flüssen und Bächen ernährten. Um solche Einbußen auszugleichen und mehr Stabilität im Artenbestand zu erreichen, würden mitunter Fische neu ausgesetzt oder eben solche Laichhilfen geschaffen wie am Dienstag in Goldbeck.

Forellenstrecke wird vom Verein Fario betreut

In der Dosse gebe es sogar eine sogenannte Forellenstrecke, in der Fachsprache Salmonidenstrecke genannt – oberhalb der A 19 bis Rote-Mühle und von der Scharfenberger Mühle bis Baumannsbrücke, das Stadtgebiet ausgenommen. Betreut werde diese Forellenstrecke vom Verein Fario, der Mitglied im Kreisanglerverband Wittstock ist, sagt Rudolf Buder vom Kreisanglerverband Wittstock.

Von Björn Wagener

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